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Ein kalter Januarabend in Kilkenny, Flutlicht, 30.345 Zuschauer und zwei Mannschaften, die sich nichts schenken wollten - das war das Setting für ein Spiel, das gemächlich begann und furios endete. Am Ende schnurrten die Kilkenny Cats zufrieden: 2:1 gegen Dundalk, nach einem Rückstand und jeder Menge Torschüsse, die die Zuschauer zwischen Jubel und Nervenzusammenbruch pendeln ließen. Die Cats begannen, wie Katzen eben beginnen: neugierig, verspielt und ein bisschen ungeduldig. Schon nach zwei Minuten feuerte Jay Clarke den ersten Ball Richtung Dundalk-Tor, und man merkte, dass die Gäste-Torhüterhandschuhe von Michael Kelly heute heißlaufen würden. 25 Schüsse aufs Tor - man hätte fast denken können, Kilkenny habe sich vorgenommen, das Tornetz zu testen, ob es auch wirklich stabil hängt. Dundalk hingegen zeigte, warum man Offensivgeist nicht mit Effektivität verwechseln darf. Zwar kam auch das Team von Trainer Daddy Yankee - ja, der Name sorgte schon beim Einlaufen für heitere Kommentare auf der Tribüne ("Fehlt nur noch die Stadionhymne mit Reggaeton-Beats", rief ein Fan) - zu acht Abschlüssen, doch meist blieb es beim Versuch. Nach einer torlosen ersten Hälfte, in der Kilkenny zwar dominierte, aber das Runde einfach nicht ins Eckige bekam, kam dann die kalte Dusche: In der 53. Minute vollendete Jean Bergen für Dundalk nach Vorlage des blutjungen Davib Miller einen blitzsauberen Konter. 0:1 - und plötzlich schnurrte nichts mehr im Cats-Stadion. "Ich hab kurz überlegt, ob wir uns heute selbst im Weg stehen", gab Heimtrainerin Emilia Klöpper später mit einem schiefen Lächeln zu. Doch wer die Cats kennt, weiß: Sie haben sieben Leben. Nur zwei Minuten nach dem Schock antwortete James Hoskins, der Routinier im Mittelfeld, mit einem präzisen Schuss aus 20 Metern nach feinem Zuspiel von Bailey Cunningham. 1:1 - der Jubel war so laut, dass selbst die Möwen über dem Stadion irritiert abdrehten. "Ich hab den Ball perfekt getroffen, das war fast zu schön, um wahr zu sein", grinste Hoskins nach dem Spiel. Von da an spielten nur noch die Hausherren. Dundalk wirkte müde, ein bisschen ratlos, und vielleicht fragte sich mancher Spieler, warum man eigentlich mit so viel Offensivdrang angetreten war, wenn man am Ende nur hinterherlaufen muss. Die Cats dagegen kombinierten mit wachsender Spielfreude. Archie Guillory riss das Spiel an sich, verteilte Bälle, als hätte er ein Abonnement auf den perfekten Pass. In der 74. Minute war es dann soweit: Guillory legte mustergültig quer auf den jungen Samuel Browning, der eiskalt einschob - 2:1. Das Stadion tobte. Auf der Tribüne tanzte sogar ein älterer Herr mit Katze auf dem Fanschal, während Klöpper an der Seitenlinie die Faust ballte. "Das war pure Willenskraft", jubelte sie später. "Und vielleicht ein kleines bisschen Taktik." Dundalk versuchte es in den letzten Minuten noch einmal, brachte aber kaum Gefährliches zustande. Louis Finnan prüfte Keeper Finlay Kavanagh kurz vor Schluss, doch der 21-Jährige zeigte, warum er als einer der talentiertesten Torhüter der Liga gilt. "Ich hab ihm ins Gesicht gesehen und wusste: Der trifft nicht", sagte Kavanagh humorvoll im Interview. Die Statistik spricht eine klare Sprache: 54 Prozent Ballbesitz für Kilkenny, 25 Torschüsse, eine Zweikampfquote von über 54 Prozent - das war keine Glückssache, sondern schlicht der längere Atem. Dundalk hatte zwar seine Momente, doch am Ende reichte die offensive Grundhaltung (und das fehlende Pressing) nicht aus, um den Katzen das Futter streitig zu machen. Und so blieb es beim 2:1 - ein verdienter Sieg für Kilkenny, der gleichzeitig eine kleine Kampfansage an die Liga war. "Wir sind noch lange nicht am Limit", versprach Trainerin Klöpper augenzwinkernd, während sie mit einem Kaffeebecher in der Hand in die Kabine verschwand. Auf der anderen Seite nahm Daddy Yankee die Niederlage gelassen. "Wir waren gut, aber nicht gut genug. Vielleicht brauchen wir beim nächsten Mal weniger Rhythmus und mehr Ruhe", sagte er, ehe er mit einem Lächeln ergänzte: "Aber hey - das Publikum hatte Spaß." Und das stimmt. Spaß war reichlich dabei - besonders für die Cats-Fans, die nach dem Schlusspfiff noch lange sangen. Ein verdienter Sieg, ein Abend voller Emotionen - und ein weiterer Beweis, dass Kilkenny zu Hause schwer zu bändigen ist. Oder, um es in der Sprache der Fans zu sagen: Die Katzen haben wieder Krallen gezeigt. 06.03.643987 10:37 |
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