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Iezzi-Gala! Udinese schießt Atletico Roma mit 4:1 aus dem Stadion

Was für ein Abend in Udine! 40.091 Zuschauer sahen ein Spiel, das man getrost als Lehrstunde in Effizienz bezeichnen darf - zumindest aus Sicht des FC Udinese. 4:1 hieß es am Ende gegen Atletico Roma, und der Name des Mannes des Abends war schnell gefunden: Leonardo Iezzi. Der 30-jährige Rechtsaußen erzielte alle vier Tore für die Gastgeber. "Ich hatte heute einfach das Gefühl, dass alles reingeht - sogar der Kaffee in der Kabine war perfekt temperiert", grinste Iezzi nach dem Abpfiff, während er mit dem Spielball unterm Arm in die Katakomben verschwand.

Dabei begann das Spektakel so früh, dass einige Zuschauer noch an der Stadionwurstschlange standen. In der **1. Minute** zappelte der Ball bereits im Netz. Rolando Pugliese legte mustergültig quer, Iezzi hielt den Fuß hin - 1:0. Kaum fünf Minuten später das Déjà-vu: Wieder Iezzi, diesmal nach Vorlage von Linksverteidiger Guillermo Gomes. "Er hat mir zugerufen, ich soll einfach laufen. Ich bin gelaufen. Und gelaufen. Und irgendwann war der Ball da", erzählte Gomes später und zuckte mit den Schultern, als wäre das die normalste Sache der Welt.

Atletico Roma wirkte in diesen Anfangsminuten wie ein Team, das noch im Bus sitzt. Trainer Georgio Sabani raufte sich die Haare - schon nach zehn Minuten sah man ihn wild gestikulierend an der Seitenlinie. "Wir hatten eigentlich alles geplant, nur nicht das", sagte er hinterher mit einem gequälten Lächeln. Seine Mannschaft hatte zwar mit 54 Prozent den größeren Ballbesitz, aber was hilft das, wenn der Ball immer nur im Mittelfeld kreist?

Rom kam erst kurz vor der Pause zu ernsthaften Chancen, doch Udines Keeper Luca Lange blieb fehlerlos. In der 29. Minute kassierte Romas junger Linksverteidiger Andrea Bocchigliero Gelb, nachdem er den umtriebigen Enrico Acri unsanft stoppte - ein Sinnbild für die Überforderung der Gäste.

Nach dem Seitenwechsel blitzte kurz Hoffnung auf: Der 22-jährige Sergio Fernan verkürzte in der **47. Minute** auf 2:1, nach feiner Vorbereitung des erst 18-jährigen Claudio Porcu. "Ich wollte zeigen, dass wir nicht nur Statisten sind", sagte Fernan später trotzig. Und tatsächlich, für ein paar Minuten wirkte Atletico Roma wie neu belebt.

Doch dann kam wieder dieser Iezzi. In der **56. Minute** vollendete er eine perfekte Kombination über Andras Kohut zum 3:1 - und fünf Minuten später (61.) machte er mit seinem vierten Treffer endgültig alles klar. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", scherzte Udinese-Coach Emiliano Dicetutto. "Leonardo war heute wie in Trance. Ich hab nur gehofft, dass er nicht irgendwann auch noch den Schiedsrichter tunnelt."

Roma versuchte es tapfer, kam zu ihren Abschlüssen - 14 Torschüsse insgesamt -, doch meist war Lange im Weg oder der Ball segelte irgendwo in die norditalienische Nacht. Udinese dagegen zeigte sich eiskalt: 16 Schüsse, vier Tore, eine Quote, die jedem Statistikfreund die Tränen in die Augen treibt.

In der Schlussphase gönnte Dicetutto seinem Helden eine kleine Verschnaufpause - nein, Moment, das war Rolando Pugliese, der in der 80. Minute für Tord Paulsson vom Platz ging. Letzterer holte sich kurz darauf noch eine Gelbe Karte ab, offenbar um auch statistisch Spuren zu hinterlassen.

Nach dem Spiel herrschte ausgelassene Stimmung im Stadio Friuli. Die Fans sangen, die Spieler tanzten, und sogar der Stadionsprecher klang heiser vor Begeisterung. Iezzi wurde von seinen Mitspielern auf Schultern getragen, und Trainer Dicetutto musste schmunzeln: "Ich sag’s mal so - ich hab ihm heute Abend das Dessert erlaubt."

Atletico Roma dagegen reiste mit hängenden Köpfen ab. Trainer Sabani versuchte, das Positive zu sehen: "Wir haben den Ball oft gehabt. Leider zu selten das Tor." Vielleicht bringt der nächste Spieltag Besserung - oder wenigstens weniger Leonardo Iezzi.

Ein Spiel, das man in Udine so schnell nicht vergessen wird: vier Tore von einem Mann, der aussah, als hätte er einfach beschlossen, dass dieser Abend ihm gehört. Und das tat er dann auch.

Schlusswort? Nun ja, manchmal schreibt der Fußball seine Geschichten selbst - und manchmal diktiert sie ein 30-jähriger Rechtsaußen mit einem unverschämt guten Tag.

22.10.643996 19:57
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