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Hoffenheims junge Wilde lassen Linx keine Chance

Wenn man mit 18 Jahren sein erstes Regionalligaspiel für Hoffenheim bestreitet, darf man nervös sein. Frank Metzger aber wirkte am Samstagabend im Dietmar-Hopp-Stadion so cool, als hätte er gerade den Rasen gemäht und sich dann spontan entschieden, ein Tor zu schießen. In der 42. Minute zog der rechte Verteidiger einfach mal ab - und plötzlich zappelte der Ball im Netz. Der Rest war Jubel, Schulterklopfen und ein leicht ungläubiges Grinsen. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Metzger hinterher, "aber der Ball hatte seine eigene Meinung."

Der TSV Hoffenheim besiegte am 5. Spieltag der Regionalliga A den SV Linx verdient mit 2:0 (1:0). 4311 Zuschauer sahen ein Spiel, das kein Feuerwerk war, aber doch genug Funken sprühte, um die Finger warmzuhalten. Linx stemmte sich tapfer gegen die technisch überlegenen Hoffenheimer, doch am Ende fehlte den Gästen aus dem Ortenaukreis die Durchschlagskraft - und vielleicht auch ein bisschen Glück.

Von Beginn an machte Hoffenheim klar, wer die Hausherren sind. Schon in der 3. Minute prüfte Giuseppe Guarano den Linxer Keeper Oscar Haase, der sich mit einem beherzten Hechtsprung in die Schlagzeilen warf. "Ich hab gedacht, der kommt nie runter", flachste ein Zuschauer auf der Haupttribüne. Danach kombinierte die TSG munter, ließ Ball und Gegner laufen und kam immer wieder gefährlich vors Tor. 17 Torschüsse im gesamten Spiel sprechen eine deutliche Sprache - Linx brachte es auf deren sieben. Ballbesitz 57 zu 43 Prozent, Zweikampfquote 55 zu 45 - Statistikfreunde hatten ihre Freude.

Doch trotz aller Überlegenheit dauerte es bis zur 42. Minute, ehe Hoffenheim das 1:0 erzielte. Petar Dukic, 19 Jahre jung und quirlig wie ein Espresso, leitete über rechts ein, Metzger zog ab, Haase streckte sich vergeblich. "Das war so ein Schuss, bei dem du sofort weißt, dass du ihn nicht kriegst", seufzte der Linxer Torwart später, "aber wenigstens sah’s im Fernsehen gut aus."

Nach der Pause versuchte Linx, mutiger zu werden. Trainer Michal Dickschat stellte offensiver, brachte in der 70. Minute den jungen Eduardo Henrico für Abwehrrecke Joshua Gebhardt - ein klares Signal. Und tatsächlich, die Gäste hatten eine kleine Drangphase. Detlev Miller und Wolfgang Seitz prüften Hoffenheims Keeper Tommaso Aiello, der allerdings so sicher stand, als wäre er festgeschraubt. "Ich hab ihm gesagt, er soll einfach stehen bleiben, dann trifft ihn der Ball schon", witzelte Hoffenheims Kapitän Jan Kozel nach dem Spiel.

In der 69. Minute machte Hoffenheim den Sack zu. Markus Block legte von links quer, Liam Herrmann zog trocken ab - 2:0. Ein Treffer, so unspektakulär wie effektiv. "Das war einfach ein schöner Sonntagsschuss an einem Montagabend", lachte Herrmann. Danach plätscherte die Partie ein wenig dahin. Linx versuchte es noch mit wütendem Pressing, kassierte aber stattdessen eine Gelbe Karte: Bernt Kühne sah in der 88. Minute Gelb, nachdem er Kozel etwas zu deutlich zeigte, was er von dessen Ballkontrolle hielt.

Taktisch blieb Hoffenheim über 90 Minuten bei seiner ausgewogenen Marschroute - kein wildes Pressing, kein blindes Anrennen, sondern ruhiger Aufbau, sichere Pässe, gezielte Abschlüsse. Linx hingegen stellte zum Schluss auf Offensive um, erhöhte Einsatz und Aggressivität, doch der Erfolg blieb aus.

"Wir haben diszipliniert gespielt und die jungen Spieler haben gezeigt, dass sie Verantwortung übernehmen können", lobte Hoffenheims Trainer nach der Partie - ein Satz, der so oder so ähnlich in jedes Phrasenschwein passt, aber in diesem Fall durchaus stimmte.

Linx-Coach Dickschat wirkte dagegen leicht zerknirscht, blieb aber fair: "Hoffenheim war heute einfach cleverer. Wir hatten unsere Chancen, aber Aiello hatte wohl magnetische Handschuhe."

Während die Hoffenheimer Fans ihre Mannschaft mit warmem Applaus verabschiedeten, sah man bei Linx ein paar gesenkte Köpfe - und vielleicht den einen oder anderen Gedanken an den kommenden Gegner, der hoffentlich weniger effektiv ist.

Unterm Strich war es ein verdienter Sieg für den TSV Hoffenheim, der mit jugendlichem Elan und klarem Kopf auftrat. Zwei Tore, kein Gegentor, drei Punkte - die Bilanz eines Abends, an dem nicht alles glänzte, aber vieles stimmte.

Oder, wie es ein älterer Fan am Bierstand formulierte: "Wenn die Buben so weitermachen, brauch ich bald ’ne Sonnenbrille - vor lauter Zukunft."

06.03.643987 07:40
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Ich bin Idealist. Wenn das Leben nicht so teuer wäre, würde ich alles umsonst machen.
Peter Neururer
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