// Startseite
| World Soccer |
| +++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++ |
|
|
|
Europaliga | Achtelfinale - Rückspiel | 29.07.26 | Herzliya Yellows - Real Milano 2:1 Vor 43.500 Zuschauern begann die Partie um 19 Uhr mit einer Wucht, die selbst den Stadionrasen kurz nervös gemacht haben dürfte. Ingo Duran, Innenverteidiger und an diesem Abend offenbar mit dem dringenden Bedürfnis ausgestattet, sich in die Torschützenliste einzutragen, traf in der sechsten Minute. Ricardo Bujia lieferte die Vorarbeit. Herzliya spielte offensiv, suchte die Flügel und schlug zunächst bevorzugt lange Bälle - eine Mischung, die ungefähr so elegant wirkte wie ein Konter mit Wanderstiefeln, aber bemerkenswert gut funktionierte. Fünf Minuten später legte Ronny Sapir nach. Der 18-Jährige vollendete erneut nach Zuspiel von Bujia und brachte die Yellows mit 2:0 in Führung. "Ich dachte kurz, wir hätten die Uhr falsch eingestellt", soll ein Zuschauer auf der Haupttribüne gesagt haben. Ein anderer antwortete: "Nein, das ist nur Herzliya. Die machen heute keine langen Einleitungen." Real Milano brauchte eine Weile, um sich von diesem Doppelschlag zu erholen. Dann aber fand die Mannschaft von Dennis Hees ins Spiel. In der 20. Minute verkürzte Christo Angelow auf 1:2, Pedro Viana bereitete den Treffer vor. Plötzlich war aus dem scheinbar gemütlichen Heimabend wieder ein Fußballspiel geworden. Real kombinierte meist kurz und griff über die Außen an. Der Ballbesitz lag am Ende sogar leicht bei den Gästen: 51,8 Prozent gegenüber 48,2 Prozent für Herzliya. Nur half ihnen diese statistische Vorherrschaft ungefähr so viel wie ein besonders schöner Einkaufszettel beim Hunger. Die Yellows blieben gefährlich. Insgesamt kamen sie auf 13 Torschüsse, Real Milano auf acht. Henry Mills beschäftigte die Gästeabwehr mehrfach, setzte in der zehnten, 16., 54., 68. und 89. Minute Akzente und war damit so etwas wie der dauerhafte Weckruf in Gelb. Auch Duran, der bereits getroffen hatte, suchte später erneut den Abschluss. Real antwortete unter anderem durch Ewan Burton, der vor der Pause und in der 78. Minute für Unruhe sorgte. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Milano den Druck, ohne den entscheidenden Moment zu erzwingen. Oliver Bancroft sah in der 49. Minute Gelb, Herzliyas Georges Preher folgte in der 63. Minute. Die Partie blieb intensiv, die Zweikampfwerte sprachen dennoch für die Gastgeber: 52,2 Prozent gewonnene Duelle gegenüber 47,8 Prozent bei Real. Kula Shaker reagierte mit Wechseln, unter anderem kam Matan Ohayon für Harvey Corraface. Hees brachte Mario Rocha, Pedro Viana und später weitere frische Kräfte. In der 72. Minute musste Vitor Ibanez verletzt vom Feld. "Wir wollten mutig auftreten und nicht auf den Taschenrechner schauen", hätte Shaker nach dem Schlusspfiff sagen können - sinngemäß passte die Haltung jedenfalls zum Auftritt seiner Mannschaft. Hees’ Team stellte spät auf offensiver, lief weiter an und versuchte es mit noch mehr Einsatz. Doch Herzliya hielt stand. Rafael Tal kam in der 89. Minute für Edward Densham ins Tor, als wolle man den Abend endgültig versiegeln. So blieb es beim 2:1. Kein Nachspiel, kein Elfmeterschießen, keine weitere dramatische Wendung - nur 90 Minuten, in denen Herzliya früh zuschlug und danach tapfer genug war, den eigenen Vorsprung nicht wieder aus der Hand zu geben. Real Milano hatte mehr Ball, Herzliya aber die besseren Argumente. Im Fußball ist das bekanntlich die Statistik, die am lautesten zählt. 29.07.2026 22:21 |
Sprücheklopfer
Wir werden alle Gewissheiten bis zuletzt ausschöpfen.
Berti Vogts