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Hradec Kralove überrollt Strakonice nach der Pause

Es war ein kalter Januarabend in Strakonice, aber auf dem Rasen brannte es lichterloh - zumindest auf einer Seite. Vor 31.040 Zuschauern im Stadion ließ Hradec Kralove dem SK Strakonice am 6. Spieltag der 1. Liga Tschechien keine Chance und siegte hochverdient mit 3:0 (0:0). Dass das Ergebnis am Ende so deutlich ausfiel, lag an einer zweiten Halbzeit, in der die Gäste Fußball zelebrierten, während Strakonice nur noch hinterherlief.

Trainer Markus Falb hatte sein Team defensiv eingestellt, "wir wollten kompakt stehen und dann über lange Bälle Nadelstiche setzen", erklärte er später. Das funktionierte - sagen wir - eine Halbzeit lang. Hradec spielte zwar von Beginn an mit offenem Visier, feuerte schon in den ersten Minuten durch Ewan Rushton (5.) und Miroslav Rukavina (6.) die ersten Warnschüsse ab, doch Torwart Roman Koci hielt, was zu halten war. Strakonice verteidigte mit Leidenschaft, manchmal auch mit einem leichten Hang zur Verzweiflung. "Ich habe irgendwann nur noch gebrüllt: raus mit dem Ding!", lachte Innenverteidiger Jacob Morriss nach dem Spiel.

Trotz 18:4 Torschüssen und fast 60 Prozent Ballbesitz blieb es zur Pause beim 0:0 - nicht zuletzt, weil Kian Cromwell und Vicente Zorrilla ihre frühen Chancen liegen ließen. "Wir wussten, irgendwann fällt einer rein", meinte Gästecoach Thomas Michael Rinesch später abgeklärt. Und er sollte recht behalten.

Kaum hatte der zweite Durchgang begonnen, war die Geduld der Gäste zu Ende: In der 46. Minute legte Morten Johannessen mustergültig von rechts quer, und Cromwell schob aus kurzer Distanz zum 0:1 ein. Noch ehe Strakonice sich davon erholte, klingelte es erneut: Nur vier Minuten später erhöhte Zorrilla nach Zuspiel von Rukavina auf 0:2 - ein Doppelschlag, der die Hausherren sichtbar lähmte.

Die Körpersprache der Spieler sprach Bände: Hängende Köpfe bei Strakonice, fliegende High-Fives bei Hradec. Trainer Falb reagierte, brachte in der 42. Minute schon Lukas Baros für den angeschlagenen Ivan Vlaovic - eine Maßnahme, die unfreiwillig früh kam, nachdem Vlaovic nach einem Zweikampf liegen geblieben war. "Er hat einen Schlag aufs Knie bekommen, wir wollten kein Risiko eingehen", erklärte Falb. Später folgten weitere Wechsel, die jedoch am Spielverlauf wenig änderten.

Die Gäste spielten weiter nach vorn, elegant, effizient und mit einer fast britischen Direktheit. Es war, als hätte jemand den Hebel auf "Dauerangriff" gestellt. In der 84. Minute setzte Cromwell den Schlusspunkt - wieder nach einem klugen Pass, diesmal von Rushton. 0:3, und die Fans aus Hradec sangen sich die Kälte aus den Jacken.

"Ich glaube, wir hätten heute auch mit verbundenen Augen getroffen", scherzte Doppeltorschütze Cromwell, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde. "Das war eine dieser Nächte, in denen einfach alles klappt." Sein Trainer Rinesch lobte ihn mit einem Augenzwinkern: "Er hat endlich mal gemacht, was ich ihm seit Wochen sage - den Ball aufs Tor bringen, statt Selfies mit ihm zu machen."

Bei Strakonice hingegen herrschte Ernüchterung. Markus Falb sprach von "einem Lernprozess" und davon, dass sein junges Team "noch wachsen" müsse. Tatsächlich war der Altersdurchschnitt auf dem Feld deutlich niedriger als der der Gäste, was man in den entscheidenden Phasen auch sah. Florent Van Garsse, einer der erfahreneren Spieler, holte sich in der 69. Minute noch Gelb ab - sinnbildlich für den wachsenden Frust.

Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: 18 Schüsse auf das Tor für Hradec, nur vier für Strakonice. 60 Prozent Ballbesitz für die Gäste, die in jeder Hinsicht reifer und abgeklärter wirkten. Selbst in den Zweikämpfen lag Hradec mit rund 57 Prozent Erfolgsquote vorne.

Nach Schlusspfiff applaudierten die Heimfans trotzdem - vielleicht aus Trotz, vielleicht aus Respekt. "Das war nicht unser Tag", seufzte Falb, "aber ich kann der Mannschaft den Willen nicht absprechen." Ein Journalist fragte ihn, ob er aus der Niederlage etwas Positives ziehe. Falb grinste müde: "Ja, wir haben jetzt 90 Minuten Videomaterial, wie man es besser macht."

Und so verabschiedete sich Strakonice mit gesenkten Köpfen, während Hradec Kralove jubelnd in die Kabine verschwand. Drei Punkte, drei Tore, ein Statement. Wenn die Gäste so weitermachen, wird man in dieser Liga noch öfter von ihnen hören - und die Gegner wohl noch öfter stöhnen.

Ein Abend, der zeigte: Fußball ist manchmal gnadenlos einfach - wer schießt, gewinnt. Und wer es nicht tut, schreibt die Schlagzeilen eben über den anderen.

18.03.643987 01:50
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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