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Karabulut köpft die Tigers zum Sieg - Telford kämpft, Hull gewinnt nüchtern

An einem frostigen Dienstagabend in Telford verwandelte sich das kleine New Bucks Head Stadion mit seinen 16.000 Zuschauern in eine Mischung aus Glühweinbude und Geduldsprobe. Am 19. Spieltag der 2. Liga England trennten sich Telford United und die Hull Tigers mit 0:1 - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber in Wahrheit eine ganze Geschichte von verpassten Chancen, tapferem Verteidigen und einem Innenverteidiger mit Stürmerinstinkten erzählt.

Das goldene Tor fiel in der 50. Minute, als Öcal Karabulut - seines Zeichens Innenverteidiger und normalerweise eher Freund des rustikalen Zweikampfs - nach einer butterweichen Flanke von Jorgen Halvorsen am höchsten stieg und den Ball per Kopf in die lange Ecke setzte. "Ich dachte ehrlich, ich träume", grinste Karabulut später, "ich bin ja nicht gerade der Schnellste, aber wenn du da oben bist, sieht die Welt einfach gut aus."

Telford, das Team des erfahrenen Trainers (dessen Name im Protokoll seltsamerweise fehlt - vielleicht war er zu beschäftigt mit der Coaching-Zone), hatte sich bis dahin tapfer gewehrt. Im ersten Durchgang hielten sie mit fast 50 Prozent Ballbesitz erstaunlich gut mit, wobei das Wort "Ballbesitz" in diesem Fall oft bedeutete: Den Ball in sicherer Entfernung zum eigenen Strafraum jonglieren.

Die Hull Tigers von Coach Mathias Oergel dagegen spielten, als hätten sie einen persönlichen Vertrag mit dem gegnerischen Torwart abgeschlossen: 22 Torschüsse, ein Tor. "Wir hätten eigentlich 4:0 gewinnen müssen", murmelte Oergel nach dem Spiel und verzog das Gesicht, als hätte jemand seine Lieblingskrawatte geklaut. "Aber gut - manchmal ist Fußball eben kein Wunschkonzert."

Schon in der ersten Minute setzte der 17-jährige Xabier Nene das erste Ausrufezeichen - ein satter Schuss aus halblinker Position, den Telfords Keeper Reece Onnington mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. Der Nachwuchsstürmer, der aussieht wie ein Schüler auf Klassenfahrt, spielte furchtlos und quirlig, bis er in der 61. Minute ausgewechselt wurde. Für ihn kam Ewan Caviness, der prompt ebenfalls aufs Tor ballerte - und ebenso prompt verzog.

Telford hatte seine Momente: Gleb Konowalenko prüfte in der 14. Minute Tigers-Keeper Joel Eliot, und Louis Linney versuchte es mit einem Distanzschuss aus 25 Metern, der in die Kategorie "interessanter Versuch" fiel. Doch mit nur sechs Torschüssen im gesamten Spiel fehlte schlicht die Durchschlagskraft.

"Wir haben alles gegeben, aber irgendwann verlierst du gegen die Physik", sagte Linney nach Abpfiff und schüttelte den Kopf. "Die hatten einfach zu viele Beine im Weg."

Auffällig war, dass die Tigers zwar drückten, aber ohne wildes Pressing agierten. Oergel ließ sein Team geduldig über die Flügel kombinieren, mit aggressiver Zweikampfführung, aber ohne hektischen Offensivdrang. Das Ergebnis: viel Ballbesitz, viele Chancen - und ein einziger Treffer, der dann aber reichte.

In der 19. Minute sah Telfords Luke Catrall Gelb, nachdem er Hulls Logan Lansbury an der Seitenlinie spektakulär "abgeräumt" hatte. "Ich wollte den Ball spielen", beteuerte er später mit einem Grinsen, "aber der Ball wollte offenbar nicht."

Nach einer Stunde begann bei den Tigers das große Wechselspiel. Oergel brachte frische Beine: Caviness, Munoz und Goncalves kamen - vermutlich, um die Uhr runterzuspielen, aber auch, um dem Publikum noch ein paar Schüsse mehr zu bieten. Telford dagegen wirkte zunehmend müde, vielleicht auch resigniert.

So plätscherte die Schlussphase dahin. Die Tigers schossen weiter aus allen Lagen, Onnington pflückte, faustete und rief zwischendurch Richtung Bank: "Wie lange noch?" - worauf ein Zuschauer trocken zurückrief: "Bis du fliegst, Junge!"

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierte das Publikum trotzdem. Man schien zu wissen: Gegen diesen Gegner war mehr als Schadensbegrenzung kaum möglich.

"Ich bin stolz auf die Jungs", meinte Oergel zum Abschluss, diesmal mit einem echten Lächeln. "Wenn dein Innenverteidiger das Siegtor macht, hast du irgendwas richtig gemacht - oder alles falsch, je nachdem, wie man’s sieht."

Telford United bleibt damit im Tabellenkeller stecken, während Hull mit diesem Pflichtsieg nach oben schielt. Für die Statistikfreunde: 50,3 Prozent Ballbesitz für Hull, 22:6 Torschüsse - und ein Tor, das über 90 Minuten entschied.

Und für die Romantiker des Spiels bleibt die Erkenntnis: Manchmal braucht es keine Stürmer, keine Taktik, keine Eleganz. Man braucht nur einen Innenverteidiger namens Öcal Karabulut, der in der 50. Minute kurz vergisst, was seine eigentliche Aufgabe ist.

Oder, wie ein älterer Fan beim Ausgang seufzte: "Das war kein schönes Spiel - aber wenigstens war’s warm im Pub danach."

27.08.643987 01:05
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