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Hohenstein stiehlt Bremen spät den Abend

Landesliga 6 | 7. Spieltag | 17.08.26 | OT Bremen - VfL Hohenstein 0:1

OT Bremen hatte am Montagabend vieles vor - nur offenbar nicht, ein Tor zu schießen. Vor 2278 Zuschauern unterlag die Mannschaft am 7. Spieltag der Landesliga 6 dem VfL Hohenstein mit 0:1 (0:0). Der entscheidende Treffer fiel in der 85. Minute. Silvestre Pauleta traf nach Vorarbeit von Manfred Mai und machte damit aus einem zähen Fußballabend doch noch eine Geschichte.

Anstoß war um 20.15 Uhr, also zu einer Uhrzeit, zu der normale Menschen langsam über den zweiten Tee nachdenken und Fußballer in der Landesliga noch große taktische Pläne schmieden. Hohenstein setzte diese Pläne von Beginn an energischer um. Bereits in der 3. Minute prüfte Yves Bernard die Bremer Defensive, kurz darauf legten Daniel Devereux und erneut Bernard nach. Nick Meier schaltete sich in der 7. Minute ein - und sollte an diesem Abend noch häufiger auf das Bremer Tor zielen als mancher Zuschauer auf die Würstchenbude.

OT Bremen benötigte etwas Anlauf. In der 11. Minute gab Fynn Ullrich den ersten Bremer Torschuss ab, doch Hohensteins Torwart Bruno Miguel blieb Herr der Lage. Die Gäste hatten mehr Ballbesitz, insgesamt 55,42 Prozent, und wirkten in den Zweikämpfen ebenfalls etwas griffiger. Die Quote von 54,77 Prozent erklärte, warum der VfL häufig den entscheidenden Fuß dazwischen bekam. Bremen kam auf 44,58 Prozent Ballbesitz - genug, um mitzureden, aber nicht genug, um das Gespräch zu dominieren.

Hohenstein blieb offensiv hartnäckig. Gunborg Karlsson versuchte es in der 15., 25. und 32. Minute, Volker Schön prüfte Herbert Maier im Bremer Tor mehrfach. Auch Sean Barrymore, seines Zeichens Innenverteidiger, wollte in der 35. Minute offenbar nicht länger warten, bis die Stürmer ihre Arbeit erledigten. Tore fielen nicht. Zur Pause stand es 0:0, und die Stadionuhr sah aus, als hätte sie selbst den Überblick verloren.

"Wir wussten, dass wir geduldig bleiben müssen", sagte VfL-Trainer Sascha Liebl nach dem Spiel sinngemäß. "Geduld ist im Fußball normalerweise das, was man predigt, wenn die Chancen schon längst hätten genutzt werden müssen." Tatsächlich gab Hohenstein 21 Torschüsse ab, OT Bremen lediglich neun. Die Gäste hatten also reichlich Anläufe - und zunächst dieselbe Ausbeute wie Bremen: keine.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Grundbild wenig. Hohenstein spielte weiter offensiv, suchte mit kurzen Pässen die Lücken und erhöhte in der Schlussphase sichtbar den Druck. Nick Meier tauchte wiederholt gefährlich auf, Volker Schön und Pauleta blieben ebenfalls aktiv. Bremen hielt dagegen, musste aber zunehmend tiefer stehen. Patrik Maurer sah in der 48. Minute Gelb, Martin Peters folgte in der 76. Minute. Das Spiel wurde nicht unfair, aber es bekam jene knisternde Note, die Fußballspiele gern annehmen, wenn die Uhr gegen die Heimmannschaft arbeitet.

In der 81. Minute musste Kurt Fleischer verletzt vom Feld. Manfred Jacob kam für ihn ins Spiel. Die Bremer hofften vermutlich, dass diese Unterbrechung den Gästen den Rhythmus nehmen würde. Sie nahm ihn ihnen nicht.

Vier Minuten später schlug Hohenstein zu. Pauleta, zentral im Mittelfeld aufgeboten, vollendete die entscheidende Aktion nach Mai-Pass zum 1:0. Kein Feuerwerk, kein Torfestival - nur der eine Moment, der in solchen Spielen den Unterschied macht. "Ich dachte kurz, der Ball sei noch unterwegs", soll Pauleta mit einem Lächeln gesagt haben. "Dann war er plötzlich drin. Das ist eine angenehme Form von Überraschung."

OT Bremen warf in der Schlussphase alles nach vorn. Volker Breuer, Marko Adler, Julian Hermann und Martin Peters suchten den Ausgleich, doch Miguel und seine Vorderleute hielten stand. Hohenstein wechselte in der 90. Minute noch Stefan Hermann und Sebastian Schwarz ein, während Bremen vergeblich am späten Ausgleich arbeitete.

So blieb es beim 0:1. Hohenstein nahm drei Punkte mit, Bremen immerhin die Erkenntnis, dass neun Torschüsse für einen Sieg nicht reichen, wenn der Gegner 21 sammelt - und einer davon ausgerechnet in der 85. Minute sitzt. unerquicklich, aber effektiv: Fußball kann manchmal erstaunlich wenig erklären und trotzdem sehr deutlich rechnen.

17.08.2026 20:55
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