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Major League | 11. Spieltag | 15.07.26 | Inter Miami - Atlanta Gorillas 2:2 Schon in der dritten Minute brannte die Luft: Atlantas Innenverteidiger Diego Zaera, sonst eher der Mann fürs Grobe, staubte nach einer Ecke von Finlay Ward ab - 0:1. Inter-Trainer Gavin Knipp raufte sich die Haare, während Zaera jubelnd in Richtung Gästeblock stürmte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste der 23-Jährige später. "Wenn der Ball rein will, dann reinigt er auch das Netz." Doch Miamis Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Der 17-jährige Alfonso Vazquez, der aussieht, als würde er nach dem Spiel noch Hausaufgaben machen müssen, traf in der 11. Minute nach feiner Vorarbeit von Marcio Nani zum Ausgleich. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", sagte Vazquez bescheiden, während Trainer Knipp ihn liebevoll am Kragen packte: "Der Junge hat Eis im Blut - und das bei 30 Grad!" Das Spiel nahm fortan Fahrt auf - allerdings in alle Richtungen gleichzeitig. Die Gorillas, ihrem Namen alle Ehre machend, drückten mit voller Wucht: 16 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, eine Tacklingquote von fast 54 Prozent. Doch auch Inter Miami hielt dagegen, wenn auch mit mehr Eleganz als Kraft. Maximilian Arnold dirigierte das Mittelfeld wie ein junger Maestro, während Lorenzo Insigne sich in jeden Zweikampf warf, als hinge sein Leben davon ab. In der 35. Minute drehte Atlanta erneut auf: Der 18-jährige Callum Reacock, frisch aus der Nachwuchsakademie, traf mit einem eiskalten Abschluss zum 1:2. "Ich wusste gar nicht, dass ich so cool sein kann", lachte der Teenager später in die Mikrofone, während Gästecoach Anja Meister sich den Schweiß von der Stirn wischte: "Ja, cool war’s. Aber danach haben wir aufgehört, Fußball zu spielen." Denn noch vor der Pause kam Miami zurück. In der 43. Minute schickte Afanas Konowalenko einen butterweichen Pass auf Javier Djalo - und der 18-Jährige vollendete zum 2:2. Der Jubel im Stadion war ohrenbetäubend, das Spiel endgültig ein Sommer-Feuerwerk. In der zweiten Halbzeit wurde es ruppiger. Atlantas Vladimir Dubovsky holte sich in der 86. Minute die verdiente Gelbe Karte ab, nachdem er Michel Bastos etwas zu intensiv an den Trikotsaum erinnerte, wo das Material endet. "Er hat mich fast umarmt, aber ohne Liebe", meinte Bastos mit einem Augenzwinkern. Für Inter Miami lief es trotzdem nicht rund: Innenverteidiger Christopher Baker verletzte sich kurz nach Wiederanpfiff und musste behandelt werden. Trainer Knipp reagierte mit gleich drei Wechseln zur Pause. "Ich hatte das Gefühl, wir brauchen mehr Beine - und weniger Witze", sagte er später mit einem Grinsen. Taktisch blieb Miami ausgeglichen, während Atlanta weiter auf Angriff schaltete. Doch trotz aller Offensivlust der Gorillas - 16 Schüsse, davon viele aus allen Lagen - wollte der Ball kein drittes Mal ins Netz. Keilor Navas im Tor der Hausherren wuchs mehrfach über sich hinaus, unter anderem bei einem strammen Abschluss von Harrison Baker in der 63. Minute. "Wir hätten das Spiel gewinnen müssen", schimpfte Atlanta-Coach Anja Meister nach Abpfiff. "Aber manchmal ist Fußball wie ein Bumerang - du triffst, und am Ende trifft’s dich selbst." Ihr Gegenüber Gavin Knipp nahm’s mit Humor: "Ein Punkt ist ein Punkt. Und wenn man zwei Tore schießt, darf man auch mal zufrieden sein." So endete ein intensives, phasenweise chaotisches, aber unterhaltsames Spiel mit 2:2 - eine Punkteteilung, die beiden Seiten gerecht wurde. Die Gorillas bleiben das Team der wilden Offensive, Inter Miami das Team der unverschämten Talente. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Ich bin hergekommen, um Schweiß, Tore und Drama zu sehen - und hab alles bekommen. Nur Bier war teurer als der Eintritt." Ein gerechtes Fazit für einen Abend, an dem sich zwei junge Mannschaften nichts schenkten - außer vielleicht einen weiteren Grund, an die nächste Trainingswoche mit Kopfschmerzen zu denken. 16.07.2026 04:33 |
Sprücheklopfer
Ich will ja nicht sagen, dass der Job mich ausgesogen hat wie ein Vampir, aber selbst beim Essen daheim oder beim Zusammensein mit Freunden war ich geistig abwesend.
Berti Vogts