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Kein Sieger, kein Tor - aber reichlich Gesprächsstoff in Sittard

Manchmal ist ein 0:0 spannender als ein 4:3. Na gut, vielleicht nicht für den neutralen Zuschauer, aber für die 44.132, die am Samstagabend in Sittard fröstelnd auf den Rängen saßen, hatte dieses torlose Remis zwischen dem FC Sittard und dem FC Den Haag durchaus seinen eigenen, leicht absurden Charme. Es war das vierte Spiel der Saison in der "1. Liga Niederlande" - und nach 90 Minuten wusste man nicht so recht, ob man den Heimischen gratulieren oder sie bedauern sollte.

Denn wer zwölf Torschüsse abfeuert, 55 Prozent Ballbesitz verbucht und trotzdem kein einziges Mal den Ball über die Linie bringt, darf sich durchaus fragen: Woran hat’s gelegen? "Ich weiß es ehrlich gesagt nicht", seufzte Sittards Trainer Patrick We nach dem Schlusspfiff. "Vielleicht war das Tor heute einfach ein bisschen kleiner." Ein Satz, der vom Gesichtsausdruck seines Kapitäns Zeeman Schuyler mit einem ironischen Kopfnicken quittiert wurde. Schuyler hatte gleich drei Mal draufgehalten - in der 7., 28. und 30. Minute - und jedes Mal war entweder Torwart Jan Kona im Weg oder der Ball flog in die Kategorie "Gefahr für die Eckfahne".

Dabei begann das Spiel furios. Schon nach drei Minuten prüfte Zeeman Breed den Gäste-Keeper erstmals, und das Publikum setzte zu einem Jubel an, der dann doch eher in ein erstauntes "Oh!" überging. Danach rollte Angriff auf Angriff auf das Tor von Den Haag, das von Kona wie von einer unsichtbaren Mauer geschützt schien. Selbst Godewyn van Schoonhoven, sonst die Ruhe selbst, konnte sich in der 69. Minute ein entnervtes "Verdammt, der Typ hält ja alles!" nicht verkneifen - vom Lippenlesen eindeutig zu erkennen.

Den Haag selbst hielt sich offensiv eher zurück. Drei Torschüsse in 90 Minuten - das gilt selbst in Den Haag als minimalistisches Understatement. "Wir wollten kompakt stehen", erklärte Gästecoach Bronco Capone nach der Partie. "Und das haben wir geschafft. Manchmal ist ein Punkt wie ein halber Sieg." Ein halber Sieg vielleicht, aber für die Zuschauer war das eher ein halber Schlaf.

Dabei war das Spiel keineswegs langweilig - nur eben torlos. Es gab Karten, es gab Emotionen, es gab einen Schiedsrichter, der offenbar beschlossen hatte, das Gelb heute großzügig zu verteilen. In der 25. Minute sah Sittards Rechtsverteidiger Gijs van Cortlandt Gelb für ein rustikales Einsteigen, das man wahlweise als energisch oder übermotiviert bezeichnen konnte. "Ich hab’ doch nur den Ball gespielt", rief er Richtung Linienrichter - während der Ball verdächtig weit entfernt lag. Kurz vor der Pause erwischte es dann Den Haags Lionel Eusebio, der sich nach einem taktischen Foul artig beim Gegenspieler entschuldigte, aber eben trotzdem Gelb sah. Und weil aller guten Dinge drei sind, folgte in der 58. Minute Joseph Boulanger mit der nächsten Karte - auch da war der Ball wieder nur ein unbeteiligter Zeuge.

In der zweiten Halbzeit drängte Sittard noch entschlossener. Michel Devenpeck, der junge Mittelfeldmotor, zog in der 84. Minute ab - ein Schuss wie ein Strich, aber leider genau in die Arme von Kona. "Ich dachte, das Ding sitzt", sagte Devenpeck später kopfschüttelnd. "Vielleicht sollte ich mal Basketball probieren, da ist der Korb größer."

Capone reagierte derweil auf Sittards Druck mit einem Doppelwechsel zur Pause: Alessandro Lago und Onur Ates kamen für Mario Nani und Josef Rosenthal - frische Beine, frische Ideen? Eher frische Luft. Den Haag blieb defensiv, lauerte auf Konter, und einmal - in der 60. Minute - hätte Toni Uusimäki fast für den Lucky Punch gesorgt. Sein Schuss aus spitzem Winkel zwang Sittards Keeper Karol Vencel zu einer Glanzparade.

So blieb es beim 0:0, das für Den Haag wie ein Sieg schmeckte und für Sittard wie eine verpasste Chance. Die Statistik sprach Bände: 12:3 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und trotzdem kein Treffer.

"Wenn wir so weiterspielen, fallen die Tore irgendwann von selbst", meinte Trainer We zum Abschied und grinste. "Nur hoffentlich noch in dieser Saison."

Und während die Fans sich in die kalte Nacht verabschiedeten, blieb das Gefühl: Manchmal ist Fußball einfach ein bisschen wie ein schlechter Witz - der Ball will einfach nicht ins Tor, aber alle lachen trotzdem.

22.02.643987 19:38
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