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Jarota Jarocin überrascht mit frühem Doppelschlag gegen Wista Krakau

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob die Fußballgötter Humor haben. Denn während Wista Krakau noch die Handschuhe richtete, stand es schon 1:0 für Jarota Jarocin - und das nach gerade einmal acht Minuten. 22.618 Zuschauer im Jarocin-Stadion rieben sich die Augen, als Jermolai Budjanski nach einem feinen Doppelpass mit Andrzej Fojut die Kugel trocken ins rechte Eck setzte. Trainer Henryk Kasperczak ballte die Faust, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen.

"Wir wollten diesmal gleich zeigen, dass wir nicht schlafen", grinste Budjanski später, als er mit Schweiß im Haar und Grasflecken auf den Stutzen vor den Mikrofonen stand. Dass ihm das gelungen war, sah man an den verdutzten Gesichtern der Krakauer Hintermannschaft.

Doch es kam noch schlimmer für die Gäste. In der 20. Minute schlug Cameron Lester zu - der bullige Engländer im Sturmzentrum traf nach einem präzisen Querpass von Marcio Aldecoa zum 2:0. Wista-Keeper Kian Greenwald streckte sich vergeblich, und während der Ball ins Netz rauschte, machte Lester eine Jubelpose, die irgendwo zwischen Rockstar und Holzfäller lag. "Ich hab einfach draufgehalten", brummte er später. "Wenn man zu viel nachdenkt, geht’s daneben."

Danach spielte Jarota wie entfesselt. 18 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote, die an Beton erinnerte (56 Prozent gewonnen) - das war kein Zufall, sondern eine Demonstration. Krakau kam dagegen auf magere drei Schüsse aufs Tor - einer davon in der 40. Minute durch Innenverteidiger Nusret Bulut, der offenbar vergessen hatte, dass er kein Stürmer ist. Der Ball segelte ungefähr in Richtung Parkplatz B.

Trainer Kasperczak blieb trotz der Überlegenheit erstaunlich ruhig. "Das war nur die erste Halbzeit", sagte er in der Pause, während er seinen Spielern die Wasserflaschen reichte. "Die zweite beginnt wieder bei null." Offenbar hatte er die prophetische Gabe, denn nach dem Seitenwechsel verwaltete Jarota das Ergebnis mit der Gelassenheit eines Beamten kurz vor der Rente.

Es gab noch Chancen - Fojut, Aldecoa und der unermüdliche Lester prüften Greenwald immer wieder, doch das 3:0 wollte nicht fallen. Stattdessen gab’s zwei gelbe Karten: Linksverteidiger Antonio Vaz sah in der 60. Minute den Karton für ein rustikales Einsteigen, und Innenverteidiger Louis Crichton kassierte in der 83. ebenfalls Gelb, vermutlich weil er den Ball zu fest angeschaut hatte.

Krakau versuchte es mit kontrolliertem Ballbesitz, aber das Wort "Torgefahr" blieb ein Fremdwort. Ihr Trainer, dessen Gesicht nach Abpfiff aussah, als hätte er gerade eine Zitrone gegessen, fasste es trocken zusammen: "Wir hatten den Ball, aber sie hatten die Tore." Mehr Analyse braucht man nicht.

Zwischendurch sorgten die Fans für Stimmung - einer rief nach Budjanskis dritter vergebenen Chance in der 70. Minute: "Mach’s wie beim Training - aber diesmal ins Tor!" Der Angesprochene grinste nur und hob den Daumen. Humor hatte er, genauso wie sein Trainer. Kasperczak meinte später augenzwinkernd: "Wenn wir alle Chancen genutzt hätten, wäre der Platz zu klein für die Jubelszenen gewesen."

Wista Krakau wirkte bemüht, aber harmlos. Ihr Mittelfeld um Grigori Loskow hatte keine Ideen, und die Flügelspieler Jonsson und Viejo liefen sich immer wieder in Jarotas stabiler Abwehr fest. Keeper Pol Viana im Jarota-Tor hätte theoretisch auch ein Sudoku lösen können - so selten wurde er ernsthaft geprüft.

Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 2:0 Tore, 18:3 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz. Jarota Jarocin war an diesem Abend schlicht die bessere, bissigere und kreativere Mannschaft. "Das war erwachsen", lobte Kasperczak, "aber wir bleiben auf dem Boden."

Vielleicht war das Ergebnis sogar zu niedrig. Aber vielleicht ist genau das die neue Stärke dieser Mannschaft: keine Show, keine Leichtsinnsfehler, nur solide Arbeit mit einem Schuss Spielfreude.

Und so gingen die Fans zufrieden nach Hause, während der Stadionsprecher noch die Hymne anstimmte und auf der Anzeigetafel unübersehbar stand: Jarota Jarocin - Wista Krakau 2:0. Kurz und bündig - genau wie das Spiel selbst.

Manchmal reicht eben ein starker Anfang, um den Rest des Abends gelassen zu genießen.

29.03.643987 01:42
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