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Regionalliga C | 11. Spieltag | 21.08.26 | SV Weiersbach - Kaiserslautern 0:5 Dabei begann Weiersbach keineswegs wie eine Mannschaft, die sich freiwillig in die Rolle des Statisten ergeben wollte. Andre Greiner prüfte in der fünften Minute erstmals die Lauterer Defensive, Martin Lemke und Walter Krug legten wenig später nach. Timm Reich kam in der 31. und 44. Minute zu weiteren Abschlüssen. Sechs Torschüsse brachte der SV insgesamt zustande - das klingt nach Angriffslust, solange man nicht auf die Gegenseite schaut. Denn Kaiserslautern benötigte nur wenige Gelegenheiten, um den Abend frühzeitig in die gewünschte Richtung zu schieben. In der 20. Minute traf Mathias Aas nach Vorlage von Christian Michael zum 1:0. Weiersbach hatte zu diesem Zeitpunkt sogar mehr vom Ball, doch Ballbesitz ist bekanntlich keine Währung, mit der man Tore kaufen kann. 54,6 Prozent standen am Ende für die Gastgeber zu Buche, 45,4 für Kaiserslautern. Die Gäste besaßen dafür das deutlich wertvollere Argument: den Abschluss. In der 32. Minute erhöhte Maurizio Santoro, erneut nach Vorarbeit von Michael. Sieben Minuten später war Vaclav Homola an der Reihe, diesmal assistiert von Kai Bergdolmo. 3:0 zur Pause - und auf der Tribüne dürfte sich mancher Zuschauer gefragt haben, ob die Lauterer eigentlich heimlich einen zweiten Ball mitgebracht hatten. 15 Torschüsse sammelte Kaiserslautern insgesamt, mehr als doppelt so viele wie Weiersbach. "Wir hatten den Ball, aber Kaiserslautern hatte offenbar den Plan", hätte SV-Trainer Johann Moritz nach dem Spiel mit trockenem Humor sagen können. Tatsächlich muss man sich die Stimmen am Abend sinngemäß vorstellen, denn aufgezeichnete Originalzitate liegen nicht vor. Die Szene in der Kabine darf man sich dennoch ungefähr so vorstellen: Moritz blickt in die Runde, jemand murmelt "Wir waren doch nicht schlecht", und aus dem Hintergrund kommt die nüchterne Antwort: "Nur leider war der Gegner besser." Kaiserslautern blieb seiner taktischen Linie treu: ausgewogen ausgerichtet, mit kontrolliertem Passspiel, sicherem Abschlussverhalten und Pressing vor allem dann, wenn es eng werden sollte. Eng wurde es an diesem Abend allerdings nur für Weiersbach. Trainer Kada Schmide musste seine Mannschaft nicht in einen wilden Sturmlauf schicken. Sie blieb geduldig - eine Eigenschaft, die im Fußball ungefähr so selten ist wie ein schmerzfreier Montag. Nach dem Seitenwechsel versuchte Weiersbach, das Spiel zumindest optisch zu ordnen. Doch Kaiserslautern ließ kaum Zweifel aufkommen. In der 74. Minute erzielte Aas sein zweites Tor und stellte auf 4:0. Santoro setzte in der 83. Minute den Schlusspunkt, vorbereitet von Georg Lutz. Dazwischen wechselte Kaiserslautern frisches Personal ein, ohne den Rhythmus zu verlieren. Weiersbach kam durch Pattrick Fritzsche in der 88. Minute noch zu einem Abschluss, doch der Ehrentreffer blieb aus. So endete ein Abend, an dem Weiersbach mehr Ballbesitz, Kaiserslautern aber die bessere Idee hatte. 0:5 lautet das Ergebnis - und es ist eines jener Resultate, bei denen selbst die Statistik irgendwann höflich schweigt. Der SV wird sich fragen müssen, was man mit dem Ball anfangen kann. Kaiserslautern hingegen dürfte die Heimreise mit der angenehmen Erkenntnis angetreten haben: Effizienz ist manchmal die charmanteste Form des Fußballs. 22.08.2026 08:40 |
Sprücheklopfer
Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser.
Franz Beckenbauer