Diarios de Futbol
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

Huracán zündet nach der Pause: 4:2-Spektakel gegen Aragua FC

Wenn Diego Simeone an der Seitenlinie steht, darf man grundsätzlich nie mit einem langweiligen Abend rechnen. Was der Argentinier mit Huracán am Mittwochabend in Buenos Aires ablieferte, war ein Lehrstück in Sachen "Wie drehe ich ein Copa-Libertadores-Spiel nach völlig verschlafenen 45 Minuten". Am Ende jubelten 79.500 Fans über ein 4:2 gegen den venezolanischen Vertreter Aragua FC - und wahrscheinlich über den neuen Helden der Stunde: Henry Mills, 20 Jahre jung, rechts außen, und offenbar ohne Angst vor irgendetwas, das sich Ball nennt.

Dabei hatte es lange ganz anders ausgesehen. Aragua, trainiert von Claire Werk - die schon in der Pressekonferenz vor dem Spiel betonte, "wir sind nicht hier, um die Tangoschuhe zu polieren" -, legte los wie ein tropischer Sturm. In der 21. Minute war es José Perez, der nach feinem Zuspiel von Corey Staunton das 0:1 erzielte. Huracán wankte, und Simeone brüllte sich die Stimmbänder wund: "Steht doch mal enger!", hörte man ihn über den halben Block rufen. Seine Abwehr tat ihm den Gefallen - und ließ Perez in der 35. Minute trotzdem noch einmal völlig frei. 0:2.

"Da dachte ich kurz, das wird heute ein sehr langer Abend", gestand Huracán-Torwart Tamas Czibor später mit einem Grinsen. Doch wie so oft unter Simeone: Wenn’s hässlich wird, wird’s interessant.

Kurz vor der Pause kam der erste Funken Hoffnung. Leopold Kvasnak, der linke Mittelfeldmotor mit dem Gesicht eines Buchhalters, drosch den Ball nach Vorarbeit von Antonio Barbosa in der 45. Minute zum 1:2 ins Netz. Die Stadionuhr zeigte gerade Nachspielzeit, als der Ball einschlug, und Simeone klatschte mit einem Blick, der irgendwo zwischen "Na endlich!" und "Ich hab’s euch doch gesagt" pendelte.

Nach dem Seitenwechsel wurde Huracán zur Dampfwalze. Der Ballbesitz - ohnehin fast ausgeglichen - kippte nun in Richtung Heimteam, das mit 14 Torschüssen insgesamt die Gäste (4) regelrecht einschnürte. Mills, der schon in der ersten Halbzeit mehrfach gefährlich geworden war, setzte in Minute 53 die Initialzündung für das Comeback: Nach einem feinen Pass des Außenverteidigers Adrian Postiga zog der Youngster von rechts nach innen und traf trocken zum 2:2.

"Ich hab einfach draufgehalten. Coach meinte, ich soll mutig sein - also war ich’s", sagte Mills später mit einem Lächeln, das jedem Fan das Herz erwärmte.

Aragua war nun völlig aus dem Konzept. Die Gäste, die in der ersten Halbzeit noch mit gepflegtem Flügelspiel geglänzt hatten, verloren ihre Ordnung. Nur zwei Minuten später schlug dann Slatko Berbatow zu - ein Name, der schon klingt wie ein Stürmer aus einer anderen Zeit. Nach feinem Zuspiel von Uwe Christ, der das Spiel plötzlich diktierte wie ein alter Maestro, schlenzte der 31-Jährige den Ball in der 56. Minute ins lange Eck. 3:2.

Simeone ballte die Faust, das Stadion tobte - und Claire Werk stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als würde sie überlegen, ob sie die taktische Tafel oder lieber den vierten Offiziellen anbrüllen sollte.

Doch Huracán hatte noch nicht genug. In der 66. Minute krönte Peter Kohut, der Mittelstürmer mit der Physis eines Rugbyspielers, die Aufholjagd. Nach einem Durcheinander im Strafraum reagierte er am schnellsten und schob zum 4:2 ein. "Ich hab einfach drauf vertraut, dass der Ball irgendwie zu mir kommt", grinste Kohut nach Abpfiff.

Aragua versuchte es noch einmal mit frischen Kräften - Julian Puerta und Damian Santos kamen, später auch Adriano Vico. Doch die Luft war raus. Der venezolanische Druck verpuffte, die letzten Versuche von Egil Ali und Corey Staunton fanden in Czibor ihren Meister.

Am Ende standen 49,7 Prozent Ballbesitz für Huracán, aber eine Tacklingquote von 56 Prozent - und das Gefühl, dass Simeones Mannschaft wieder einmal aus purem Willen ein Spiel gedreht hatte. Claire Werk fasste es trocken zusammen: "Wir hatten die Kontrolle - bis wir sie verloren."

Simeone dagegen klang beinahe väterlich: "Manchmal musst du erst zwei fangen, bevor du merkst, dass du vier schießen kannst."

Ein Satz, der an diesem Abend perfekt passte. Die Fans sangen noch lange nach Abpfiff, und irgendwo in der Kabine dürfte Henry Mills sein Handy gezückt haben - um nachzusehen, wie viele Follower man eigentlich nach einem Libertadores-Tor so bekommt.

Ein sarkastischer Beobachter neben der Pressetribüne brachte es auf den Punkt: "Wenn das so weitergeht, muss man Huracán demnächst mit einem Feuerlöscher betreten."

Feuer, Leidenschaft und eine zweite Halbzeit, die Buenos Aires nicht so schnell vergessen wird - Huracán ist zurück im südamerikanischen Rampenlicht.

29.03.643987 14:40
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die Schweden sind keine Holländer - das hat man ganz genau gesehen.
Franz Beckenbauer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager