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Liga 1 | 24. Spieltag | 04.09.26 | Inti Gas Deportes - Academia Lima 3:2 Heimtrainer Arjen Robby hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, und sie nahm den Auftrag erfreulich wörtlich. Schon nach fünf Minuten prüfte Andre Besserer erstmals das Tor von Academia Lima. Kurz darauf sah der Mittelstürmer allerdings Gelb - ein früher Hinweis darauf, dass an diesem Abend nicht nur der Ball, sondern auch die Nerven in Bewegung bleiben würden. In der 15. Minute fiel das 1:0. Ruben Rivilla traf für Inti Gas, Carlos Derlei lieferte die Vorarbeit. Die Gastgeber waren zu diesem Zeitpunkt die aktivere Mannschaft, kombinierten mit 54,3 Prozent Ballbesitz und suchten immer wieder den Weg nach vorn. Academia Lima hielt dagegen, kam aber zunächst nicht über Torversuche von David Galindo und Mike Beyer hinaus. "Wir wollten ruhig bleiben", soll Gäste-Trainer Olli Kahn später gesagt haben. "Das hat ungefähr bis zum ersten Gegentor funktioniert." Inti Gas blieb gefährlich. Rivilla, Rui da Costa und Carlos Derlei sorgten dafür, dass Torhüter Eric Brun vermutlich schon in der Pause mehr Bälle gesehen hatte, als ihm lieb war. Academia Lima kam durch Galindo noch einmal gefährlich auf, doch zur Halbzeit stand es 1:0. Die Gastgeber hatten zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Torschüsse abgegeben, die Gäste drei. Nach dem Seitenwechsel wurde aus dem Fußballspiel endgültig ein Drehbuch, das ein besonders ungeduldiger Autor geschrieben haben könnte. In der 59. Minute glich David Galindo für Academia Lima aus. Matteo Pedivigliano bereitete den Treffer vor. Plötzlich war der zuvor recht behagliche Vorsprung der Gastgeber verschwunden - und mit ihm vermutlich auch der Blutdruck von Arjen Robby. Die Antwort von Inti Gas kam prompt. In der 64. Minute traf Jorge Mendez nach Zuspiel von Ruben Rivilla zum 2:1. Nur drei Minuten später war Rivilla erneut zur Stelle: Diesmal legte Mendez auf, und der rechte Angreifer schnürte seinen Doppelpack. 3:1 - die Heimfans feierten, als sei die Angelegenheit erledigt. Ein klassischer Irrtum im Fußball. Academia Lima gab sich nicht geschlagen. In der 74. Minute verkürzte Pieter Tilleman nach Vorlage von Ignjac Babic auf 2:3. Danach wurde jede Minute länger, jeder Zweikampf lauter und jeder Befreiungsschlag zum Gebet. Die Gäste hatten insgesamt neun Torschüsse, Inti Gas kam auf 14. Auch bei den Zweikämpfen lagen die Gastgeber vorn: 53,1 Prozent standen 46,9 Prozent. Robby reagierte mit frischen Kräften, unter anderem kamen Vitor Prieto und Sergio de Almeida ins Spiel. Kahn brachte Pedro Yago und Lucas Moura, später wurde auch Tilleman ausgewechselt. Die taktischen Notizen der Trainer verrieten den Abend recht gut: Inti Gas blieb offensiv, erhöhte in der Schlussphase sogar den Einsatz und presste aktiv. Academia Lima tat es den Gastgebern am Ende gleich - nur reichte die Zeit nicht mehr. "Wir haben heute nicht immer klug gespielt, aber immer weiter", wurde Robby nach dem Abpfiff zitiert. Kahn soll trocken ergänzt haben: "Zwei Tore auswärts sind normalerweise eine gute Idee. Heute waren es leider zwei zu wenig." So blieb Inti Gas der verdiente Sieger eines unterhaltsamen, hektischen und stellenweise herrlich unvernünftigen Abends. Rivilla war mit zwei Treffern der Mann des Spiels. Und wer im Stadion früh gegangen ist, hat nicht nur die Schlussphase verpasst, sondern auch die wichtigste Lektion des Abends: Bei einem 3:1 ist im Fußball noch lange nichts erledigt. unerquicklich 05.09.2026 00:26 |
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Otto Rehhagel