Jornal do Brasil
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Indio de Manaus dreht das Spiel: Später Doppelschlag lässt Teresina verzweifeln

Es war einer dieser Abende in Manaus, an denen der Ball feucht glänzt, der Schweiß perlt und 56.665 Zuschauer im Estádio Nacional sich fragen, ob Fußball eigentlich ein Nervenspiel ist. Nach 90 Minuten wussten sie: ja, das ist er - und Indio de Manaus hat die stärkeren Nerven. Mit 2:1 (0:1) schlug das Team von Trainer Karel Aschenberger die Gäste von UD Teresina, die nach früher Führung in der zweiten Halbzeit regelrecht zerbröckelten.

Dabei hatte alles nach einem entspannten Abend für die Männer in Blau ausgesehen. Schon in der 8. Minute brachte Loris Fadda Teresina in Front - nach mustergültiger Flanke von Julius Seiler, der sich auf der rechten Seite einmal wie ein brasilianischer Cafu fühlte und präzise auflegte. "Der Ball kam genau da, wo ich ihn wollte", erklärte Fadda später mit einem Grinsen, "leider hat das keiner mehr geschafft, mir noch einen zweiten so aufzulegen."

Indio de Manaus wirkte nach dem frühen Gegentor nervös, fast schläfrig. Die Zuschauer murrten, als Nelson Quaresma in der 19. Minute freistehend verzog. "Da dachte ich kurz, der Ball hat was gegen mich", witzelte Quaresma später. Trainer Aschenberger hingegen sah alles andere als amüsiert aus: "Ich habe in der Halbzeit gesagt, wir müssen mehr Mut haben. Und weniger Angst davor, dass der Ball explodiert, wenn wir ihn berühren."

Statistisch war das Spiel zur Pause ausgeglichen - 49 zu 51 Prozent Ballbesitz, aber Teresina hatte die klareren Momente. Roman Pospech prüfte Keeper Eli Eliezer aus der Distanz, doch der Torwart der Hausherren war auf dem Posten. "Eli war heute unser stiller Held", meinte Kapitän Nicolaas Westerveldt später, "der hat uns mit seinen Paraden im Spiel gehalten, als wir noch geschlafen haben."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Indio de Manaus kam mit Wut im Bauch und einem Plan auf den Platz: lange Bälle, viel Körper, viel Risiko. Taktisch hatte Aschenberger auf Konter und Aggressivität umgestellt - und es zahlte sich aus. In der 61. Minute brachte er den frischen Marcello Calopezzati, der nur zehn Minuten später mit seinem Antritt das Mittelfeld aufriss. Der Ball kam zu Westerveldt, der querlegte - und Nelson Coluna drosch ihn in der 71. Minute humorlos unter die Latte. 1:1.

Das Stadion explodierte, und plötzlich spielte nur noch eine Mannschaft. Teresina taumelte, suchte Ordnung - und fand sie nicht. Nur zwei Minuten später, in Minute 73, war es Rechtsverteidiger Fernando Djalo, der sich ein Herz fasste. Nach Doppelpass mit Quaresma zog er einfach mal ab - und der Ball schlug flach im langen Eck ein. 2:1, Spiel gedreht. Djalo rannte jubelnd Richtung Eckfahne, Quaresma hinterher, beide tanzten, als hätten sie vergessen, dass noch fast 20 Minuten zu spielen waren.

Teresina versuchte, zurückzukommen, aber die Beine waren schwer, die Ideen rar. Loris Fadda hatte zwar noch zwei Torschüsse (56. und 81.), doch Eliezer war weiter unbezwingbar. Trainer Tobias Lang stapfte an der Seitenlinie auf und ab, die Hände tief in den Taschen. "Wir haben aufgehört zu glauben, dass wir gewinnen können", sagte er hinterher fast resigniert. "Und wer in Manaus den Glauben verliert, verliert das Spiel."

In den letzten Minuten war Indio dem dritten Tor näher als Teresina dem Ausgleich. Calopezzati scheiterte in der 91. Minute nur knapp - die Latte vibrierte noch, als der Schiedsrichter abpfiff. Jubel, Tränen, Gesänge: Manaus feierte, als wäre es die Meisterschaft.

Die Statistik zeigte am Ende die Handschrift des Siegers: 15:9 Torschüsse, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fast identischer Ballbesitz - aber mehr Wille, mehr Tempo, mehr Herz.

"Wir haben das Spiel nicht gewonnen, weil wir besser waren", sagte Aschenberger mit einem Anflug von Ironie, "sondern weil wir uns geweigert haben, schlechter zu bleiben."

Und so stand am Ende ein 2:1, das mehr war als nur drei Punkte. Es war eine Erinnerung daran, dass Fußball manchmal keine Mathematik ist - sondern pure Emotion, Schweiß, und ein bisschen Wahnsinn.

Oder, wie Stadionsprecher João es ins Mikro rief, als die Spieler in die Kabine gingen: "Manaus hat wieder gezeigt, wer hier das Dschungelherz trägt!"

Ein Satz, der an diesem Abend wohl niemandem widersprochen hätte.

15.11.643987 10:58
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