Voetbal International
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Kirkwood trifft früh - Den Haag siegt glücklich in Eindhoven

Wenn 43.500 Zuschauer an einem lauen Maiabend ins Philips-Stadion strömen, erwarten sie normalerweise Feuerwerk, Flügelspiel und mindestens zwei Tore von PVC Eindhoven. Bekommen haben sie an diesem 29. Mai 2026 allerdings nur eines - und das schoss der Gegner. FC Den Haag entführte zum Saisonauftakt der 1. Liga Niederlande mit einem 1:0-Auswärtssieg drei Punkte, die sie wohl selbst am wenigsten erwartet hatten.

Die Partie begann schwungvoll, zumindest aus Sicht der Gäste. Alessandro Lago testete bereits in der 9. Minute PVC-Keeper Fotios Siontis mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Nur zwei Minuten später holte sich Dedrick Dag auf der Gegenseite Gelb - ein symbolischer Auftakt für einen Abend, an dem Eindhoven mehr auf die Knochen als auf den Ball zu gehen schien. "Wir wollten zeigen, dass wir da sind", verteidigte Dag seine rustikale Grätsche später mit einem Grinsen.

Es dauerte keine Viertelstunde, da klingelte es: In der 16. Minute legte Lago klug quer auf William Kirkwood, der den Ball mit der Präzision eines Uhrmachers ins rechte Eck schlenzte. 0:1 - und das Stadion verstummte kurz, als wäre jemand auf die Pausetaste gedrückt worden. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Kirkwood nach dem Spiel lachend zu. Trainer Xurxo Zabajone kommentierte trocken: "Dann soll er bitte öfter flanken."

Eindhoven brauchte danach lange, um die eigene Offensive zu finden. Otto Pederson versuchte es in der 31. Minute, Dirck Derrick gleich doppelt kurz vor der Pause - doch Den Haags Torwart Jan Kona hatte offenbar Spiderman-Gene. Mit ausgestrecktem Arm, fliegenden Haaren und einem Lächeln, das irgendwo zwischen Arroganz und Erleuchtung lag, fischte er alles heraus.

Trainer Markus Frey reagierte zur Halbzeit gleich mit drei Wechseln - ein klassischer "Frey’scher Neustart". Teo Males kam für den glücklosen Derrick, Gerrit Coster ersetzte den indisponierten Eliezer, und Diego Henriquez durfte für den Routinier Nelio Viana ran. Der Effekt: immerhin etwas mehr Ballkontrolle, aber keine Tore. Die Statistik lügt nicht - 38 Prozent Ballbesitz für Eindhoven, 62 für Den Haag. Frey meinte später: "Wir wollten den Gegner kommen lassen." Die Frage, ob der Gegner überhaupt gehen wollte, blieb unbeantwortet.

Das Spiel verflachte, aber an intensiven Szenen mangelte es nicht. Hugo Carvalho sah Gelb nach einem robusten Einsteigen gegen Pederson, der in der 90. Minute dann auch verletzt vom Platz musste - sinnbildlich für den Abend der Gastgeber. Karel Cure, der junge Linksaußen, ließ sich in der 75. Minute ebenfalls Gelb zeigen und schaffte das Kunststück, elf Minuten später mit Gelb-Rot in die Kabine zu marschieren. "Ich wollte nur den Ball treffen", sagte er und blickte dabei so unschuldig, dass man fast Mitleid bekommen konnte.

Taktisch blieb Den Haag bemerkenswert diszipliniert: ausgeglichen, kompakt, ohne übermäßiges Pressing, aber mit einem sicheren Passspiel, das Eindhoven nie wirklich knacken konnte. "Wir hatten nie das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren", meinte Zabajone nach Abpfiff - und das, obwohl sein Team nur sieben Torschüsse verbuchte. Dass einer davon reinging, reichte.

Auf der anderen Seite wirkte Eindhoven zwar bemüht, aber ideenlos. Die Flügel, sonst Markenzeichen der Frey-Elf, blieben stumpf. Die neun Torschüsse waren zu harmlos, das Offensivspiel zu durchsichtig. "Wenn du 60 Minuten lang Flanken schlägst, die keiner verwertet, musst du dich nicht wundern", schimpfte Frey auf der Pressekonferenz. Dann fügte er mit einem schiefen Lächeln hinzu: "Vielleicht üben wir nächste Woche mal aufs Tor zu schießen."

Und so endete der Auftakt, wie er begonnen hatte - mit Den Haag, das sich unaufgeregt und clever die Punkte sicherte, und Eindhoven, das sich an seiner eigenen Offensive verhob. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus. Vielleicht, weil sie wissen: Saisonauftakte sind selten schön, aber sie erzählen viel.

"Ein Tor ist ein Tor", meinte Matchwinner Kirkwood zum Schluss. "Und wenn’s das einzige bleibt, ist’s umso schöner."

Vielleicht hat er recht. Für Den Haag war’s ein Arbeitssieg mit Stil. Für Eindhoven ein Warnschuss - im wahrsten Sinne des Wortes.

11.08.644000 18:34
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