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Oberliga F | 7. Spieltag | 30.10.26 | Hohenwestedt - VfL Pfullingen 1:0 Um 20.15 Uhr ging es los, und Hohenwestedt machte früh klar, dass der Freitagabend nicht für gemütliches Abtasten reserviert war. Shefki Riihilahti prüfte Pfullingens Torhüter bereits in der 13. Minute, zwei Minuten später tauchte Kurt Noll gefährlich auf. Beim dritten Versuch war es dann so weit: In der 15. Minute traf Noll zur Führung, vorbereitet von Max Boyle. 1:0 - und damit zugleich das Endergebnis. Fußball kann manchmal eine erstaunlich sparsame Kunstform sein. "Ich dachte kurz, wir hätten heute mehrere Tore verdient", soll Noll nach dem Abpfiff mit einem Grinsen gesagt haben. "Dann fiel mir ein, dass eines reicht." Eine bemerkenswert effiziente Erkenntnis, zumal der rechte Angreifer anschließend weiter auf das Tor schoss, als habe er mit dem Pfosten eine private Fehde begonnen. Hohenwestedt blieb druckvoll. Benyamin Weller, Hermann Kramer und Antonio Bernal suchten den Abschluss, Noll gleich mehrfach. In der 24., 38., 42., 43. und 61. Minute gehörte der Ball jeweils der Heimmannschaft - zumindest in der Statistik. Pfullingen durfte sich allerdings zugutehalten, nicht völlig verschwunden zu sein. Johann Renner gab in der 37. Minute den ersten Torschuss der Gäste ab, Karl Weller folgte eine Minute später. Mehr kam offensiv nicht zustande. Zwei Torschüsse über 90 Minuten: Das ist weniger Angriffswelle als höfliches Anklopfen. "Wir wollten kontrolliert spielen und auf unsere Chancen warten", erklärte VfL-Trainer Günter Thiede sinngemäß. Das gelang vor allem beim Warten. Beim Erzeugen der Chancen blieb die Mannschaft dagegen auffallend zurückhaltend. Pfullingen agierte taktisch durchgehend ausgewogen, spielte ohne aktives Pressing und setzte auf sichere Abschlüsse. Hohenwestedt tat dasselbe - nur mit deutlich mehr Nachdruck und einer beneidenswerten Bereitschaft, aus beinahe jeder Lage zu schießen. Nach der Pause setzte sich das Bild fort. Hohenwestedt hatte mehr Ball, gewann 58,2 Prozent der Zweikämpfe und hielt Pfullingen weitgehend vom eigenen Strafraum fern. Kramer, Bernal, Weller und Riihilahti sorgten für weitere Abschlüsse. Der Gast verteidigte diszipliniert, sammelte aber auch drei Verwarnungen: Olav Keil sah in der 47. Minute Gelb, Karl Wegener in der 80. und Uwe Mayer in der 87. Minute. Hohenwestedt blieb ohne Karte - ein Zeichen dafür, dass man auch mit voller Kontrolle nicht zwingend laut werden muss. In der 68. Minute wurde Tim Kirsch verletzungsbedingt ausgewechselt, Sergio Semprun kam für ihn ins Spiel. Danach versuchte Pfullingen noch einmal, das Spiel offener zu gestalten. Doch selbst in der Nachspielzeit - Riihilahti schoss in der 95. Minute noch einmal - blieb die Führung ungefährdet. "Am Ende war es unnötig spannend", hätte ein Hohenwestedter Zuschauer auf der Tribüne sagen können. Und genau darin lag die kleine Absurdität dieses Abends: 17:2 Torschüsse, mehr Ballbesitz, mehr Zweikämpfe - und trotzdem kollektives Zittern bis zum Schlusspfiff. Hohenwestedt nimmt drei Punkte mit. Pfullingen die Erkenntnis, dass man auch mit einer ausgeglichenen Taktik irgendwann ein Tor schießen muss. Sonst bleibt selbst der vorsichtigste Plan nur ein sehr ordentlich sortierter Weg zur Niederlage. 31.10.2026 11:31 |
Sprücheklopfer
Wenn wir kein Tor machen, können wir nicht einmal in Kaiserslautern gewinnen.
Aleksandar Ristic