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Europaliga Qualifikation | 2. Runde - Rückspiel | 21.09.26 | Holyhead Blues - AC Neapel 0:0 Um 19 Uhr pfiff der Unparteiische die Partie an, und Neapel machte sofort klar, dass der Abend nicht als gemütlicher Betriebsausflug geplant war. Die Italiener griffen bevorzugt über die Flügel an, suchten den direkten Weg nach vorne und schickten ihre Angreifer früh auf die Reise. Juan Pablo Gomes prüfte in der fünften Minute erstmals die Defensive der Blues. Zwei Minuten später antwortete Henry Long, als wolle er höflich daran erinnern, dass auch Holyhead anwesend war. Danach entwickelte sich ein Spiel, das taktisch durchaus nachvollziehbar, für Freunde des gepflegten Toreschießens jedoch stellenweise eine Zumutung war. Neapel blieb offensiv ausgerichtet, spielte mit hoher Aggressivität und setzte auf sichere Abschlüsse. Holyhead lauerte defensiver auf Konter. Trainer Jürgen Steinmetz hatte offenbar beschlossen, seine Mannschaft nicht mit überflüssiger Hektik zu belasten. "Wir wollten geduldig bleiben und auf den richtigen Moment warten", sagte Steinmetz nach dem Schlusspfiff. "Am Ende hat der richtige Moment leider Urlaub gemacht." Die Blues kamen in der Anfangsphase immerhin zu Chancen. Thierry Barnier versuchte sich in der achten Minute, Nicolaas Metternich drei Minuten später. Doch gegen die gut sortierte Neapler Hintermannschaft blieb es bei höflichen Annäherungsversuchen. Auf der anderen Seite setzte Gomes nach und beschäftigte die Gastgeber weiter. Christopher Gady, Tyler O’Halloran und Eugenio Di Iorio reihten sich bis zur Pause in die Schussliste ein. Nach 45 Minuten stand es 0:0 - und die Stadionlautsprecher hätten eigentlich schon einmal beruhigende Musik für ungeduldige Zuschauer spielen können. Neapel hatte bis dahin deutlich mehr Torgefahr entwickelt. Insgesamt kamen die Gäste auf 16 Torschüsse, während Holyhead sieben Abschlüsse verzeichnete. Trotzdem besaßen die Blues mit 51,35 Prozent etwas mehr Ballbesitz. Ein bemerkenswertes Zahlenkunststück: Holyhead hatte den Ball häufiger, Neapel offenbar die besseren Ideen, was man mit ihm anfangen könnte. Kurz nach Wiederbeginn prüfte Antonio Mascarenhas die Gastgeber, ehe Frank Schrader in der 53. Minute für Holyhead abschloss. In der 61. Minute wechselte Steinmetz Vladimir Kafka für Schrader ein. Kafka sorgte später mit Versuchen in der 67. und 81. Minute noch für Unruhe, allerdings eher im gegnerischen Strafraum als auf der Anzeigetafel. "Ich hatte das Gefühl, dass einer irgendwann reingeht", sagte Kafka. "Leider war dieser irgendwann nicht heute." Neapel erhöhte im letzten Drittel den Druck. O’Halloran schoss in der 68., 74. und 82. Minute, Di Iorio versuchte es mehrfach, Gomes und Gady legten nach. Doch Milan Majak im Tor der Blues und seine Vorderleute hielten stand. Holyhead kam durch Agustin Arroyo in der 84. Minute noch zu einem seltenen Vorstoß. Dann verstrich auch die Nachspielzeit, ohne dass jemand den Fußballgott zu einer Entscheidung bewegen konnte. Mascarenhas sah in der 27. Minute Gelb, Barnier in der 96. Minute. Mehr Karten gab es nicht - immerhin ein kleiner Beweis, dass dieser Abend nicht völlig aus dem Ruder lief. Neapel gewann 54,27 Prozent der Zweikämpfe, Holyhead blieb mit 45,73 Prozent dahinter. Giovanni Diaco konnte dem Remis dennoch etwas abgewinnen: "Wir haben Druck gemacht und Chancen gehabt. Der Ball wollte heute einfach nicht mit uns sprechen." Vielleicht lag genau darin das Problem: Beide Mannschaften redeten viel mit dem Ball. Zuhören wollte er offenbar keinem. 21.09.2026 20:05 |
Sprücheklopfer
Der Jürgen ist ein Weltmann. Er war ja immer ein Gegenpool zu mir.
Lothar Matthäus über Jürgen Klinsmann