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Hohenstein siegt 1:0 - Karlsson macht den Unterschied

Landesliga 6 | 6. Spieltag | 16.08.26 | VfL Hohenstein - TSV Obergimpern 1:0

Es war 20.15 Uhr, als der VfL Hohenstein am Sonntagabend vor 2067 Zuschauern in den 6. Spieltag der Landesliga 6 startete. Es war ebenfalls 20.15 Uhr, als der TSV Obergimpern vermutlich beschloss, den Abend möglichst unangenehm zu gestalten. Am Ende behielt Hohenstein mit 1:0 die Oberhand - verdient, aber keineswegs nervenschonend.

Trainer Sascha Liebl hatte seine Mannschaft offensiv ausgerichtet und über die Flügel nach vorne geschickt. Die Botschaft war früh erkennbar: Hohenstein wollte nicht lange über die Möglichkeiten des Abends diskutieren, sondern sie gleich ausprobieren. Bereits in der zweiten Minute prüfte Gunborg Karlsson Obergimperns Torwart Wilhelm Arndt. Zwei Minuten später antwortete Ernst Foerster für die Gäste. Ein kurzer Hinweis darauf, dass Obergimpern nicht nur zum höflichen Händeschütteln angereist war.

Danach übernahm jedoch der VfL. Karlsson tauchte immer wieder gefährlich auf, Volker Schön lauerte im Zentrum, Daniel Devereux und Kurt Fleischer schoben über die Außen nach. Hohenstein spielte mit ausgewogenem Passspiel, aber klarer Richtung: nach vorne. Obergimpern blieb offensiv eingestellt, verzichtete allerdings auf aktives Pressing. Das war taktisch eine Entscheidung - und angesichts der Spielanteile möglicherweise nicht die glücklichste.

In der zehnten Minute fiel schließlich das Tor des Abends. Schön legte für Karlsson auf, und die 19-jährige Angreiferin vollendete zum 1:0. Es war der Treffer, der das Spiel lange prägen sollte. Karlsson hatte bereits zuvor mehrfach angeklopft; irgendwann musste man ihr wohl einfach die Tür öffnen.

"Ich habe darauf gewartet, dass der Ball endlich dort landet, wo ich ihn haben wollte", sagte Karlsson in einer szenisch nachempfundenen Gesprächsszene nach dem Spiel. "Volker hat ihn perfekt vorbereitet." Schön wiederum soll mit einem Grinsen erwidert haben: "Bei einem Assist kann man sich wenigstens einreden, man hätte das Tor selbst geschossen."

Die Gäste ließen sich vom Rückstand nicht völlig entmutigen. Foerster, Patrik Kirchner und Liam Freitag sorgten im ersten Durchgang mit einzelnen Abschlüssen für Unruhe. Doch Hohenstein blieb die deutlich aktivere Mannschaft. Zur Pause stand es 1:0, und wer auf den Statistikbogen blickte, musste feststellen: Der VfL hatte nicht nur mehr Ballbesitz, sondern auch deutlich mehr Ideen. 56,7 Prozent der Zeit lag der Ball bei den Gastgebern, Obergimpern kam auf 43,3 Prozent.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Grundbild wenig. Hohenstein blieb offensiv, suchte weiter die Flügel und kam zu weiteren Chancen. Elias Petersen prüfte Arndt mehrfach, Schön blieb im Zentrum präsent, Karlsson war weiterhin kaum zu übersehen - weder für die Gästeabwehr noch für die Zuschauer. Insgesamt brachte der VfL 20 Torschüsse zustande, Obergimpern lediglich fünf. Das ist ein Verhältnis, bei dem selbst ein besonders optimistischer Taschenrechner irgendwann auf Heim胜? No, need German. "Heimsieg" tippt.

Allerdings verpasste Hohenstein die Entscheidung. Genau darin lag die Spannung dieses Spiels. Ein zweites Tor hätte vieles erleichtert, doch der VfL schien mitunter entschlossen, seinen Anhängern bis zum Schluss ein vollständiges Herz-Kreislauf-Programm zu bieten. In der 59. Minute sah Obergimperns Tom Klose Gelb, in der 77. Minute folgte Hohensteins Devereux. Liebl reagierte zudem mit Wechseln, unter anderem kam Niels Thiel in der 83. Minute für Karlsson.

In der Schlussphase meldete sich Obergimpern noch einmal. Ahmet Sükür und Foerster kamen zu Abschlüssen, ohne den Ausgleich zu erzwingen. Hohenstein stellte taktisch auf eine ausgewogenere Ausrichtung um, erhöhte dafür den Einsatz. Der Plan ging auf: Der knappe Vorsprung hielt bis zum Abpfiff.

"Wir hätten das Spiel früher beruhigen können", lautete Liebls sinngemäße Einschätzung in der nachgestellten Szene. "Aber manchmal gehört es offenbar zum Fußball, dass ein 1:0 länger lebt als einem lieb ist."

So blieb Karlssons Treffer der einzige - und Hohenstein durfte sich über drei Punkte freuen. Obergimpern nahm vor allem die Erkenntnis mit, dass fünf Torschüsse für einen Auswärtssieg eher die schmale statistische Grundlage bilden. In Hohenstein dagegen wird man sich fragen, warum ein so überlegen geführtes Spiel unbedingt bis zur letzten Minute spannend bleiben musste. Die Antwort kennt der Fußball. Er verrät sie nur selten.

17.08.2026 20:54
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Da kam dann das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief's ganz flüssig.
Paul Breitner
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