Jornal do Brasil
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Huracan Parana stolpert zum Auftakt - Palmeiras SP siegt clever mit 2:1

Serie B | 1. Spieltag | 05.07.26 | Huracan Parana - Palmeiras SP 1:2

Wer am Sonntagabend in Paraná auf ein gemütliches 1:1 gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht: Palmeiras SP erwies sich als der unfreundliche Gast, der nicht nur die Snacks isst, sondern auch alle Punkte mitnimmt. 2:1 hieß es am Ende für die Brasilianer aus São Paulo - ein Ergebnis, das auf dem Papier knapp aussieht, in Wahrheit aber das reifere Team belohnte.

Vor 20.500 Zuschauern begann die Partie mit einem Paukenschlag: Schon in der ersten Minute prüfte der 18-jährige Dimas Gomes den Keeper von Huracan Parana mit einem wuchtigen Schuss. Ein frühes Zeichen, dass Palmeiras den Anstoß nicht nur zum Passen nutzen würde. Nach einer Reihe weiterer Versuche war es in der 25. Minute schließlich so weit: Nevio Perez, jung, drahtig, mit einem Gesicht, das noch keinen Rasierer gesehen hat, traf nach einem herrlichen Zuspiel von Rechtsverteidiger Marcio Chalana zum 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Perez später, "und gehofft, dass der Ball brav ist."

Das Stadion, bis dahin ein Hort der gepflegten Langeweile, erwachte. Huracan Parana schüttelte sich kurz, dann kam die Antwort - und wie! Nur sechs Minuten später (31.) zirkelte Noe Antonio, nach Vorarbeit seines Namensvetters Jordi Frechaut, den Ball ins rechte Eck. 1:1, und die Tribüne tobte. "Da war Feuer drin", sagte Antonio später mit einem Schulterzucken. "Leider haben wir das Feuer danach wieder gelöscht."

Denn Huracan hatte zwar mehr Ballbesitz (knapp 58 Prozent) und zehn Torschüsse, doch Palmeiras agierte mit der kalten Präzision eines Teams, das weiß, wann es zubeißt. Trainer Juan Dos Reis, der an der Seitenlinie mit Sonnenbrille und Pokerface stand, ließ seine Elf offensiv, aber diszipliniert auftreten. "Wir wollten Huracan laufen lassen", erklärte er nach dem Spiel. "Wenn sie müde werden, tanzen wir." Und genau das taten sie - in der 59. Minute, als der 18-jährige Marco Valente, ebenfalls blutjung und vermutlich noch auf der Suche nach dem Führerschein, nach Vorlage von Innenverteidiger Antonio Corona eiskalt abschloss. 2:1 für Palmeiras, und Huracan schaute betreten zu Boden.

Die Gastgeber mühten sich, aber ihre "ausgewogene" Taktik - man könnte auch sagen: die taktische Schlaftablette - brachte sie kaum noch vor das Tor. Trainerstatements wurden nach Abpfiff gemurmelt, nicht gesprochen. "Wir haben das Spiel kontrolliert", sagte jemand aus dem Betreuerstab, "nur das Ergebnis nicht." Ein Satz, der wohl in jede Kabinenwand gemeißelt gehört.

Palmeiras dagegen spielte die Führung mit erstaunlicher Reife herunter. Selbst eine Gelbe Karte gegen Cesc Coelho in der 38. Minute brachte keine Unruhe. Kurz vor der Pause musste Coelho dann raus, angeblich wegen "leichter muskulärer Beschwerden", was wohl die diplomatische Version von "Trainer Dos Reis hatte genug gesehen" war. Ersatzmann Pau Mino machte seinen Job ordentlich - ein Debüt, das niemanden aufregte, aber solide war.

Huracan versuchte es noch mit Distanzschüssen: Peter Miriuta prüfte den Torhüter in der 52. und 89. Minute, Silvestre Pauleta versuchte sich an einem flatternden Ball aus 20 Metern, der aber eher Richtung Parkhaus flog. "Ich wollte ihn mit Gefühl nehmen", lachte Pauleta später, "aber das Gefühl war wohl falsch."

Statistisch sah es gar nicht so schlecht aus: Mehr Ballbesitz, mehr Passversuche, aber weniger Effizienz. Palmeiras hatte 12 Abschlüsse - und machte zwei Tore. Huracan hatte 10 - und traf einmal. Mathematik kann grausam sein.

Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten die Gäste ab, während die Heimfans ihren Spielern höflich den Rücken zukehrten. Ein Teenager auf der Tribüne rief: "Wir sehen uns im Rückspiel!" - worauf ein älterer Herr trocken antwortete: "Wenn wir da noch in der Liga sind."

Juan Dos Reis nahm den Sieg gelassen: "Erster Spieltag, drei Punkte - alles andere ist Statistik." Und Huracan? Deren Pressesprecher murmelte etwas von "positiven Eindrücken" und "Lernprozess".

Man darf gespannt sein, was Huracan Parana daraus lernt. Vielleicht, dass Ballbesitz keine Währung ist, wenn man nichts kauft. Palmeiras hingegen reist mit breiter Brust weiter - und mit zwei jungen Helden, die an diesem Abend gezeigt haben, dass Mut manchmal wichtiger ist als Erfahrung.

Und so bleibt der Auftakt in die Serie B in Erinnerung: ein Spiel, das alles hatte - Tempo, Tore, ein bisschen Drama - und das Gefühl, dass der Fußball manchmal einfach ein unverschämter Spaßverderber sein kann.

05.07.2026 20:40
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