Tuttosport
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Igea Virtus dreht das Spiel - Girardi trifft, Avellinese hadert

Ein Freitagabend in Barcellona Pozzo di Gotto, Flutlicht, 4840 Zuschauer - und zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten. Am Ende jubelte der Gastgeber Igea Virtus über ein 2:1 gegen den jungen, wagemutigen AC Avellinese. Es war ein Spiel, das alles bot: frühe Schocks, alte Haudegen, jugendliche Draufgänger und gelbe Karten im Sammelpack.

Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, da war die Defensive der Hausherren noch im Tiefschlaf. In der 5. Minute stürmte der erst 18-jährige Niclas Berg über rechts, bekam den Ball von seinem Mitspieler Andrej Dawydow - und schlenzte ihn ungerührt ins lange Eck. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber der Junge hat einfach weitergemacht", knurrte Igea-Trainer (der offiziell namenlos blieb, aber laut Bankberichten sehr laut war) nach dem Spiel mit einem gequälten Lächeln.

Avellinese, trainiert von Antonio Conte - ja, *dem* Antonio Conte, der hier offenbar seine Leidenschaft für die Nachwuchsarbeit entdeckt hat -, spielte frisch, forsch und mit jugendlichem Überschwang. "Wir wollten zeigen, dass wir keine Angst haben, egal gegen wen", sagte Conte nach dem Spiel. Seine Truppe, deren Durchschnittsalter kaum über 18 liegt, legte los wie die Feuerwehr - aber dann kam die Erfahrung ins Spiel.

Nach rund 25 Minuten hatte Igea Virtus die Kontrolle übernommen. 56 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache: Die Männer in Gelb-Rot ließen den Ball kreisen, während Avellinese zusehends hinterherlief. In der 27. Minute dann die Antwort: Rechtsverteidiger Michele Di Carlo, 34 Jahre jung und mit mehr Ligaeinsätzen als die gesamte gegnerische Startelf zusammen, zog nach Vorarbeit von Marco Cetraro ab - und traf humorlos zum 1:1. "Ich wollte einfach mal wieder zeigen, dass auch die Alten noch wissen, wo das Tor steht", grinste Di Carlo später in die Kameras.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: mit Druck von Igea. Paolo Girardi, der bullige Linksaußen, hatte schon in der ersten Hälfte mehrfach gezielt, aber stets knapp verfehlt. In der 49. Minute aber klappte alles - wieder war Cetraro der Vorlagengeber, wieder traf Erfahrung auf Routine. Girardi drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie - 2:1. Der Jubel im "D’Alcontres-Barone"-Stadion war ohrenbetäubend.

Avellinese versuchte zu antworten, aber jeder Angriff der jungen Gäste schien an der Abgeklärtheit der Gastgeber zu zerschellen. Ioan Filipescu (17) ackerte vorne, doch die Bälle verpufften. Conte wechselte in der 67. Minute Aitor Varela für Filipescu ein - ein Versuch, der aber wenig brachte. "Wir haben viel gelernt heute", sagte der Coach hinterher. "Vor allem, dass Erfahrung manchmal schwer zu pressen ist."

Die Schlussphase war dann mehr Gelb als Glanz: Zwischen der 63. und 83. Minute hagelte es vier Verwarnungen für Avellinese und drei für Igea. Besonders auffällig: der junge Jacques Graysmark, der nach seiner Karte in der 65. Minute minutenlang gestikulierte, als wolle er dem Schiedsrichter die Regeln erklären. "Er hat nur gesagt, dass er den Ball gespielt hat - auf Rumänisch, Französisch und Englisch gleichzeitig", witzelte Conte nach dem Spiel.

Igea Virtus verwaltete das Ergebnis clever, ohne sich zu sehr verausgaben zu müssen. 14 Torschüsse gegenüber 10 der Gäste und eine Zweikampfquote leicht über 51 Prozent beweisen, dass die Gastgeber das Spiel im Griff hatten - wenn auch ohne große Brillanz. Trainer Conte sah das naturgemäß anders: "Statistiken sind was für Buchhalter. Ich sehe Leidenschaft, und die war auf unserer Seite."

Nach dem Abpfiff applaudierten die Zuschauer beiden Teams. Die jungen Avellineser verließen das Feld mit hängenden Köpfen, aber erhobenem Stolz. Paolo Girardi dagegen wurde noch minutenlang gefeiert. "Ich hab einfach Spaß am Spiel", sagte er lächelnd. "Und wenn dabei ein Tor rauskommt, beschwer ich mich nicht."

Ein Abend, der den Fußball in seiner ganzen Bandbreite zeigte - von jugendlichem Wagemut bis zur abgeklärten Cleverness. Igea Virtus sichert sich mit dem 2:1 wichtige Punkte im Rennen um die oberen Tabellenplätze, während Avellinese trotz Niederlage Eindruck hinterlässt.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne es zusammenfasste, während er seine Fahne einrollte: "Die Jungen rennen, die Alten treffen. So war’s schon immer."

01.05.643987 22:10
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Sprücheklopfer
Ich wollte in taktischer Hinsicht ins Spiel von außen her eingreifen. Aber als der Schiedsrichterassistent die Einwechslung eines meiner wichtigsten Ergänzungsspieler übersehen hatte, wurde ich langsam ungehalten.
Christoph Daum
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