// Startseite
| Football Today |
| +++ Sportzeitung für England +++ |
|
|
|
Championship | 4. Spieltag | 20.09.26 | Hucknall Town - Hull Tigers 3:2 Dabei begannen die Gäste, als hätten sie die Anreise nicht zum Fußballspielen, sondern zum Überfall genutzt. Bereits in der 5. Minute schlug Ewan Caviness zu. Zuvor hatte der linke Angreifer schon zweimal auf das Tor gezielt - beim dritten Versuch fand der Ball schließlich den Weg ins Netz. Die Tigers führten, und ihre Anhänger konnten sich kurzzeitig mit der angenehmen Illusion beschäftigen, dieser Abend werde übersichtlich verlaufen. Hucknall dachte allerdings nicht daran, sich an die Dramaturgie der Gäste zu halten. Die Mannschaft von Trainer Maddes Kaiser trat offensiv auf, spielte mit ausgewogenem Passspiel und suchte vor allem geduldig nach der richtigen Gelegenheit. In der 29. Minute war sie da: Federico Floris legte auf, Daniel Winfield vollendete zum 1:1. Ein Treffer, der im Stadion eine Lautstärke erzeugte, bei der vermutlich selbst die Eckfahnen kurz vibrierten. "Wir wollten ruhig bleiben, obwohl Hull uns früh geweckt hat", sagte Kaiser später sinngemäß. "Daniel hatte heute offenbar beschlossen, die Verantwortung gleich im Dreierpack zu übernehmen." Der Trainer lächelte dabei so breit, dass man ihm die taktische Analyse beinahe abnahm. Nach der Pause wurde aus dem offenen Schlagabtausch ein Spiel für Menschen mit stabilen Nerven. Hucknall hatte zwar 57,5 Prozent Ballbesitz, doch Hull feuerte insgesamt zwölf Torschüsse ab - fünf mehr als die Gastgeber. Die Tigers spielten robust, teilweise sehr robust, und gewannen 53,3 Prozent ihrer Zweikämpfe. Fußball kann eben auch eine höfliche Umschreibung für "Bitte bleiben Sie sitzen, solange es nicht wehtut" sein. In der 62. Minute schlug erneut Winfield zu. Wieder war Floris beteiligt, wieder stand der Angreifer dort, wo ein Torjäger stehen muss: im Zentrum des Geschehens und vermutlich auch der gegnerischen Verzweiflung. Die Führung hielt allerdings genau zwei Minuten. Markus Weiss traf für Hull zum 2:2, vorbereitet von George Burton. Das Spiel hatte nun endgültig beschlossen, jede Form von Entspannung aus dem Stadion zu verbannen. Dann kam die 70. Minute. Luke Haddock spielte den Ball zu Winfield, und der 27-Jährige machte seinen Hattrick perfekt. 3:2 für Hucknall. Drei Tore, drei verschiedene Momente, ein ziemlich ungemütlicher Abend für Hulls Torhüter Luke Almond. "Beim dritten Treffer dachte ich nur: Bitte nicht schon wieder", hätte Almond nach dem Schlusspfiff sagen können. Die Datenlage nennt keinen solchen Satz, aber die Körpersprache war ausgesprochen eindeutig. Hull erhöhte in der Schlussphase den Druck, stellte auf aktives Pressing um und riskierte alles. Caviness blieb gefährlich, ebenso mehrere nachrückende Mittelfeldspieler. Doch Hucknall verteidigte mit vollem Einsatz und rettete den Vorsprung über die Zeit. Trainer Mathias Oergel brachte noch frische Kräfte, unter anderem Joseph Densham und Ashton Gow - allein, der Ausgleich blieb aus. So feierte Hucknall einen 3:2-Erfolg, der statistisch nicht zwingend, aber emotional vollkommen verdient wirkte. Und Daniel Winfield? Der durfte den Spielball mitnehmen. Wahrscheinlich musste er ihn nur kurz fragen, ob er noch weitere Treffer plane. 20.09.2026 21:10 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler