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Hradec Kralove zerlegt Sparta Krc - ein 5:0 mit Ansage und Augenzwinkern

Wenn Hradec Kralove am 5. Spieltag der tschechischen 1. Liga zur Abendstunde zum Heimspiel bittet, dann darf man neuerdings Spektakel erwarten. 21.679 Zuschauer im Stadion bekamen jedenfalls ein Fußballfest serviert, das kaum Fragen offenließ - außer vielleicht die, ob Sparta Krc seine Abwehr beim Anpfiff versehentlich in der Kabine gelassen hatte. Am Ende hieß es 5:0 (3:0) für Hradec, und das war in jeder Hinsicht so deutlich, wie es klingt.

Schon früh legte die Elf von Trainer Thomas Michael Rinesch den Vorwärtsgang ein. Nach gerade einmal 14 Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Morten Johannessen, der rechte Mittelfeldmotor, traf nach Vorarbeit von Innenverteidiger Taylor Hannigan. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Johannessen später, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne." So kann man es natürlich auch nennen.

Sparta Krc hingegen wirkte von Beginn an, als hätte man beim Warmmachen lieber Sudoku gespielt. Drei Torschüsse in 90 Minuten sprechen Bände. Der Ballbesitz war zwar mit 49 Prozent fast ausgeglichen, doch wer nur verwaltet, während der Gegner arbeitet, bekommt eben die Quittung.

In der 41. Minute erhöhte Kian Cromwell mit einem satten Linksschuss auf 2:0 - Miroslav Rukavina hatte mustergültig vorbereitet. Kaum war der Jubel verklungen, klingelte es gleich wieder: Nur eine Minute später stand Vicente Zorrilla goldrichtig und schob nach erneutem Rukavina-Zuspiel zum 3:0 ein. Sparta Krcs Torhüter Gianluigi Motta griff sich frustriert die Handschuhe. "Ich hab sie extra neu gekauft", murmelte er Richtung Ersatzbank, "aber vielleicht waren’s die falschen."

Mit diesem Pausenstand war die Messe gelesen, doch Hradec Kralove hatte noch nicht genug. Nach dem Seitenwechsel brachte Rinesch mit Alessio Canna frische Stabilität in die Abwehr - und vorne feuerte die Offensive weiter aus allen Lagen. Insgesamt 16 Torschüsse ließen keinen Zweifel, wer hier das Spiel bestimmte. In der 53. Minute durfte dann auch Antonio Garcia jubeln. Wieder war Rukavina der Architekt, wieder hatte Sparta Krc das Nachsehen.

Rinesch, der an der Seitenlinie meist aussieht, als würde er innerlich Schach spielen, blieb diesmal erstaunlich gelassen. "Wir haben offensiv trainiert, defensiv gebetet - heute hat beides funktioniert", sagte er trocken nach dem Spiel.

Das 5:0 in der 86. Minute war schließlich die Kirsche auf der ohnehin üppigen Torte. Ewan Rushton, der unermüdliche Linksaußen, jagte den Ball nach Pass von Verteidiger Jaime Nani in den Winkel. Nani kassierte kurz zuvor noch Gelb - offenbar als kleine Erinnerung daran, dass er auch im Notizblock des Schiedsrichters vorkommen wollte. "Ich wollte nur sicherstellen, dass meine Mutter mich im Fernsehen sieht", witzelte er später.

Sparta Krcs Trainer - dessen Name im Spielbericht wie ein Geheimnis blieb - wirkte nach dem Abpfiff wie ein Mann, der lieber in den Bus als in die Pressekonferenz wollte. Trotzdem stellte er sich den Fragen: "Wir haben das Spiel in allen Phasen kontrolliert - leider nur aus der Entfernung." Seine Spieler nickten betreten.

Statistisch gesehen war’s ein Lehrstück in Effizienz und Mut: Hradec mit leichtem Ballbesitzvorteil (50,9 Prozent), aber vor allem mit Zielstrebigkeit und 56 Prozent gewonnener Zweikämpfe. Sparta Krc dagegen mit zwei Gelben Karten (Thuringer und C. Browning), drei Torschüssen und einem Gesichtsausdruck, der sagte: "Darf’s bitte schnell vorbei sein?"

Als der Schlusspfiff ertönte, standen viele Zuschauer noch applaudierend auf. Nicht, weil sie überrascht waren, sondern weil sie wussten: So wollte man seine Mannschaft sehen - mutig, offensiv, frech. Vicente Zorrilla winkte lächelnd in die Kurve und rief einem Balljungen zu: "Heb den Ball gut auf, der hat heute Geschichte geschrieben."

Und während die Flutlichter langsam erloschen, blieb das Gefühl, dass Hradec Kralove an diesem Abend nicht einfach nur ein Spiel gewonnen, sondern ein Statement gesetzt hatte. Sparta Krc hingegen wird sich fragen müssen, ob "balanced alignment" vielleicht doch eher "zu wenig Bewegung" bedeutet.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen treffend sagte: "Das war kein Spiel - das war ein Konzert. Nur dass Sparta die Noten vergessen hat."

Ein bisschen hart, aber völlig zutreffend.

06.03.643987 09:20
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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