Sport-Blick
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La Chaux-de-Fonds und SV Höngg liefern sich ein hitziges 2:2-Spektakel

Promotion League A | 5. Spieltag | 09.07.26 | La Chaux-de-Fonds - SV Höngg 2:2

Ein lauer Sommerabend, 9.084 Zuschauer, zwei offensiv ausgerichtete Teams - und am Ende ein Ergebnis, das niemanden so recht glücklich machte: La Chaux-de-Fonds und der SV Höngg trennten sich am 5. Spieltag der Promotion League A mit 2:2. Es war ein Spiel mit Tempo, Drama und einer roten Karte, die den Gästen fast das Genick gebrochen hätte - aber nur fast.

Von Beginn an war klar: Beide Mannschaften hatten keine Lust auf Abtasten. Schon in der ersten Minute prüfte Jakub Bak den Höngger Schlussmann Karl Kremer mit einem Schuss, der eher ein freundlicher Weckruf war als eine echte Gefahr. Wenige Minuten später konterte Yuval Burg, dessen Versuch allerdings mehr in die Kategorie "Grußkarte an die Tribüne" fiel.

Dann, in der 14. Minute, kam Bewegung in die Sache - und zwar in die richtige Richtung für die Hausherren. Marco Nowak, eigentlich Linksverteidiger und daher nur selten in der Torschützenliste zu finden, nutzte eine mustergültige Vorlage von Ernst Lachance und traf flach ins lange Eck zur 1:0-Führung. "Ich habe einfach draufgehalten. Der Rest war Physik", grinste Nowak nach dem Spiel. Lachance reagierte mit einem trockenen "Ich sag’s ja immer: Manchmal hilft’s, wenn man hinschaut, wo der Ball hin soll."

Höngg brauchte ein paar Minuten, um sich zu schütteln, fand dann aber zurück ins Spiel. In der 26. Minute belohnte sich das Team mit dem Ausgleich: Gheorghe Barbu, der bis dahin eher unauffällig geblieben war, traf nach schöner Vorarbeit von Rechtsverteidiger Joel Kuehn. "Das war schon ein bisschen wie im Training - nur lauter", meinte Barbu später mit einem Augenzwinkern.

Mit dem 1:1 ging es in die Pause - ein gerechter Zwischenstand, schließlich waren auch die Statistiken ausgeglichen: 50 Prozent Ballbesitz auf beiden Seiten, 12:10 Torschüsse für die Gastgeber.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Tempo hoch, und La Chaux-de-Fonds legte wieder vor. In der 61. Minute war es Johann Zander, der eine butterweiche Flanke von Herbert Carey per Direktabnahme ins Netz drosch. 2:1, Jubel, Bierdusche, alles inklusive. Carey grinste anschließend: "Ich wollte eigentlich schießen, aber wenn’s als Vorlage zählt, nehm ich’s auch."

Doch das Spiel sollte noch seine Wendung nehmen. In der 67. Minute flog Hönggs Innenverteidiger Robert Scharboneau nach einem rustikalen Einsteigen mit Rot vom Platz. "Ich habe den Ball gespielt - nur war der Ball halt zwischen seinen Beinen", verteidigte sich der Übeltäter nach dem Spiel halbherzig. Der Schiedsrichter sah das naturgemäß anders.

Mit einem Mann weniger schien Höngg angezählt. Doch statt einzubrechen, konterten die Zürcher mit stoischer Ruhe. Und tatsächlich: In der 73. Minute schockte Detlev Carriere das Publikum, als er nach einem cleveren Zuspiel von Jungspund Richard Girard den Ball trocken zum 2:2-Ausgleich einschob. Der Auswärtsblock tobte, Trainer und Ersatzspieler fielen sich in die Arme - und La Chaux-de-Fonds schaute sich verdutzt an.

Die Schlussphase gehörte dann wieder den Hausherren, die mit aller Macht auf den Sieg drängten. Lachance, Zander und Bak feuerten aus allen Lagen, doch Kremer im Höngger Tor wuchs über sich hinaus. In der 89. Minute vereitelte er mit einer Glanzparade den Siegtreffer - und ließ sich danach feiern, als hätte er gerade den Pokal gewonnen. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass es klappt", scherzte er später.

Nach 90 Minuten stand ein 2:2 - ein Ergebnis, das beide Seiten wohl akzeptieren müssen. "Wir hatten das Spiel im Griff, aber dann machen wir’s wieder spannend", sagte La-Chaux-Coach (der namentlich nicht überliefert ist) leicht genervt. Sein Gegenüber aus Höngg blieb gelassen: "Mit zehn Mann in La Chaux-de-Fonds ein Unentschieden zu holen - das ist fast wie ein Sieg. Nur ohne Champagner."

Am Ende blieb das Gefühl, einem Spiel beigewohnt zu haben, das keiner verlieren wollte, aber beide hätten gewinnen können. Zwei Teams, die offensiv denken, defensiv schwitzen und ihre Zuschauer bestens unterhielten.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "War wie ein gutes Raclette - heiß, würzig, aber am Ende bleibt man trotzdem hungrig."

Und so ging dieser Abend in La Chaux-de-Fonds in die Bücher ein - als Lehrstunde in Sachen Offensivgeist, Herzblut und der Kunst, mit einem Punkt zufrieden zu sein, der sich fast wie drei anfühlt.

09.07.2026 22:10
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