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Highgate Town verschenkt 3:0 - Clarendon Sporting feiert verrücktes Comeback

Premier League | 6. Spieltag | 10.07.26 | Highgate Town - Clarendon Sporting 3:3

Was für ein Fußballabend im Highgate Stadium! 40.000 Zuschauer sahen ein Spiel, das in zwei völlig unterschiedliche Hälften zerfiel - und das gleich zu Beginn mit einem Paukenschlag begann. Nach nur acht Minuten führte Highgate Town mit 3:0, und Trainer Chris Tell grinste damals noch so breit, dass man dachte, er hätte gerade die Meisterschaft gewonnen. Doch am Ende stand ein 3:3, und Tell blickte in die Kamera wie jemand, der gerade realisiert hat, dass er vergessen hat, den Herd auszuschalten.

Die Partie begann furios: Schon in der sechsten Minute traf Antonio Gutierrez nach Vorarbeit von Torsten Barth - "Ich wollte eigentlich flanken", gab Barth später lachend zu -, und kaum hatte Clarendon Sporting den Ball wieder ins Spiel gebracht, klingelte es erneut. Ewan Almond, der zentrale Mittelfeldmotor Highgates, nahm sich aus 20 Metern ein Herz und drosch den Ball unhaltbar ins rechte Eck. 2:0 nach sieben Minuten!

Doch Highgate hatte noch nicht genug. In der achten Minute legte Barth, der an diesem Abend offenbar einen Espresso zu viel erwischt hatte, mustergültig für Nael Maniche auf, der zum 3:0 einschob. Die Clarendon-Abwehr stand zu diesem Zeitpunkt so offen, dass man fast Eintritt hätte verlangen können.

"Wir waren völlig neben der Spur", gab Clarendon-Trainer Biggi Kulisch später zu. "Ich dachte schon, das wird ein sehr langer Abend - und das sage ich als jemand, der mal ein 0:6 in der Halbzeit erlebt hat."

Doch dann, kurz vor der Pause, ein Lebenszeichen: Aristodimos Machlas, 34 Jahre jung und offenbar nicht bereit, die Rentenpapiere zu unterschreiben, verkürzte nach Vorarbeit von Andrew Donahue auf 3:1 (41.). Ein Tor, das den Gästen neues Leben einhauchte.

In der Kabine muss Kulisch die richtigen Worte gefunden haben - oder vielleicht einfach nur die Kaffeetassen umgeworfen. Denn gleich nach Wiederanpfiff verkürzte İbrahim Baris (46.) auf 3:2. Und plötzlich war Highgate Town nicht mehr die selbstbewusste Offensivmaschine der ersten Minuten, sondern ein nervöses Häuflein, das den Ball nur noch lang nach vorne drosch.

Baris, der Mann des Abends, legte in der 60. Minute nach: Nach einem wunderschönen Zuspiel von Isaac More schob er eiskalt an Keeper William Dunbar vorbei - 3:3. Das Stadion verstummte kurz, dann brandeten Pfiffe auf. Von "Wie kann man das nur herschenken?" bis "Wir sind doch keine Wohltätigkeitsorganisation!" war alles zu hören.

Und tatsächlich: Die Statistiken lügen nicht. Clarendon hatte 12 Torschüsse und 55 Prozent Ballbesitz, während Highgate trotz frühem Sturmlauf nur sieben Abschlüsse zustande brachte. Ein Sinnbild für die zweite Halbzeit, in der Clarendon Town das Tempo diktierte und Highgate verzweifelt auf den Schlusspfiff wartete.

In der 62. Minute holte sich Highgates Linksverteidiger Patryk Hajto eine Gelbe Karte ab, weil er offenbar dachte, der Ball sei ein gegnerisches Schienbein. Später, in der Nachspielzeit, flog er dann mit Gelb-Rot - ein würdiger Schlusspunkt für einen Abend, der für die Hausherren mit einem Albtraum endete. "Ich wollte ein Zeichen setzen", sagte Hajto nach dem Spiel. "Welches, weiß ich selbst nicht mehr."

Coach Tell versuchte, Fassung zu bewahren: "Wir haben 20 Minuten lang Weltklasse gespielt - und 70 Minuten lang vergessen, dass das Spiel 90 dauert." Kulisch hingegen grinste wie ein Lottogewinner: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen einfach weitermachen. Ich wusste, dass Highgate irgendwann müde wird - oder überheblich."

Besonders bitter: Torsten Barth, der in der ersten Halbzeit noch zwei Vorlagen geliefert hatte, verschwand nach der Pause völlig aus dem Spiel. Auf die Frage eines Reporters, was passiert sei, meinte er nur: "Vielleicht war’s der Halbzeittee. Der schmeckte komisch."

Am Ende blieb ein 3:3, das sich für Clarendon wie ein Sieg und für Highgate wie eine Niederlage anfühlte. Die Fans der Gastgeber verließen das Stadion mit hängenden Köpfen, während Clarendons Spieler ausgelassen vor der Kurve tanzten.

Ein Spiel, das alles hatte: sechs Tore, Dramatik, Gelb-Rot, und zwei Trainer, die unterschiedlicher nicht hätten reagieren können. Und irgendwo in der Kabine summte Chris Tell leise vor sich hin - vermutlich kein Siegeslied.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Ich hab in 40 Jahren Fußball viel gesehen. Aber drei Tore in acht Minuten - und trotzdem kein Sieg? Das ist schon fast Kunst."

Ein ironisches Schlusswort? Vielleicht dieses: Fußball ist wie das Leben - manchmal führt man haushoch, und am Ende steht man trotzdem mit leeren Händen da.

10.07.2026 21:02
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Ottmar Hitzfeld ist noch nie auf die Tribüne verbannt worden, ich auch nicht. Aber bei mir wird es sicher nicht mehr lange dauern.
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