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KSV Kassel klaut Punkt bei Linx: Späte Balance im kalten Januar

Es war einer dieser Abende, an denen der Atem in kleinen Wölkchen über den Rasen tanzt und die Zuschauer schon beim Einlaufen der Teams wissen: Warm wird’s heute höchstens auf dem Platz. Rund 4.598 Unverdrossene hatten sich am 4. Januar um 20:15 Uhr im Linxer Stadion eingefunden, um beim vierten Spieltag der Regionalliga A zu sehen, ob der SV Linx unter Trainer Michal Dickschat seinen Heimvorteil nutzen kann. Am Ende stand ein 1:1 - gerechter als man meinen möchte, aber mit reichlich Gesprächsstoff.

Die Linxer begannen engagiert, ohne gleich die ganz große Show zu liefern. "Wir wollten erstmal den Ball laufen lassen", erklärte Dickschat später und grinste dabei, als hätte er selbst nicht recht geglaubt, dass das bei exakt 50,4 % Ballbesitz tatsächlich gelungen war. Kassel ließ sich jedenfalls nicht aus der Ruhe bringen, wartete kompakt und lauerte auf Konter.

In der 38. Minute gab’s die erste farbliche Auflockerung: Der 17-jährige Rechtsverteidiger Andreas Menzel sah Gelb, nachdem er Kassels Flügelflitzer Aldo Morelli etwas zu herzlich begrüßt hatte. "Ich hab’ ihn kaum berührt", beteuerte Menzel mit dem unschuldigen Blick eines Konfirmanden. Der Schiedsrichter blieb ungerührt.

Zwei Minuten später hatte die Linxer Fraktion aber allen Grund zur Freude. Der junge Christian Stein, ebenfalls zarte 17, zog im Mittelfeld die Fäden und spielte einen Pass, wie ihn sonst nur gestandene Profis im Fernsehen zeigen - direkt in den Lauf von Wolfgang Seitz. Der 22-Jährige fackelte nicht lange, zog aus halblinker Position ab, und der Ball zappelte im Netz. 1:0! Linx tobte, Kassel schaute betreten. "Da hab ich kurz gedacht, wir sind jetzt durch", grinste Seitz später. "War wohl etwas früh."

Bis zur Pause blieb der SV Linx tonangebend. Carsten Vollmer prüfte Kassels Keeper David Melchior kurz vor dem Halbzeitpfiff noch einmal, doch der reagierte glänzend. Der Pausentee schmeckte den Gästen trotzdem bitter.

Nach dem Seitenwechsel drehte Kassel langsam auf. Trainer Michal Dickschat stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als wollte er die Defensive allein durch mentale Energie zusammenhalten. Doch in der 58. Minute half auch das nichts mehr. Patrick Ritter flankte von links, Pol Velez - 33 Jahre, graue Schläfen, aber noch immer ein feines Füßchen - nahm den Ball direkt und drosch ihn unhaltbar ins Eck. 1:1, und plötzlich war das Stadion stiller als der Wind über’m Rhein.

"Ich hab einfach draufgehauen", erklärte Velez hinterher mit spanischem Akzent und einem Lächeln, das ahnen ließ: Da war auch ein bisschen Absicht im Spiel.

Linx wirkte danach kurz geschockt, dann wieder bemüht. Bernt Kühne versuchte es aus der Distanz (52.), Joshua Gebhardt köpfte nach einer Ecke (68.), und der blutjunge Detlev Miller hatte in der 80. Minute die große Chance, scheiterte aber an Melchior. "Ich wollte’s zu schön machen", murmelte er später, als ihn ein Mitspieler tröstend auf die Schulter klopfte.

Kassel hielt dagegen, und Yannik Sommer prüfte Linx-Keeper Oscar Haase gleich zweimal in den Schlussminuten (82. und 88.). Haase, sonst eher der ruhige Typ, brüllte nach der zweiten Parade: "Nicht mit mir heute!" - und das Publikum feierte ihn, als hätte er eben den Klassenerhalt gesichert.

Statistisch blieb’s ausgeglichen: 5 Torschüsse für Linx, 3 für Kassel, Ballbesitz fast pari, Zweikampfquote leicht zugunsten der Gastgeber (52 zu 48 Prozent). Taktisch setzten beide Teams auf das Gleiche: ausgewogen, sicher, keine Experimente. Man spürte, dass hier niemand etwas riskieren wollte, was später in der Tabelle wehtut.

Nach dem Abpfiff gaben sich beide Trainer betont gelassen. "Ein gerechtes Ergebnis", meinte Dickschat und stellte klar: "Wir haben eine junge Mannschaft, die lernt mit jedem Spiel." Kassels Coach - der Name blieb hinter dicken Schal und Mütze verborgen, doch seine Stimme klang zufrieden - nickte nur und sagte: "Wir nehmen den Punkt gern. Und den heißen Glühwein gleich dazu."

Ein Zuschauer auf der Tribüne brachte das Ganze schön auf den Punkt: "War kein Feuerwerk, aber wenigstens kein Frostschaden." Genau so fühlte es sich an: Ein Spiel, das niemanden vom Sitz riss, aber auch keinen enttäuschte.

Am Ende trennten sich der SV Linx und der KSV Kassel mit 1:1 - ein Ergebnis, das so solide war wie der Platz selbst: nicht schön, aber verlässlich. Und irgendwo in der Kabine summte Wolfgang Seitz leise vor sich hin, während Christian Stein stolz sein erstes Regionalligaspiel mit Torvorlage verarbeitete. Wenn das kein Anfang ist.

Vielleicht wird’s ja beim nächsten Mal ein bisschen wärmer - auf dem Thermometer und im Strafraum.

05.03.643987 02:43
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Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zu mir gesagt, ich stehe für die Maltareise nicht zur Verfügung.
Andreas Möller
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