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Kilkenny schießt, St. Patricks trifft - ein Abend voller vergeblicher Chancen

Premier Division | 15. Spieltag | 19.07.26 | Kilkenny Cats - St Patricks Athletic 0:1

Es war einer dieser Abende, an denen 35.059 Zuschauer im Kilkenny-Stadion irgendwann das Gefühl bekamen, dass der Ball einfach nicht ins Tor wollte. Die "Cats" spielten, liefen, schossen - und verloren dennoch mit 0:1 gegen St Patricks Athletic. Ein Spiel, das in seiner Ironie fast schon poetisch war: 17 Torschüsse für Kilkenny, acht für die Gäste - aber nur ein Treffer, und der fiel auf der falschen Seite.

Bereits nach 13 Minuten war das Spiel entschieden. Leon Delap, der flinke Rechtsaußen der "Saints", vollendete eiskalt nach butterweicher Flanke des 17-jährigen Samuel Yeates. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Delap später, "und gehofft, dass der Ball nicht wie sonst in den Nachthimmel verschwindet." Dieses Mal verschwand er tatsächlich - im Netz hinter Finlay Kavanagh, dem bedauernswerten Keeper der Cats, der nach dem Spiel nur lakonisch meinte: "Ich hab ihn spät gesehen. Vielleicht auch gar nicht."

Dabei war das Spiel keineswegs einseitig. Ganz im Gegenteil: Die Cats unter Trainerin Emilia Klöpper marschierten von Beginn an offensiv, fast schon trotzig, gegen die defensiv disziplinierten Gäste. Ballbesitz? 60 Prozent für Kilkenny. Einsatz? Hoch. Verwertung? Ein Fall für die örtliche Selbsthilfegruppe frustrierter Stürmer. Ricardo Vidigal, der rechte Flügel, prüfte Torhüter Javi Miguel schon in der zweiten Minute - und dann noch einmal in der 52., 55., 62., 86. Minute. Fünfmal. Ohne Happy End.

"Wir haben alles gemacht, was man machen kann, außer treffen", seufzte Trainerin Klöpper nach Spielende. "Vielleicht sollten wir das Tor beim nächsten Mal einfach ein bisschen größer machen."

Ihr Gegenüber, Thomas Rumpelt, konterte mit typisch trockenem Humor: "Manchmal reicht ein Schuss. Wir wollten halt effizient sein, nicht unterhaltsam."

Und effizient waren die Gäste tatsächlich. Nach der frühen Führung zogen sie sich zurück, stellten die Räume zu und überließen Kilkenny das Spielgerät - aber nicht den Erfolg. Ilias Tziolis, der den gelben Karton in der 69. Minute sah, war das unermüdliche Herz im Mittelfeld: Ball erobern, weitermachen, Zeit schinden, wieder Ball erobern. "Ich wollte einfach zeigen, dass man auch mit 39 Prozent Ballbesitz gewinnen kann", meinte er später mit einem Augenzwinkern.

In der zweiten Halbzeit wurde es zunehmend hektisch. Die Cats rannten an, Harvey Corraface scheiterte in der 42. und 90. Minute jeweils knapp. In der 76. Minute sah Antonio Velasquez Gelb, nachdem er den Schiedsrichter wohl etwas zu laut fragte, ob dessen Pfeife überhaupt funktioniere. "Ich hab nur laut gedacht", verteidigte er sich später schmunzelnd.

Auch taktisch blieb es bemerkenswert: Während Kilkenny durchgängig offensiv agierte, blieb St. Patricks stoisch "balanced". Kein Pressing, keine Hektik - einfach Disziplin. Rumpelts Mannschaft wirkte wie ein Uhrwerk, das sich nur alle paar Minuten kurz bewegte, um wieder einen Angriff zu versenken oder eine Flanke abzufangen.

Die Wechsel der Gäste in der 56. Minute - Maurice, Bjorklund und Rosati kamen - sorgten für frische Beine und noch mehr Stabilität. Besonders der junge Luca Rosati, der für Logan Clarke aufs Feld kam, zeigte, dass auch defensive Flügelspieler eine Partie beruhigen können.

Kilkenny dagegen warf in den letzten Minuten alles nach vorn. Selbst Innenverteidiger Andrew Douglas stürmte plötzlich im gegnerischen Strafraum herum, als wolle er das Gesetz der Wahrscheinlichkeit persönlich herausfordern. Doch es half nichts - auch Moshe Alberman, der in der Nachspielzeit (94.) noch einmal gefährlich abzog, scheiterte am glänzend aufgelegten Miguel.

Und so endete ein Spiel, das alle Statistiken zugunsten der Heimmannschaft zeigte, mit einem knappen, aber verdienten Sieg der Gäste. 0:1 - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber ein Drama in 96 Akten verbarg.

"Wir nehmen die Punkte, Kilkenny darf den Ball behalten", witzelte Rumpelt beim Verlassen des Platzes.

Emilia Klöpper hingegen setzte zum Trotz an: "Wenn wir so weiterspielen, wird irgendwann einer reingehen. Vielleicht nächste Woche. Vielleicht auch irgendwann."

Ein Abend also, an dem die Cats zwar schnurrten, aber nicht bissen. Und St Patricks Athletic? Die grinsten leise, packten ihre drei Punkte ein - und verschwanden in die Nacht, als hätten sie nie etwas anderes vorgehabt.

20.07.2026 06:56
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