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Kein Durchkommen in Gda?sk: BKS verzweifelt an Sosnowiec-Mauer

Es gibt Fußballabende, an denen man das Gefühl hat, der Ball wolle einfach nicht über die Linie - und der Freitagabend im Stadion von BKS Gdańsk war genau so einer. 32.076 Zuschauer sahen beim 0:0 gegen Dinamo Sosnowiec ein Spiel, das in fast jeder Statistik eine klare Sprache sprach - nur eben nicht im Ergebnis.

Von der ersten Minute an machten die Hausherren Druck. Trainer Mike Matt hatte seine junge Truppe offensiv eingestellt, "wir wollten zeigen, dass wir das Spiel kontrollieren können", sagte er hinterher, "und das haben wir bis auf das mit den Toren ja auch geschafft." 23 Schüsse auf das gegnerische Tor - das ist nicht nur eine Zahl, das ist fast schon ein Hilferuf.

Schon in der dritten Minute prüfte der 17-jährige Dawid Spizak den Gästetorhüter Taylor O’Shea mit einem Distanzschuss, der aber mehr Staub als Gefahr aufwirbelte. Nur drei Minuten später versuchte es Patrick Fiedler, und wieder flog der Ball knapp vorbei. Dinamo kam kaum aus der eigenen Hälfte, und wenn doch, dann eher zufällig - so wie in der 48. Minute, als Alen Simunic plötzlich allein vor Jerzy Bak auftauchte, aber dem Gdańsker Keeper war wohl langweilig geworden: Er pflückte den Ball seelenruhig herunter, als wäre es ein Trainingsspiel.

BKS spielte weiter wie besessen. Sebastian Mencel traf in der 14. Minute die Latte, Jurek Scherfke schoss zwischen der 19. und 80. Minute gefühlt siebenmal aufs Tor - und das ist keine Übertreibung: tatsächlich waren es sechs Torschüsse. "Ich hätte vielleicht einfach mal die Augen beim Schuss zumachen sollen", grinste der 18-Jährige nach dem Abpfiff. "So viele Chancen, das glaubt dir keiner."

Die Gäste? Nun, Dinamo Sosnowiec hatte exakt einen Torschuss im gesamten Spiel. Einen. In Worten: einen. Der Rest war Verteidigung pur, mit allem, was Beine, Köpfe und Zeitspiel hergaben. Schon nach einer Minute holte sich Innenverteidiger Marcel Szarmach die Gelbe Karte - sinnbildlich für den Rest des Abends. "Wir wollten kompakt stehen", erklärte Dinamos Coach (der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollte) mit einem Lächeln, "und das haben wir getan. Sehr kompakt."

Mit 52 Prozent Ballbesitz hatte Gdańsk zwar leicht die Nase vorn, aber jede Statistik schien sie nur noch mehr zu frustrieren. Besonders bitter: Selbst die Innenverteidiger mischten vorne mit. Bartilomiej Willimowski, 18 Jahre jung, tauchte mehrfach im Strafraum auf und feuerte drauflos, als wolle er die Torflaute eigenhändig beenden. Doch der Ball wollte einfach nicht. "Ich hab alles versucht - vielleicht hätte ich mir einen Hammer mitbringen sollen", witzelte er in der Mixed Zone.

Trainer Mike Matt wechselte zur Stunde drei frische Kräfte: Thomas Jansen ersetzte den jungen Spizak, Lukas Hawrylewicz kam für den verwarnten Filip Blaszczykowski, und im Tor durfte Jerzy Bak für den ebenfalls blutjungen Noe Ogaza ran. Dass man selbst beim Stand von 0:0 den Torwart tauscht, sagt viel über die Dramatik dieses Spiels: Man suchte einfach nach einem Zeichen, irgendeinem.

Doch auch in der Schlussphase blieb es beim Anrennen ohne Ertrag. Adam Wichniarek probierte es in der 77., 81. Minute und wieder flog der Ball knapp am langen Pfosten vorbei. Der Stadionsprecher hatte irgendwann Mitleid und kündigte den nächsten "Beinahe-Treffer" mit ironischem Unterton an, was ihm prompt einen genervten Blick von Coach Matt einbrachte.

Dinamo Sosnowiec verteidigte stoisch, fast schon stoisch langweilig, aber eben effektiv. "Wir hatten einen Plan", sagte Kapitän Vincent Bureau, "und der hieß: Überleben." Das taten sie - und zwar mit bemerkenswerter Konsequenz.

Als der Schlusspfiff ertönte, sank Jurek Scherfke auf die Knie, nicht vor Freude, sondern aus purer Erschöpfung. 90 Minuten Offensive, 0 Tore, 23 Schüsse - das ist fast schon ein philosophisches Ergebnis.

"Wenn’s nicht läuft, läuft’s nicht", meinte Trainer Matt trocken. "Aber ich sag’s mal so: Lieber 23 Chancen und kein Tor als gar keine Chancen." - Das mag stimmen, aber irgendwann will man im Fußball halt doch mehr als Statistiksiege.

Am Ende blieb das Gefühl zurück, ein Spiel gesehen zu haben, das man in zehn Jahren noch als "das 0:0 mit 23 Schüssen" in Erinnerung haben wird. Und irgendwo in Sosnowiec wird man sich heute Abend denken: Ein Punkt ist ein Punkt - selbst wenn man dafür 89 Minuten den eigenen Strafraum bewohnt hat.

Oder, wie es der Stadionsprecher beim Abgang augenzwinkernd formulierte: "Manchmal gewinnt eben der, der kein Tor kassiert."

30.03.644003 08:59
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Grundsätzlich muss man sich überlegen, ob man dann weitermacht. Aber ich lasse mir da Zeit, ich denke da kurzfristig.
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