Nemzeti Sport
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Interval Gyor tanzt Ujpest Budapest aus - 3:1 im ungarischen Topspiel

59.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Győr bekamen am 13. Spieltag der 1. Liga Ungarn genau das, was man sich von einem frostigen Januarabend erhofft: heiße Beine, kalte Nerven und ein Heimteam, das an diesem Abend alles richtig machte. Interval Gyor besiegte Ujpest Budapest mit 3:1 - und das so überzeugend, dass Trainer Bertalan Totka nach dem Abpfiff mit einem charmanten Lächeln in die Kabine verschwand. "Ich glaube, wir haben heute gezeigt, dass Ballbesitz nicht nur ein statistischer Wert ist", grinste er, während die Presse noch ihre Stifte sortierte.

Von Beginn an ließ Gyor keinen Zweifel daran, wer hier das Kommando übernehmen würde. 60 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse und eine Offensive, die so präzise wirkte wie ein gut geöltes Uhrwerk. Schon in der 22. Minute klingelte es zum ersten Mal: Alexandre Herbst, der elegante Mittelfeldstratege mit der Ruhe eines Schachgroßmeisters, vollendete nach Vorarbeit von Stig Jeppesen zum 1:0. Herbst jubelte nicht wild, sondern zog nur leicht die Augenbraue hoch - als wolle er sagen: "Routine, meine Herren."

Kaum zwei Minuten später folgte der nächste Streich. Innenverteidiger Ivan Alcazar, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, verwandelte nach einer Ecke von eben jenem Herbst zum 2:0. Auf der Tribüne fiel jemandem fast die Bratwurst aus der Hand. Alcazar selbst grinste: "Ich wollte eigentlich nur den Ball klären - aber wenn der halt ins Tor fliegt, beschwert sich keiner."

Ujpest Budapest wirkte geschockt. Trainer Josh Allen, der mit seiner offensiven Grundordnung ("Wir wollen das Spiel machen", hatte er vor dem Anpfiff gesagt) eigentlich auf Spektakel gesetzt hatte, sah sich plötzlich einem Team gegenüber, das ihn taktisch auseinandernahm. Seine Elf kam in der ersten Halbzeit kaum zu nennenswerten Chancen - und wenn, dann scheiterte Pekka Uusimäki am glänzend aufgelegten Keeper Alfred Konrad.

Nach der Pause brachte Totka frische Beine: Laszlo Csernai kam für den unermüdlichen Buzanszky - und die Györer machten einfach weiter, als wäre nichts gewesen. In der 51. Minute setzte sich der 20-jährige Timur Lutschenko auf der linken Seite durch, nahm einen feinen Pass von Robert Kona mit und schloss eiskalt ab. 3:0. Stadion im Ausnahmezustand. "Ich hab einfach instinktiv geschossen", sagte Lutschenko später. "Der Ball wollte auch mal ins Internet - äh, ins Netz."

Ujpest gab sich nicht völlig geschlagen. Nachwuchstalent Tibor Feldmann, gerade erst 18, bereitete in der 61. Minute den Ehrentreffer vor: Pekka Uusimäki nickte seinen Querpass wuchtig ein - 3:1. Für einen kurzen Moment keimte Hoffnung auf, doch Gyor blieb Herr im eigenen Haus.

Die Gäste versuchten es weiter mit forscher Offensive, doch Gyors Defensive stand kompakt. Alcazar, der Torschütze zum 2:0, räumte hinten alles ab, was nicht bei drei auf der Tribüne war. Und wenn doch einmal ein Ball durchrutschte, war Keeper Konrad zur Stelle. "Wir haben heute gezeigt, dass wir auch ohne Mauern verteidigen können", kommentierte Totka trocken.

Die Schlussphase brachte noch Gelb für Pal Petry, ein paar wütende Distanzschüsse von Ujpest und einige "Ole"-Rufe aus den Rängen, als Gyor den Ball minutenlang durch die eigenen Reihen zirkulieren ließ. Bei 60 Prozent Ballbesitz und einer Tacklingquote von über 53 Prozent hatte das Heimteam die Partie jederzeit im Griff.

Ujpest-Coach Josh Allen wirkte nach dem Spiel erstaunlich gefasst. "Manchmal sieht Fußball leicht aus - bis man selbst auf dem Platz steht. Gyor hat heute sehr erwachsen gespielt", sagte er, bevor er seinem Gegenüber die Hand schüttelte.

Für Interval Gyor war es ein Abend zum Genießen. Drei Tore, drei verschiedene Torschützen, eine geschlossene Mannschaftsleistung und ein Stadion, das noch Minuten nach Abpfiff sang und klatschte. Der junge Lutschenko wurde zum Publikumsliebling, Herbst zum Taktgeber, und Alcazar zum Innenverteidiger mit Torinstinkt.

Zum Abschluss meinte Totka, halb scherzend, halb ernst: "Wenn wir weiter so spielen, muss ich bald anfangen, Champions-League-Englisch zu lernen." Und wer den Auftritt seiner Mannschaft gesehen hat, könnte meinen, das wäre gar keine so abwegige Idee.

Ein kleines Trostpflaster für Ujpest: Ihr Tor war sehenswert, ihre Fans laut - und ihr Trainer hatte wenigstens Humor. Aber an diesem Abend gehörte Ungarn ganz klar Gyor.

16.06.643987 17:52
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Die Flanken von außen sind auch Roberto Carlos und Cafu denen ihre Spezialität.
Andreas Brehme
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