Jornal do Brasil
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Indio de Manaus tanzt Samba - 3:0-Gala gegen Vasco da Gama

Ein lauer Abend in Manaus, 55.141 Zuschauer, tropische Luft und ein Heimteam, das Fußball so spielt, wie man ihn in Brasilien liebt - mit Wucht, Witz und einer Prise Wahnsinn. Indio de Manaus bezwang am 26. Spieltag der 1. Liga Brasilien Vasco da Gama klar mit 3:0 (2:0) und ließ dabei keinen Zweifel daran, wer Herr im Amazonas-Stadion ist.

Schon nach sechs Minuten bebte das Stadion zum ersten Mal: Jake Henderson, der flinke Rechtsaußen mit der Frisur eines Surfers und der Präzision eines Uhrmachers, schlenzte den Ball nach feinem Zuspiel von Nelson Quaresma ins lange Eck. Trainer Karel Aschenberger grinste danach in sich hinein und meinte trocken: "Ich hab ihm vor dem Spiel gesagt: Wenn du heute einmal nachdenkst, bist du zu spät. Offenbar hat er’s ernst genommen."

Vasco da Gama, unter Coach Patrick Kunz Gouveia mit offensiver Grundhaltung angereist, wirkte nach dem frühen Schock nervös. Bereits in der 9. Minute setzte Ingo Da Cru zwar ein Lebenszeichen mit einem Distanzschuss, aber Torwart Eli Eliezer war auf dem Posten. Das war’s dann auch fast mit der Gefährlichkeit der Gäste - fünf Torschüsse in 90 Minuten sprechen Bände.

In der 22. Minute folgte der zweite Streich: Quaresma, diesmal auf links, tanzte sich bis zur Grundlinie, hob den Kopf und legte mustergültig in die Mitte. Joao Tonel, der bullige Mittelstürmer, ließ sich nicht zweimal bitten und drückte den Ball über die Linie. 2:0 - und das Stadion glich einem Hexenkessel. "Da hab ich kurz überlegt, ob wir das Spiel überhaupt noch pfeifen müssen", witzelte ein Ordner später.

Die Gäste suchten ihr Heil in langen Pässen, doch die Defensive der Indios stand felsenfest. Ernst Lundqvist und Javier Sousa räumten alles ab, was in Richtung Strafraum rollte. "Wir spielen Pressing ohne Pressing", erklärte Lundqvist später lachend, als man ihn auf die taktische Vorgabe ansprach. Tatsächlich war das Konzept von Coach Aschenberger simpel: Laufen lassen, zuschlagen, wenn’s wehtut - und das taten sie.

Kurz vor der Pause dann ein kurioser Moment: Drei Auswechslungen gleichzeitig bei den Hausherren, darunter der 18-jährige Duarte Mendes, der für frischen Wind sorgen sollte. "Er hat mich gefragt, ob er auch schießen darf", erzählte Aschenberger schmunzelnd. "Ich meinte: Nur, wenn du’s triffst."

Und der Junge traf - in der 68. Minute. Nach Vorarbeit von Henderson drosch Mendes den Ball kompromisslos unter die Latte. Es war der Moment, in dem Vasco endgültig die Segel strich. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste der Teenager später, "und gehofft, dass keiner merkt, dass ich eigentlich flanken wollte."

Die letzten 20 Minuten waren Schaulaufen. Indio spielte, Vasco schaute zu. 19:5 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz, zwei Gelbe Karten (Mendes und Barros) - die Statistik las sich so klar wie das Ergebnis. "Wir haben Fußball gearbeitet, nicht gespielt", bekannte Vasco-Coach Kunz Gouveia selbstkritisch. "Indio war in jeder Phase giftiger, schneller, cleverer."

Einziger Wermutstropfen für die Gastgeber: Mendes sah nach einer etwas zu enthusiastischen Grätsche Gelb. "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch verteidigen kann", sagte er hinterher - was seinen Trainer zu einem trockenen "Das hat er bewiesen" veranlasste.

Als der Schlusspfiff ertönte, feierten die Fans ihre Helden mit Trommeln und Gesängen, während Vasco-Spieler mit hängenden Köpfen vom Platz trotteten. Die Indios hatten an diesem Abend alles richtig gemacht - von der ersten Minute an.

"So spielt man Fußball im Dschungel", rief ein euphorischer Fan beim Verlassen des Stadions. Und tatsächlich: Es war ein Spiel, das roch nach Erde, Schweiß und Leidenschaft - und das in der 1. Liga Brasilien nicht so schnell vergessen wird.

Fazit des Abends? Indio de Manaus ist kein Geheimtipp mehr, sondern eine Mannschaft mit Rhythmus, Herz und einem 18-jährigen, der jetzt schon Legendenstatus hat. Vasco da Gama dagegen wird sich fragen müssen, ob "offensiv" wirklich das richtige Rezept war - oder ob man sich im Amazonas einfach besser an die klimatischen Bedingungen gewöhnt.

Und Trainer Aschenberger? Der lächelte nach dem Spiel, zündete sich eine Zigarre an (angeblich nur symbolisch) und sagte: "Manchmal braucht man keinen Plan B, wenn Plan A so gut funktioniert."

Ein Satz, der an diesem Abend so wahr war wie das Ergebnis: 3:0.

15.11.643987 22:30
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Im ersten Moment war ich nicht nur glücklich, ein Tor geschossen zu haben, sondern auch, dass der Ball reinging.
Mario Basler
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