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Kowalik trifft doppelt - Pruszkow tanzt Tychy schwindlig

Es war einer dieser Abende, an denen sich 40.570 Zuschauer im Stadion von Pruszkow gegenseitig kneifen mussten: Spielt unsere Mannschaft wirklich so? Ja, sie tat es - und wie! Mit einem 2:0 gegen GKS Tychy am 10. Spieltag der 1. Liga Polen feierte SK Pruszkow nicht nur drei Punkte, sondern auch eine kleine Fußballparty, die schon nach wenigen Minuten Fahrt aufnahm.

Bereits in der sechsten Minute setzte Amadeus Kowalik den Ton für den Abend. Nach einer butterweichen Flanke von Innenverteidiger Vitorino Mascarenhas (jawohl, ein Innenverteidiger!) rauschte der Ball mit der Präzision eines chirurgischen Eingriffs ins Netz. "Ich hab einfach gehofft, dass er da steht - und er stand da", grinste Mascarenhas später. Kowalik dagegen blieb bescheiden: "Ich wollte eigentlich flanken. Aber wenn der Ball reinfliegt, beschwer ich mich nicht."

Von da an spielte nur noch Pruszkow. 23 Torschüsse - das klingt nach Übertreibung, ist aber Realität. GKS Tychy brachte es auf zwei. Zwei! Es war, als hätten die Gäste ihre Offensive im Mannschaftsbus vergessen. Trainer Christian Reuss stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und blickte in die Ferne, als wolle er in den Sternen eine Antwort finden. "Wir hatten einen Plan", seufzte er später. "Aber der Plan hatte offensichtlich andere Pläne."

Das zweite Tor fiel in der 41. Minute - wieder Kowalik. Diesmal bediente ihn der flinke Rechtsaußen Jerzy Augustyn mit einem Pass so präzise, dass man ihn am liebsten einrahmen möchte. Kowalik schob überlegt ein, hob dann entschuldigend die Hände. "Ich wollte eigentlich den Keeper tunneln, aber der Winkel war zu schön, um es zu lassen", sagte er mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Stolz und Schalk pendelte.

Bis zur Pause wirkte es, als könne Pruszkow jederzeit erhöhen. Trainer Stefan Petruck hatte seine Elf offensiv eingestellt, über die Flügel kommend, mit langen Bällen und fast schon altmodischer Konsequenz. "Ich mag es, wenn’s nach vorne geht", erklärte er später mit einem Schulterzucken. "Fußball ist kein Schach - obwohl, heute haben wir sie mattgesetzt."

Die zweite Halbzeit war dann ein bisschen wie ein Konzert nach dem großen Hit: nett, aber ohne Höhepunkt. Pruszkow kontrollierte Ball und Gegner (Ballbesitz 52:48, Tacklingquote 58 Prozent), Tychy rannte meist hinterher. Die einzige echte Torchance für die Gäste hatte Linksverteidiger Kacper Radomski in der 56. Minute - ein Schuss, der den Titel "Torschuss" wohl nur aus Höflichkeit verdiente. Dass Radomski kurz zuvor Gelb gesehen hatte, passte ins Bild seines Abends: engagiert, aber etwas unglücklich. Sein Trainer Reuss kommentierte trocken: "Wenigstens war er da, wo der Ball war - wenn auch nicht immer zur richtigen Zeit."

Petruck nutzte die komfortable Führung, um die Zukunft zu testen. In der 73. Minute kam der 17-jährige Leandro Jorge zu seinem Debüt. "Er war so nervös, dass er beim Einlaufen fast in die falsche Richtung gelaufen ist", witzelte Kapitän Kamil Niedzielan. "Aber dann hat er zweimal sauber geklärt - das war’s wert."

Als Schiedsrichter Tomasz Wronski nach 94 Minuten abpfiff, war die Stimmung ausgelassen. Die Fans sangen, die Spieler winkten, und Kowalik wurde mit einem Augenzwinkern zum "Mann des Abends" gekrönt. "Ich hab’ heute einfach mal den inneren Lewandowski rausgelassen", sagte er lachend.

Tychy hingegen verließ das Feld mit hängenden Köpfen und dem Gefühl, 90 Minuten in einem Fußball-Lehrfilm mitgespielt zu haben - allerdings in der falschen Rolle. "Wir wollten offensiv sein, aber irgendwie war Pruszkow immer da, wo wir hinwollten", meinte Reuss trocken.

Fazit: SK Pruszkow zeigte, wie man ein Spiel früh entscheidet und dann mit Stil verwaltet. Zwei Tore, 23 Abschlüsse, jede Menge Spielfreude - und ein Gegner, der nie wirklich in Fahrt kam. Wenn man so will, war das kein Spiel, sondern eine Machtdemonstration in Grün und Weiß.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn sie so weiterspielen, brauchen wir bald ein größeres Stadion." Ein Satz, der an diesem Abend nicht übertrieben klang.

12.05.643987 16:21
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Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.
Berti Vogts
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