Football Today
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Hucknall Town dreht das Spiel - und die Stimmung im Stadion

Ein Abend, der in Hucknall wohl noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird. 27.000 Zuschauer sahen im heimischen Stadion, wie Hucknall Town nach einer zähen ersten Halbzeit zurückkam, sich in einen wahren Offensivrausch spielte und den favorisierten FC Southampton mit 3:2 (0:1) niederkämpfte. Trainer Maddes Kaiser grinste nach Abpfiff zufrieden in die Kameras: "Ich hab’ den Jungs in der Pause gesagt: Wenn ihr schon verlieren wollt, dann wenigstens mit Spaß. Offenbar haben sie mich wörtlich genommen."

Dabei hatte zunächst alles nach einem souveränen Auftritt der Gäste ausgesehen. Southampton kam mit breiter Brust und Pressinglaune, während Hucknall in den ersten 30 Minuten mehr damit beschäftigt war, den eigenen Strafraum zu verteidigen als den Ball zu fordern. Und als Manuel Tiago in der 26. Minute nach feinem Zuspiel von Billy Benett eiskalt vollstreckte, sah es so aus, als würde das Spiel den üblichen Verlauf nehmen: Favorit führt, Außenseiter läuft hinterher.

Doch wer Maddes Kaiser kennt, weiß, dass er kein Freund von Konventionen ist. In der Kabine muss es laut geworden sein - zumindest ließ sich aus der Mimik seiner Spieler beim Wiederanpfiff schließen, dass der Kaffee in der Pause wohl eher aus Adrenalin bestand. "Er hat uns angeschrien, aber irgendwie auch motiviert", lachte später Torschütze Ryan Carter. "Er meinte: ’Wenn ihr schon schwitzt, dann bitte für einen Grund!’"

Der Plan ging auf. Schon in der 54. Minute zündete Miroslav Kozacik den Dosenöffner, nachdem er sich auf der rechten Seite durchgetankt und den Ball humorlos in die Maschen gedroschen hatte. Nur fünf Minuten später legte Carter selbst nach, nach einem herrlichen Pass von Linksverteidiger Mordechai Greenberg - der kurz darauf ausgewechselt wurde, wohl um sich für den Assist feiern zu lassen.

Kurz keimte Hoffnung bei den Gästen auf, als Manuel Tiago in der 62. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends den Ausgleich erzielte. "Da dachte ich: Jetzt kippt’s wieder", gab Southampton-Trainer Michael Böning zu. "Aber Hucknall war heute einfach galliger."

Und tatsächlich: Der Gastgeber blieb im Angriffsmodus. Mit 15 Torschüssen gegenüber nur vier von Southampton zeigte sich, wer den Sieg mehr wollte. In der 72. Minute setzte Marc Baer den Schlusspunkt - ebenfalls nach Vorlage von Rechtsverteidiger Andres Henriquez. Baer hatte zuvor schon mehrfach vergeblich abgezogen, doch diesmal passte alles: Ballannahme, Drehung, Schuss - und ein Stadion, das in kollektive Ekstase verfiel.

Southampton verlor danach nicht nur die Ordnung, sondern auch einen Spieler: Innenverteidiger Carles Ordono sah erst Gelb (73.) und wenig später Gelb-Rot (79.). "Ich hab nur laut geatmet", verteidigte er sich halb ironisch im Interview. "Aber offenbar war das heute auch schon zu aggressiv." Sein Trainer verzog das Gesicht: "Wir haben uns selbst geschlagen. Und zwar mit Anlauf."

Während Böning frustriert in die Kabine stapfte, feierte Maddes Kaiser seine Helden ausgelassen an der Seitenlinie. "Das war Leidenschaft pur", schwärmte er. "Und endlich mal ein Abend, an dem wir nicht nur den Rasen umgepflügt, sondern auch Tore geschossen haben."

Statistisch untermauert war der Sieg allemal: 55,8 Prozent Ballbesitz, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und ein Gegner, der in der Schlussphase nur noch hinterherlief. Selbst Torwart Silvestre Ferreira hatte offenbar noch Spaß, als er kurz vor Schluss einen harmlosen Schuss von Jan Ovesen mit einer artistischen Parade entschärfte - begleitet von einem breiten Grinsen.

Nach Abpfiff feierten die Fans ihre Mannschaft mit Gesängen, die weit über die Stadtgrenzen hinaus zu hören gewesen sein dürften. Kapitän Radoslav Varga, der trotz Gelber Karte resolut verteidigt hatte, fasste es trocken zusammen: "Wir sind keine Stars, aber heute waren wir Helden. Und Helden dürfen auch mal schwitzen."

So endete ein Spiel, das alles bot, was man von einem englischen Fußballabend erwarten darf: Kampf, Chaos, Charakter - und ein bisschen Comedy. Hucknall Town steht nun mit breiter Brust da, während Southampton grübelnd den Heimweg antritt.

Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne formulierte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald keine Wunder mehr - nur noch mehr Spieltage."

22.06.643990 03:57
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Meine Besonderheit ist, dass ich das Gleiche wie alle anderen Männer auch tue mit Frauen, nur 20 Minuten kürzer.
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