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Hull Tigers beißen zurück - 2:1 gegen Port Vale nach zähem Kampf

Ein kalter Januarabend, Flutlichtromantik in Hull und 31.028 Zuschauer, die sich fragten, ob ihre "Tigers" nach zwei sieglosen Spielen endlich wieder Zähne zeigen würden. Die Antwort kam früh - und laut. Schon in der 7. Minute zappelte der Ball im Netz von Port Vale. Connor Wiltshire, der pfeilschnelle Rechtsaußen, drosch das Leder nach feinem Zuspiel von Antonio Hernando humorlos in die Maschen. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Wiltshire später. "Wenn ich nachdenke, geht’s meistens schief."

Doch wer glaubte, das würde ein gemütlicher Abend für Hull, irrte. Port Vale, vom stets gestikulierenden Trainer Otze Machet an der Seitenlinie dirigiert, blieb ihrem defensiven, aber bissigen Konterstil treu. Die Gäste hatten mit 50,1 Prozent sogar leicht mehr Ballbesitz - eine Zahl, die Machet nach dem Spiel mit einem süffisanten Lächeln kommentierte: "Schön, dass Statistiken auch mal unsere Seite sehen. Leider zählt am Ende nur, wer öfter jubelt."

Und jubeln durfte Port Vale noch vor der Pause. In der 43. Minute kombinierte sich die Offensive über links durch, Cristobal Butragueno legte quer, und Finlay Latham vollendete abgebrüht. 1:1 - und im KCOM Stadium war das kollektive Schnaufen der Heimfans deutlich zu hören. Trainer Mathias Oergel stapfte in die Kabine wie ein Mann, der gerade entdeckt hat, dass der Kaffee leer ist. "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen weniger schön aussehen beim Spielen und mehr arbeiten", verriet er später halb im Scherz.

Nach der Pause wurde Hull wieder griffiger, auch wenn Linksverteidiger Charlie Henderson sich in der 49. Minute eine Gelbe Karte abholte - für ein Tackling, das mehr nach Rugby als Fußball aussah. "Er hat den Ball berührt, irgendwann… vielleicht", murmelte Oergel mit einem schiefen Grinsen. Henderson selbst sah das anders: "Ich wollte nur zeigen, dass wir da sind."

In der 56. Minute kam dann die Szene, über die in Hull wohl noch länger gesprochen wird. Henderson, trotz Verwarnung nach vorne marschierend, flankte butterweich auf Max Lujan, der volley zum 2:1 traf. Ein Tor, das das Stadion explodieren ließ. "Ich hab sie kommen sehen, die Flanke war perfekt - da musste ich nur noch den Fuß hinhalten", sagte Lujan und grinste, als hätte er gerade das Tor des Monats geschossen.

Trainer Oergel reagierte clever, wechselte wenig später zweimal: Der junge Juan Goncalves ersetzte den müden Henderson, und Isaac Lankford kam für den Routinier Tyler Edwards. Frischer Wind, frische Beine - und ein Hauch Zukunftsmusik auf dem Platz. "Wir haben viele junge Spieler, die sich zeigen wollen", lobte Oergel. "Manchmal zu sehr, aber das ist ein Luxusproblem."

Port Vale versuchte noch einmal alles. Finlay Latham tauchte in der 65. und 79. Minute gefährlich vor Keeper Joel Eliot auf, doch der 20-Jährige zwischen den Pfosten der Tigers hielt seinen Kasten mit stoischer Ruhe sauber. In der 72. Minute sah Vales Rechtsverteidiger Cameron Browning Gelb, nachdem er es mit dem Körpereinsatz etwas zu gut meinte. Trainer Machet reagierte wild gestikulierend: "Er wollte wohl zeigen, dass er auch mal auffällt."

Hull hatte am Ende mehr Biss - und mit 12:8 Torschüssen sowie einer leicht besseren Zweikampfquote (51,9 Prozent) auch die Nase statistisch vorn. Der junge Archie Baskin sorgte kurz vor Schluss noch für einen Schreckmoment, als er nach einem rustikalen Foul ebenfalls Gelb sah. "Alles im Plan", witzelte Oergel danach. "Ich wollte, dass sie zeigen, dass sie kämpfen. Nur hätte ich gern weniger Farbe im Notizblock des Schiedsrichters gesehen."

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel in Hull eine spürbare Last ab. Die Fans sangen, die Spieler klatschten sich ab, und Oergel ließ sich sogar zu einem kurzen Tänzchen mit Co-Trainer Jürgen "Shorty" Blume hinreißen. Auf der anderen Seite stapfte Machet mit versteinertem Gesicht in die Kabine - und murmelte angeblich etwas von "unverdientem Glück".

Am Ende stand ein 2:1, das Hull Tigers wieder Anschluss an die obere Tabellenhälfte der 2. Liga England bringt - und das Gefühl, dass dieses Team, wenn es will, durchaus mehr kann, als nur zubeißen.

"Heute haben wir uns das Fell nicht über die Ohren ziehen lassen", sagte Wiltshire zum Abschluss mit einem Augenzwinkern. "Und das war auch mal wieder Zeit."

Ein Abend voller Kampf, Krallen und kleinen Geschichten - genau wie man es in Hull liebt.

10.04.643987 03:31
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Ich habe immer gesagt, dass ich kein Dauerläufer bin, sonst könnte ich ja gleich beim Marathon starten.
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