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Ekstraklasa | 1. Spieltag | 05.07.26 | SK Pruszkow - FC Lubin 3:1 Schon in der dritten Minute schickte Dennis Zytko, 18 Jahre jung und mit dem Selbstbewusstsein eines Straßenfußballers, den ersten Warnschuss Richtung Gästetor. Es war der Auftakt zu einem Abend, an dem Lubins Keeper Marc Collantes mehr zu tun bekam, als ihm lieb war. Stefan Petruck, der Trainer der Hausherren, grinste nach dem Spiel: "Ich habe den Jungs gesagt: Wenn ihr schon jung seid, dann spielt wenigstens frech. Und sie haben mich wörtlich genommen." In der 11. Minute wurde es tatsächlich ernst. Nach einer Ecke von Yves Schäfer stieg Innenverteidiger Theo Barrymore - ebenfalls 18, aber von der Statur her eher ein Schrank als ein Schüler - am höchsten und köpfte zum 1:0 für Pruszkow ein. Das Stadion bebte, als hätte man gerade die Meisterschaft gewonnen. "Ich dachte ehrlich gesagt, der Ball wäre zu hoch", gestand Barrymore später lachend, "aber dann war er plötzlich im Netz. Vielleicht lag’s am neuen Haarschnitt." Lubin wachte danach langsam auf. In der 29. Minute gelang den Gästen der Ausgleich - Louis Badham traf nach einem cleveren Zuspiel von Marian Bak zum 1:1. Es war der einzige Moment, in dem die erfahrenen Gäste so etwas wie Kontrolle ausstrahlten. "Wir hatten kurz das Gefühl, das Spiel kippt zu unseren Gunsten", meinte Lubins Trainer (der lieber anonym bleiben wollte) hinterher, "aber Pruszkow hat einfach weitergemacht, als wäre nichts passiert. Fast unverschämt unbekümmert." Zur Pause stand es 1:1, und die Statistiken zeigten ein ausgeglichenes Bild: 49,5 Prozent Ballbesitz für Pruszkow, 50,4 für Lubin. Doch wer die Augen offen hatte, sah, dass die Gastgeber das Tempo diktierten. Nach dem Seitenwechsel kam der Moment des Dennis Zytko. In der 59. Minute, nach einem blitzschnellen Doppelpass mit Robert Lewandowski (nicht der, sondern ein anderer - 20 Jahre jung, aber mit ähnlich ehrgeizigem Blick), schob Zytko den Ball lässig ins lange Eck. 2:1. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Zytko später, "und gehofft, dass der Ball reingeht. Hat geklappt." Lubin versuchte, sich zurückzukämpfen, blieb aber harmlos. Nur vier Torschüsse verzeichneten die Gäste über die gesamte Partie, während Pruszkow 14 Mal gefährlich abschloss. Die Abwehr um Barrymore und Daniel Szczepaniak stand sicher, und Torwart Humberto Miguel musste kaum eingreifen - außer, um den Ball nach Rückpässen kunstvoll anzunehmen, was er mit einem Hauch brasilianischer Nonchalance tat. In der 67. Minute fiel die Entscheidung: Barrymore, diesmal als Assistgeber, schlug einen langen Ball auf den linken Flügel, wo Juriaan Tenbrook startete, den Ball einmal aufspringen ließ und ihn dann wuchtig ins Netz drosch. 3:1 - und der Rest war Jubel, Gesänge und das Gefühl, dass hier etwas entstanden ist. Lubin verlor nicht nur das Spiel, sondern auch die Nerven: Zwei Gelbe Karten (Lesniak in der 37., Gregersen in der 46.) sprachen eine deutliche Sprache. Pruszkows Robert Lewandowski kassierte ebenfalls Gelb (68.), wohl ein Ausdruck jugendlicher Begeisterung im falschen Moment. Trainer Petruck zog nach Abpfiff ein zufriedenes Fazit: "Unsere Jungs sind grün hinter den Ohren, ja. Aber sie spielen mit Herz. Wenn sie so weitermachen, müssen die anderen bald Sonnenbrillen tragen - wegen der Zukunft, die hier so hell scheint." Beim FC Lubin hingegen herrschte gedrückte Stimmung. Mittelfeldmann Erland Gregersen schüttelte den Kopf: "Wir hatten den Ball, aber sie hatten den Willen. Und der gewinnt meistens." Das Publikum verabschiedete die jungen Helden mit stehenden Ovationen. Auf der Tribüne hörte man einen älteren Fan sagen: "So hat Pruszkow seit zwanzig Jahren nicht mehr gespielt." Vielleicht übertrieb er ein wenig - aber vielleicht auch nicht. Am Ende stand ein 3:1, das Mut macht. Nicht nur für Pruszkow, sondern für alle, die glauben, dass Fußball mehr ist als Taktik und Ballbesitzprozente. Es ist Leidenschaft, Frechheit - und manchmal einfach jugendlicher Überschwang. Fazit: Wenn diese Teenager so weitermachen, wird die Ekstraklasa bald Nachhilfe brauchen. In Sachen Spaß am Spiel. 06.07.2026 05:28 |
Sprücheklopfer
Freundschaften zählen für mich sehr, aber nicht in diesem Geschäft. Ich habe Jürgen Gelsdorf vor die Tür gesetzt, der war sogar mein Trauzeuge.
Rainer Calmund