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Jöllenbeck tanzt, Ihrhove taumelt - 0:3, das war deutlich

Ein Montagabendspiel im Januar ist selten ein Fest für die Sinne. Doch die 1857 Zuschauer in Ihrhove sahen immerhin ein Spektakel - wenn auch einseitig. TuS Jöllenbeck nahm Concordia Ihrhove mit 3:0 auseinander, und das Ergebnis schmeichelte den Gastgebern fast noch. Denn während die Concorden zweimal aufs Tor schossen (ja, zweimal!), feuerten die Gäste sagenhafte 21 Mal - und das nicht aus Versehen.

Schon früh zeichnete sich ab, wohin die Reise gehen würde. Jöllenbeck spielte von Beginn an offensiv, fast übermütig, während Concordia versuchte, die Ordnung zu halten - erfolglos. "Wir wollten erstmal kompakt stehen", erklärte ein sichtlich bedienter Ihrhover Innenverteidiger Lasse Roth nach dem Spiel. "Aber die haben einfach nicht aufgehört, zu laufen. Und dann stand’s halt 0:2."

In der 30. Minute eröffnete der junge Philip Link, gerade einmal 18 Jahre alt, den Torreigen. Nach feinem Zuspiel von Routinier Emilio Zapatero schob er den Ball überlegt ins lange Eck. Der Jubel im Gästeblock war laut, aber nicht übertrieben - man ahnte wohl, dass da noch mehr kam.

Und tatsächlich: Nur sieben Minuten später durfte Herbert Grossmann seinen ersten großen Auftritt feiern. Ein Eckball, kurz ausgeführt, dann ein Rückpass zu Paul Petersen, der den Ball mit chirurgischer Präzision in den Lauf von Grossmann chippte. Der zog aus 18 Metern ab - und ließ Ihrhoves Keeper Sven Haag keine Chance. 0:2, und die Köpfe der Concorden hingen so tief, dass man fast Mitleid bekam.

"Da wussten wir: Heute geht was", grinste Jöllenbecks Trainer Peer Chamier nach dem Spiel. "Die Jungs haben sich einfach was getraut. Und wenn du 21 Mal aufs Tor schießt, darf auch mal was reingehen."

In der zweiten Halbzeit hatte Ihrhove kurz so etwas wie einen Moment. In der 63. Minute tauchte Linksverteidiger Niels Baer plötzlich frei vor Jöllenbecks jungem Keeper Dario Erceg auf. Doch statt den Anschluss zu markieren, drosch er den Ball in die Abendluft von Ostfriesland. "Ich wollte’s mit Gefühl machen", murmelte Baer später, "aber das Gefühl war wohl gerade auf der Tribüne."

Jöllenbeck blieb unbeeindruckt, kombinierte ruhig weiter - fast schon verspielt. Zapatero, der 32-jährige Spielmacher, verteilte die Bälle, als spiele er auf dem Schulhof. Und vorne wirbelten die Teenager Link, Rau und Berglund wie entfesselt. In der 74. Minute folgte dann das endgültige K.o. Herbert Grossmann schnürte nach Vorarbeit von Vincent Berglund seinen Doppelpack - trocken, flach, zielsicher. 0:3, und das Stadion verstummte.

"Wir hätten auch fünf machen können", meinte Berglund später mit einem Lächeln, "aber wir wollten höflich bleiben." Ein Satz, der exemplarisch für die Überlegenheit der Jöllenbecker stand.

Concordia-Trainer wollte sich nach dem Spiel gar nicht lange aufhalten. "Wenn du zuhause so untergehst, hilft nur arbeiten", knurrte er und verschwand in der Kabine. Seine Spieler folgten ihm mit hängenden Schultern - außer Andre Hummel, der in der 77. Minute Gelb gesehen hatte und sich mit dem Schiedsrichter noch über die Definition von "Foul" stritt.

Die Statistik sprach ohnehin Bände: 48 Prozent Ballbesitz für Ihrhove, 52 für Jöllenbeck, doch die Zahlen täuschen. Der Ball lief bei den Gästen mit Plan, bei den Hausherren eher planlos. Tacklingquote? 59 Prozent für Jöllenbeck - das nennt man dann wohl Zweikampfstärke.

Als Schiedsrichter Müller nach 92 Minuten abpfiff, durften die Gäste jubeln, während die Concorden in die kalte Januarnacht hinausblickten. Die Fans auf der Tribüne hatten es da schon besser: Sie konnten sich wenigstens mit einem heißen Tee trösten.

"Das war erwachsen", lobte ein älterer Zuschauer die Jöllenbecker. "Und das von einer Mannschaft, deren halbes Team noch nicht mal Auto fahren darf."

So bleibt festzuhalten: Jöllenbeck spielt in dieser Landesliga nicht nur mit, sie geben den Takt an. Concordia Ihrhove dagegen hat bewiesen, dass man auch mit 48 Prozent Ballbesitz ziemlich wirkungslos sein kann.

Vielleicht war’s nur ein schlechter Tag. Vielleicht aber auch ein warnendes Signal. Denn wer zuhause mit 0:3 untergeht und dabei kaum Gefahr ausstrahlt, der hat mehr Probleme als nur kalte Füße.

Zumindest das Flutlicht hielt bis zum Ende durch - ein kleiner Trost an einem Abend, an dem sonst alles schiefging.

26.08.643987 23:25
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