Nemzeti Sport
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Interval Gyor zerlegt KSK Tököl - Frascineto trifft dreifach

Ein lauer Frühlingsabend in Tököl, 32.000 Zuschauer, Flutlicht, Bratwurstduft - und ein Heimteam, das sich bald nach dem Anpfiff fragte, ob es vielleicht besser gewesen wäre, den Fernseher einzuschalten. Denn was Interval Gyor beim 4:0-Auswärtssieg am vierten Spieltag der ungarischen Liga bot, war eine Lehrstunde in Sachen Effizienz und Spielfreude.

Schon in der zwölften Minute war die Tököler Defensive noch beim Sortieren der Trinkflaschen, als Mads Bjerg nach Vorarbeit von Stig Jeppesen eiskalt vollstreckte - 0:1. "Wir wussten, dass sie gerne früh Druck machen", sagte Gyors Trainer Bertalan Totka später, "aber ich wusste auch, dass Mads heute brennt. Und er hat gebrannt - zum Glück nicht das Tornetz gleich mit."

KSK Tököl versuchte, sich zu schütteln. Trainerin Gerda Muller gestikulierte an der Seitenlinie, als wolle sie mit bloßer Willenskraft das Spiel kippen. "Ich habe ihnen gesagt: atmet, spielt, glaubt!", erzählte sie nach der Partie, "aber manchmal glaubt der Ball einfach nicht mit."

Nach der Pause wurde es nicht besser - im Gegenteil. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff machte Francesco Frascineto das, was ein Torjäger eben macht: Er traf. Nach feinem Zuspiel von Schaul Alberman schob der italienische Stürmer trocken zum 0:2 ein (50.). Sieben Minuten später legte er gleich selbst noch einen drauf (57.) - diesmal ohne Assist, dafür mit der Lässigkeit eines Mannes, der gerade beschließt, dass heute sein Abend ist.

"Ich hatte das Gefühl, jeder Ball sucht mich", grinste Frascineto später in der Mixed Zone. "Vielleicht sollte ich mich öfter so fühlen." Der junge Star, gerade einmal 23 Jahre alt, war kaum zu halten - nicht von den Verteidigern, nicht einmal von seinen eigenen Mitspielern, die bei seinem dritten Treffer (86., Vorlage Lamine Yamal) nur noch die Arme hoben und lachten.

Während Interval Gyor nach Belieben kombinierte, blieb Tököl bemüht, aber harmlos. Vier Torschüsse standen am Ende elf Gyorer Versuchen gegenüber. Der Ballbesitz? 45,6 Prozent für die Gastgeber, also fast ausgeglichen - aber was nützt Besitz, wenn man nichts daraus macht? "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore", seufzte Tököls Innenverteidiger Jouke Costar, der wenigstens in der 84. Minute einmal selbst zum Abschluss kam.

Das Publikum zeigte Größe. Einige Fans applaudierten den Gästen, andere schimpften in Richtung Bierverkäufer, ob der wenigstens noch ein Erfolgserlebnis liefern könne. Ein älterer Herr im Vereinshemd brachte es auf der Tribüne auf den Punkt: "Frascineto? Der spielt heute wie ein Mensch, der sein WLAN-Passwort vergessen hat - völlig frei."

Auch statistisch war das Spiel eindeutig. Gyor führte nicht nur im Ballbesitz, sondern gewann auch mehr Zweikämpfe (54,1 Prozent) und zeigte die reifere Spielanlage. Die Taktik blieb über 90 Minuten klar offensiv ausgerichtet, aber ohne übertriebene Aggressivität. Totka ließ seine Mannschaft ruhig kombinieren, das Pressing kam nur phasenweise - wozu auch, wenn die Tore von allein fallen?

Gerda Muller hingegen zeigte Größe in der Niederlage: "Wir lernen daraus. Vielleicht, dass man Frascineto nicht so viel Platz lässt. Oder dass man manchmal einfach den Stecker ziehen sollte, bevor man überrollt wird." Ihr Humor blieb trocken, ihre Mannschaft dagegen war es nicht - der Schweiß lief in Strömen.

Am Ende jubelte Gyor, und Tököl blieb nur das Gefühl, gegen eine Maschine gespielt zu haben. 0:4, deutlich, verdient, und doch mit einem Funken Hoffnung: Das Publikum blieb bis zum Schluss. Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten viele Fans - vielleicht aus Trotz, vielleicht aus Liebe, vielleicht, weil man in Tököl gelernt hat, dass man sich selbst nach einem Debakel noch anständig verabschiedet.

"Wir haben Charakter gezeigt", sagte Torhüter Marco Tristan, "auch wenn der Ball das anders sah." Ein Satz, der irgendwie das ganze Spiel zusammenfasst.

Und während die Gyorer Spieler noch mit den Fans Selfies machten, verschwand Frascineto mit einem breiten Grinsen in den Katakomben. Drei Tore, ein Ball unterm Arm, ein Abend zum Einrahmen. KSK Tököl dagegen wird diesen Abend wohl lieber aus dem Gedächtnis streichen - oder als Lehrmaterial verwenden unter dem Titel: "Was passiert, wenn man Francesco Frascineto Raum lässt."

Tököl lacht, um nicht zu weinen. Und Gyor? Die lachen einfach weiter - ganz oben in der Tabelle.

26.04.643997 03:47
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