Anpfiff
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Köln verspielt 2:0-Führung - Schweinfurt trotzt dem Effzeh ein 2:2 ab

Ein kalter Januarabend, 23.762 Zuschauer im RheinEnergie-Stadion und zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten: Der 5. Spieltag der 2. Liga brachte ein Spiel hervor, das man wohl als "Lehrstück in Sachen jugendlicher Übermut trifft auf fränkische Zähigkeit" bezeichnen könnte. Am Ende hieß es 2:2 zwischen Effzeh Köln und FT Schweinfurt - ein Ergebnis, das beide Trainer mit einem Schulterzucken quittierten, wenn auch aus völlig unterschiedlichen Gründen.

Die Kölner, von Toni Tapolski gewohnt offensiv eingestellt, begannen wie ein Schnellzug ohne Bremse. Schon in der Anfangsphase flogen die Bälle im Minutentakt Richtung Schweinfurter Tor. Nach elf Minuten prüfte Frederik Laursen den jungen Keeper Günther Zimmer erstmals ernsthaft - und der Nachwuchsmann aus Schweinfurt dürfte sich da schon gewünscht haben, seine Handschuhe eine Nummer dicker gewählt zu haben.

In der 16. Minute folgte dann das, was sich angedeutet hatte: Der 17-jährige Fynn Fritsch, frisch aus der U19 befördert, verwandelte eine Vorlage von Felipe Perales eiskalt. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste der Teenager nach dem Spiel, "und gehofft, dass keiner merkt, dass ich den Ball gar nicht richtig getroffen habe." Niemand merkte es - außer vielleicht der Torwart, der sich vergeblich streckte.

Köln blieb am Drücker. Yannik Gorgon, gerade einmal 19, legte in der 34. Minute nach, nach feinem Zuspiel des flinken Onur Köse. 2:0, und die Domstadt jubelte. "Da dachte ich, jetzt wird’s ein entspannter Abend", erzählte Trainer Tapolski später mit einem Lächeln, das zwischen Stolz und Ahnung von Unheil schwankte.

Doch Schweinfurt ist bekanntlich kein Team, das sich kampflos ergibt. Kevin Ferry, der Coach der Gäste, hatte vor dem Spiel angekündigt, "auf Konter und Chaos zu setzen" - und genau das tat sein Team. In der 41. Minute nutzte Noah Winfield einen Moment Kölner Unordnung, nachdem Verteidiger Beniamin Zdebel zu weit aufgerückt war. Winfield traf zum 2:1, Menachem Lieberman hatte das Auge für den Pass. "Wir haben uns gedacht, wir probieren’s einfach mal", grinste Winfield, als würde er von einem Kneipen-Kick erzählen.

Nach der Pause blieb Köln tonangebend, doch die Chancenverwertung erinnerte eher an ein Schützenfest ohne Trefferquote. 17 Schüsse aufs Tor, nur zwei drin - das sagt alles. Schweinfurt hielt dagegen, auch wenn sie ab der 68. Minute mit einem Mann weniger auskommen mussten: Rechtsverteidiger Liam Stein sah erst Gelb, dann Gelb-Rot, weil er offenbar vergessen hatte, dass man Gegenspieler nicht wie Bowlingkegel behandeln darf. "Ich hab den Ball gespielt", beteuerte er später - vermutlich im Geiste.

Doch selbst in Unterzahl bewiesen die Franken erstaunliche Widerstandskraft. In der 72. Minute war es wieder Winfield, diesmal als Vorbereiter, der den Ball auf Vitor Fortun durchsteckte. Der Brasilianer blieb cool und schob zum 2:2 ein. Kölns Torhüter Bruno Jemez konnte nur hinterhersehen - und wurde drei Minuten später ausgewechselt, offenbar wegen einer leichten Blessur, oder vielleicht um einfach nicht mehr mitansehen zu müssen, wie der Vorsprung dahin schmolz.

Die Schlussphase gehörte wieder dem Effzeh. Tapolski brachte frische Kräfte, unter anderem den 17-jährigen Justin Weise, der in der 89. Minute beinahe zur tragischen Heldengestalt geworden wäre, als er den Ball aus fünf Metern über das Tor setzte. "Ich wollte ihn elegant lupfen", erklärte er hinterher - was ungefähr so glaubwürdig klang wie "Ich hab das Handy nicht gehört".

Statistisch gesehen war Köln überlegen: 52,7 Prozent Ballbesitz, leicht bessere Zweikampfquote (51,8 Prozent) und fast doppelt so viele Torschüsse wie die Gäste. Aber Statistik gewinnt eben keine Spiele. "Wir haben die Jungs gewarnt, Schweinfurt schießt aus allen Lagen", sagte Tapolski. "Leider haben sie’s dann auch getan - und getroffen."

Schweinfurt-Coach Ferry dagegen war sichtlich zufrieden: "Mit zehn Mann in Köln ein 2:2 - das ist für uns wie ein Feiertag. Ich hab meinen Spielern gesagt, sie sollen sich den Dom anschauen, wenn sie schon da sind. Jetzt können sie sich auch was wünschen."

Ein gerechtes Remis also, das beiden Teams etwas mit auf den Weg gibt: Köln die Erkenntnis, dass auch ein 2:0 keine Versicherung ist, und Schweinfurt das Selbstvertrauen, dass man auch mit einem halben Bein auf dem Platz noch punkten kann.

Und während die Fans nach Abpfiff ihre Biere austranken und über verpasste Chancen philosophierten, murmelte ein älterer Herr auf der Südkurve: "Früher hätten wir so ein Spiel 5:1 gewonnen." Vielleicht - aber früher war auch der Rasen grüner und der Kölsch billiger.

06.03.643987 09:15
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