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Kirchner lässt Borussia Neunkirchen jubeln - 17-Jähriger schießt Merxheim ab

Wenn ein 17-jähriger Jungspund den Unterschied macht, dann darf man getrost von einer frischen Brise auf dem Saarlandrasen sprechen. Borussia Neunkirchen gewann am Montagabend vor 2194 Zuschauern das Landesliga-32-Duell gegen Merxheim mit 2:0 (0:0). Mann des Abends: Karsten Kirchner, rechter Flügelflitzer, Halbstarker mit Mut zum Risiko und zwei Treffern binnen 60 Sekunden.

Dabei hatte in der ersten Halbzeit wenig auf einen Neunkircher Sieg hingedeutet - zumindest ergebnistechnisch. Chancen? Jede Menge. Tore? Fehlanzeige. Schon in der 1. Minute prüfte Innenverteidiger Jason Walther den Merxheimer Keeper Simon Beckmann mit einem Fernschuss, der mehr nach Verzweiflung als nach Plan aussah. Trainer Kada Schmide schüttelte nur den Kopf und rief: "Jason, das ist kein Eishockeytor!"

Die Borussia, taktisch offensiv eingestellt, drückte und kombinierte. 19 Torschüsse insgesamt, allein acht vor der Pause, aber der Ball wollte einfach nicht ins Netz. "Wir haben gespielt wie beim Kegelabend - nur dass die Kegel stehen geblieben sind", kommentierte Mittelfeldspieler Matthias Arnold später mit einem Grinsen.

Merxheim hingegen, nominell ebenfalls offensiv ausgerichtet, wirkte erstaunlich zahm. Zwei Torschüsse in 90 Minuten - das ist in der Landesliga höchstens Statistik, aber kein Angriff. "Wir wollten kompakt stehen und dann zuschlagen", erklärte Gäste-Stürmer Marwin Hofmann. Auf die Nachfrage, wann genau dieser Schlag geplant war, antwortete er trocken: "Vielleicht nächste Woche."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig. Borussia Neunkirchen rannte, Merxheim verteidigte, das Publikum fror. Dann kam die 55. Minute - und mit ihr der Auftritt des jungen Karsten Kirchner. Ein kluger Pass von Bernt Bode auf die rechte Seite, Kirchner zieht in den Strafraum, ein Haken, noch einer, und dann zappelt der Ball endlich im Netz. 1:0. Jubel, Erleichterung, Begeisterung.

Doch bevor Merxheim den Schock verdauen konnte, schlug derselbe Kirchner erneut zu. Nur eine Minute später, diesmal nach Vorarbeit von Meik Arndt, traf der 17-Jährige eiskalt zum 2:0. Zwei Tore in zwei Minuten - die Borussia-Fans tanzten auf den Rängen, und Trainerin Schmide ballte an der Seitenlinie die Fäuste. "Ich hab ihm vor dem Spiel gesagt: Mach einfach dein Ding", erzählte sie nach Abpfiff. "Dass er gleich zwei Dinger macht, war dann sein Ding."

Von Merxheim kam danach so wenig Gegenwehr, dass man fast Mitleid haben musste. Die Gäste hielten den Ball zwar etwas länger - 51 Prozent Ballbesitz laut Statistik -, aber das war wohl eher dem gemächlichen Rückpassspiel geschuldet. Der Neunkircher Torwart Luis Eximeno hätte theoretisch auch im Kiosk nebenan eine Bratwurst holen können.

In der Schlussphase wechselte Schmide noch dreimal, um die U19-Power frisch zu halten. Jan Klein ersetzte den ausgepumpten Doppelpacker Kirchner, Gerhard Steiner kam für Bode, und Gyula Albert durfte hinten dichtmachen. Kurz darauf musste Saweli Jaschin verletzt raus - ein kleiner Wermutstropfen an einem ansonsten glänzenden Abend.

Nach dem Abpfiff strahlte die Borussia-Jugend wie beim Abiturball. "Das war geil", rief Kirchner mit noch leicht zitternden Knien. "Ich hab gar nicht gemerkt, dass der zweite Ball auch drin war. Ich wollte eigentlich flanken." Seine Mitspieler lachten und klopften ihm auf die Schulter.

Merxheims Trainer, der lieber anonym bleiben wollte ("Schreiben Sie einfach, ich war enttäuscht"), fand immerhin lobende Worte für den Gegner: "Die waren gierig, das fehlt uns momentan. Wir hatten zu viel Respekt - und zu wenig Torgefahr."

Die Statistik unterstreicht das Geschehen: 19:2 Torschüsse für Neunkirchen, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und das bei leichtem Ballbesitz-Nachteil. Eine Lehrstunde in Effizienz und jugendlichem Übermut.

So bleibt von diesem 12. Spieltag der Landesliga 32 vor allem eines hängen: Borussia Neunkirchen hat eine Mannschaft, die Spaß macht - und einen 17-Jährigen, der offenbar keine Angst vor großen Momenten kennt. Oder wie Trainerin Schmide zum Abschied sagte: "Wenn die Jungs so weiter kicken, brauch ich bald keinen Kaffee mehr - das Adrenalin reicht."

Und während die Flutlichtanlage langsam erlosch, summte ein Fan im Hintergrund: "So jung kommen wir nicht mehr zusammen." Recht hat er.

26.05.643987 11:37
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Wenn der Ball am Torwart vorbeigeht, ist es meist ein Tor.
Mario Basler
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