Sport-Blick
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Kreuzlingen tanzt - Lyss stolpert: Ein 3:0, das nach mehr schmeckte

Wenn der FC Kreuzlingen in dieser Form weitermacht, muss bald die Stadtverwaltung über eine Erweiterung des Stadions nachdenken. 33.597 Zuschauer - ja, richtig gelesen, keine Tippfehler - erlebten am 5. Spieltag der 1. Liga Schweiz einen Heimabend, der für die Gastgeber kaum besser hätte laufen können: 3:0 gegen den SC Lyss, und das schon nach 45 Minuten erledigt. Danach war’s nur noch Schaulaufen.

Es war einer dieser Abende, an denen man früh merkt: Heute läuft’s. Schon in der 10. Minute zog Filippo Cerutti ab - und wie! Ein satten Schuss aus dem linken Halbfeld, vorbereitet von Fabio Carracedo, der so präzise servierte, dass selbst ein Schweizer Uhrmacher anerkennend genickt hätte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Cerutti nach dem Spiel. "Und gehofft, dass er nicht wieder auf die Tribüne segelt." Tat er nicht. 1:0 - und Kreuzlingen hatte Blut geleckt.

Elf Minuten später schlug die Jugend zu: Der 17-jährige Francois Bayer, kaum alt genug, um ohne Ausweiskontrolle in die Kabine zu dürfen, schob nach Vorlage von Luís Ramallo eiskalt zum 2:0 ein. Der Teenager riss die Arme hoch, grinste ungläubig - und wurde fast von seinen Mitspielern erdrückt. Trainer Matthias Kaiser lachte später: "Ich hab ihm vorher gesagt, er soll mutig sein. Ich dachte aber eher an ein Dribbling, nicht an ein Tor."

Spätestens nach Ramallos Treffer in der 37. Minute, wieder nach perfektem Zusammenspiel mit Cerutti, war der Abend entschieden. Drei Tore, drei Vorlagen aus dem linken Offensivkorridor - das war fast schon geometrisch sauber. Der SC Lyss dagegen stand da wie ein Schüler, der das Aufgabenblatt verwechselt hat.

"Wir waren einfach nicht da", knurrte SC-Verteidiger Salvador Tiago, der wenigstens durch zwei ordentliche Distanzschüsse auffiel - und durch eine Gelbe Karte. "Vielleicht hätten wir Kaffee statt Iso-Drink trinken sollen." Trainer Kaiser von Kreuzlingen sah das naturgemäß anders: "Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit kontrolliert. Danach war’s Verwaltung, keine Gala. Aber solide."

Die Statistik untermauert das: 55,8 Prozent Ballbesitz, 11 Schüsse aufs Tor, eine Zweikampfquote von 52 Prozent - Werte, die ein klarer Fingerzeig sind. Lyss kam auf sieben Abschlüsse, von denen keiner wirklich gefährlich wurde. Torhüter Marko Pivaljevic im Kreuzlinger Kasten hatte einen ruhigen Abend. "Ich hab sogar kurz überlegt, ob ich mir einen Stuhl holen soll", witzelte er, "aber dann kam ja doch noch ein Schuss in der 89. Minute."

Lyss’ Frust entlud sich in Gelben Karten: Rechtsverteidiger Antonio Simao sah in der 39. Gelb, Tiago in der 56., und kurz vor Schluss musste auch Kreuzlingens Pedro Doreste mit dem Schiedsrichter Bekanntschaft schließen - eher aus Solidarität, als aus Notwendigkeit, wie es schien.

Die zweite Halbzeit? Nun ja, sie fand statt. Kreuzlingen verwaltete, Lyss versuchte, ohne großen Plan, aber mit viel Wille. Laurent Marchand und Domingo Esclapez prüften Pivaljevic aus der Distanz, während Ramallo und Carracedo noch zwei, drei Male gefährlich auftauchten, aber lieber den Ball als das Ergebnis schonten. Dass Lyss in der 91. Minute noch einen verletzten Arnau Chalana verlor, passte ins Bild - der Abend endete so, wie er begonnen hatte: bitter für die Gäste.

Nach dem Spiel rauften sich die Lyss-Spieler zusammen, während Kreuzlingen ausgelassen feierte. Ramallo, der mit einem Tor und einer Vorlage glänzte, sagte grinsend: "Wir haben heute gezeigt, dass wir nicht nur schön spielen, sondern auch treffen können. Das war ja zuletzt unser Problem - na ja, heute nicht." Sein Trainer nickte zufrieden, aber mit einem kleinen Seitenhieb: "Das war stark, aber wir dürfen uns nicht in Schönheit sonnen. Obwohl, wenn man 3:0 führt, darf man’s kurz versuchen."

Ob dieser Sieg mehr ist als nur ein Ausrufezeichen, wird sich zeigen. Aber wer den FC Kreuzlingen an diesem Abend gesehen hat, könnte meinen, hier wächst etwas Größeres. Vielleicht kein Meisterschaftskandidat - noch nicht -, aber ein Team, das verstanden hat, dass Fußball manchmal ganz einfach ist: Ball, Wille, Tor.

Und während die Zuschauer mit roten Wangen in die kalte Nacht hinausgingen, hörte man einen älteren Fan murmeln: "So spielt man Fußball - nicht dieses Rumgeschiebe wie im Fernsehen." Vielleicht war das das schönste Kompliment des Abends.

17.03.643987 00:52
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