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Hollage verschenkt Sieg in letzter Minute - 1:1 gegen TuS Jöllenbeck

Es war einer dieser Abende in Hollage, an denen der Fußball wieder einmal bewies, dass er mehr Dramaturgie hat als jede Netflix-Serie. Flutlicht, 2.011 frierende, aber lautstarke Zuschauer, und zwei Teams, die sich 90 Minuten lang nichts schenkten. Am Ende stand ein 1:1, das sich für die Gastgeber eher wie eine Niederlage anfühlte - und für Jöllenbeck wie ein kleiner Sieg.

Hollage begann mit kontrollierter Offensive, Ballbesitz leicht über 53 Prozent, aber ohne den ganz großen Zug zum Tor. Dann, in der 21. Minute, ein Moment, der das Stadion aufweckte: Kevin Scholz, Innenverteidiger und offenbar Teilzeit-Regisseur, schickte einen butterweichen Pass auf Gerhard Hirsch. Der zog von links nach innen, ließ einen Gegenspieler stehen und schob überlegt ins lange Eck. 1:0 - die Fans jubelten, Hirsch breitete die Arme aus, als wolle er sagen: "Na, geht doch!"

"Wir haben genau das trainiert - endlich ist einer mal so durchgelaufen, wie ich’s mir vorstelle", grinste Trainer Müller nach dem Spiel und klopfte Hirsch anerkennend auf die Schulter. In der ersten Halbzeit ließ Hollage den Ball laufen, als sei er an einer unsichtbaren Leine befestigt. Jöllenbeck dagegen versuchte es mit jugendlicher Wucht: gleich drei Schüsse aufs Tor in den ersten zehn Minuten, unter anderem durch den 19-jährigen Vincent Berglund. Doch Torwart Leon Voigt hielt, was zu halten war, und winkte nach einem besonders wuchtigen Versuch nur lässig ab: "War der Ball oder eine Kanonenkugel?"

Nach der Pause drehte sich das Spiel. "Ich hab ihnen gesagt: Jetzt oder nie", verriet TuS-Trainer Peer Chamier später. Seine Jungs verstanden die Botschaft. Während Hollage zunehmend defensiv verwaltete, starteten die Gäste eine Schussorgie: fünf Torschüsse allein zwischen der 51. und 65. Minute. Ronald Keil, 18 und mit mehr Selbstvertrauen als Rasiererfahrung, prüfte Voigt mehrfach - doch der Schlussmann blieb zunächst der Turm in der Hollager Abwehr.

Dann kam die 84. Minute. Jöllenbeck, längst im Vollgasmodus, warf alles nach vorn. Marc Haag flankte präzise von links, Roger Williamson lauerte, sprang höher als Scholz und köpfte wuchtig ein. 1:1 - und plötzlich war es still im Stadion, abgesehen vom mitgereisten Dutzend Jöllenbeck-Fans, die sich anhörten, als wären sie hundert. "Ich hab nur gedacht: Endlich! Wir haben uns das so was von verdient", schnaufte Williamson später, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte.

Hollage versuchte noch einmal, sich aufzubäumen. In der 89. Minute hatte Benyamin Kraft die große Chance zur Revanche, doch sein Schuss aus spitzem Winkel ging knapp vorbei. "Wenn der reingeht, reden wir hier über einen Heimsieg", murmelte ein Fan auf der Tribüne, während er den letzten Schluck Glühwein nahm.

Die Statistiken untermauern den Eindruck: Jöllenbeck mit 15 Torschüssen zu Hollages 7, dazu leicht unterlegen beim Ballbesitz, aber aggressiver und mit vollem Einsatz. Hollage dagegen wirkte nach dem Seitenwechsel zu vorsichtig - als hätte man Angst, das schöne 1:0 kaputtzumachen. Am Ende kam genau das dabei heraus: ein kaputtes Ergebnis.

"Wir wollten das clever runterspielen", sagte Hollages Coach nachdenklich. "Leider waren wir dabei etwas zu clever." Kollege Chamier grinste bei dieser Aussage nur und meinte trocken: "Wir haben einfach weitergespielt."

Ein Lob gebührt in jedem Fall dem jungen Jöllenbecker Team: Mit Spielern wie Keil (18), Berglund (19) und Bartsch (19) zeigte der TuS, dass Mut manchmal mehr wert ist als Routine. Die Einwechslungen in der 76. Minute - Costa und Bartsch kamen für Petersen und Herrmann - brachten frischen Wind, und genau dieser Wind blies Hollage am Ende den Sieg davon.

So bleibt das 1:1 ein gerechtes, wenn auch emotional unbefriedigendes Ergebnis. Hollage darf sich über eine gute erste Halbzeit freuen, Jöllenbeck über eine starke zweite. Und die Zuschauer? Die gingen nach 90 Minuten zwar mit kalten Füßen, aber warmem Herzen nach Hause - immerhin hatten sie alles gesehen, was Amateurfußball so großartig macht: Einsatz, Leidenschaft, ein bisschen Chaos und ein Tor in der Schlussphase.

Oder, wie es ein älterer Herr am Ausgang formulierte: "Schöner Fußballabend. Nur das Ergebnis - das hätte ruhig etwas parteiischer sein dürfen."

11.07.643987 16:13
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Was soll man schon erwarten? Der hat früher immer Dynamo Ost-Berlin zum Titel gepfiffen.
Otto Rehhagel über einen Schiedsrichter
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