Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Kolarovs Blitztor reicht - Patizan ringt Crno nieder

Ein Tor nach 47 Sekunden, 47 317 fröstelnde Zuschauer und 90 Minuten, die sich anfühlten wie eine Mischung aus Geduldsprobe und Herzinfarkttraining - das war der Auftakt zur neuen Saison der 1. Liga Serbien. Patizan Belgrad besiegte den Stadtrivalen Crno Belgrad mit 1:0, und das dank eines Treffers, der schneller fiel, als der Stadionsprecher den Anpfiff zu Ende sagen konnte.

Sinisa Kolarov, 31, der Mann mit dem rechten Fuß wie ein Presslufthammer, nahm sich in der ersten Minute ein Herz. Nach einem energischen Antritt über links von Ranisav Zigic kam der Ball in den Strafraum, Kolarov nahm ihn direkt - und ehe Crno-Keeper Dusko Lomic überhaupt blinzeln konnte, zappelte das Leder im Netz. 1:0. Danach: 89 Minuten Kampf, Krampf und ein bisschen Chaos.

"Ich dachte, der Schiedsrichter pfeift das Tor zurück, so früh war das", grinste Patizan-Trainer Uwe Schumacher nach dem Spiel. "Aber dann hab ich gesehen, dass der Ball wirklich drin war - da konnte selbst ich nichts mehr meckern."

Schumacher hatte sein Team defensiv eingestellt, "defensive Ausrichtung, lange Bälle, starker Einsatz" - so stand es wohl auch auf dem Taktikzettel. Nachdem Kolarov getroffen hatte, rückten die Schwarz-Weißen tief, verteidigten mit allem, was Beine hatte, und vertrauten auf den Konter.

Crno Belgrad dagegen, trainiert vom temperamentvollen Cevo Icvic, suchte geduldig nach Lücken. Über die Flügel, wie der Matchplan vorsah, aber meist endeten die Vorstöße in der vielbeinigen Patizan-Abwehr oder in den Fäusten von Keeper Ognjen Basta. Besonders Jewgeni Groschew (17., 64., 78.) und Pedro Ruiz (41., 63., 82.) prüften den Torwart, doch der ließ sich nicht beirren. "Basta war heute einfach Basta", meinte ein Kollege auf der Pressetribüne trocken - und ja, das passte.

Zur Halbzeit stand es also 1:0, und das blieb so, obwohl die Partie an Tempo gewann. Crno erhöhte den Druck, Patizan konterte sporadisch. Milan Rakic traf zweimal gefährlich (6., 9.), Serge Boyer wühlte sich immer wieder durch den Strafraum (33., 39., 66., 77.), aber das zweite Tor wollte einfach nicht fallen.

In der 49. Minute gab’s die erste Gelbe: Aristidis Triantafyllou, Crnos linker Mittelfeldmann, sah sie nach einem rustikalen Einsteigen - "Ich wollte nur den Ball, der Ball wollte aber nicht mich", erklärte er später mit einem Schulterzucken. Kurz vor Schluss holte sich Patizans Rechtsverteidiger Miroslav Kujovic auch noch Gelb ab, als er den Ball etwas zu energisch in die Zuschauerränge drosch.

Die Statistik belegt, wie ausgeglichen es eigentlich war: 13 Torschüsse Patizan, 10 Crno. Ballbesitz 55 zu 45 Prozent. Zweikampfquote: 52 Prozent für die Gastgeber, 48 für die Gäste. Zahlen, die ein Remis verdient hätten - wäre da nicht dieser eine Schuss aus Minute 1 gewesen.

"So ein Gegentor nach nicht einmal einer Minute frisst dich auf", seufzte Crno-Coach Icvic nach dem Abpfiff. "Danach rennst du 89 Minuten einem Geist hinterher." Seine Mannschaft hatte in der Schlussphase noch einmal alles nach vorn geworfen, brachte mit Blagoj Domowtschijski und Arnaldo Cerzeto frische Beine (70.), und sogar der Torwart wurde in der 90. Minute gewechselt - Dusko Lomic machte Platz für Ljuboslaw Kolew. "Reine Vorsichtsmaßnahme", versicherte Icvic, "und vielleicht ein bisschen Aberglaube - aber geholfen hat’s ja nicht."

Auf der anderen Seite feierte Schumacher seinen gelungenen Einstand in die Saison. "Wir haben unser Ziel erreicht: kein Gegentor, ein Tor mehr als der Gegner", sagte er grinsend. "Schöner wird’s selten - aber wer Schönheit will, soll ins Ballett gehen."

Im Stadion hallten nach dem Abpfiff die Fangesänge von Patizan, während die Crno-Spieler mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen. Sinisa Kolarov durfte sich derweil feiern lassen - der Mann des Abends, der schon nach 47 Sekunden alles entschieden hatte.

Und so endete ein Spiel, das spektakulär begann und danach eher von Taktik als von Esprit lebte. Aber das ist eben Fußball in Belgrad: laut, leidenschaftlich, manchmal wild - und manchmal reicht ein einziger Schuss, um Geschichte zu schreiben.

Oder, wie Patizans Verteidiger Vladan Koroman es beim Hinausgehen murmelte: "Wenn wir alle Spiele so gewinnen, ist mir egal, wann wir treffen. Hauptsache, früh genug."

30.05.643990 00:51
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