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Landshut siegt spät: Philippidis trifft - Gotha hadert mit dem Glück

Oberliga A | 13. Spieltag | 17.07.26 | SpVgg Landshut - FC Gotha 2:1

An einem lauen Sommerabend in Landshut wurde Fußball wieder zu dem, was er sein soll: Drama, Leidenschaft - und ein bisschen Chaos. 3376 Zuschauer erlebten am 13. Spieltag der Oberliga A eine Partie, die alles hatte: einen Teenager als tragischen Helden und als späten Erlöser, einen Trainer mit Nerven wie Drahtseilen und ein Gästeteam, das den Fußballgöttern wohl auf die Füße getreten war. Am Ende stand ein 2:1 (1:0)‑Sieg der SpVgg Landshut gegen den FC Gotha, und das Stadion vibrierte noch, als die Flutlichtmasten längst abgeschaltet waren.

Von Beginn an machte die SpVgg klar, dass sie diesmal nicht zum Ballbesitz‑Yoga angetreten war. Trainer Alex Mayer hatte offensiv ausgerichtet, seine Jungs rannten, als ginge es um Freibier statt Punkte. Trotzdem hielt Gotha mit fast identischem Ballbesitz (50,9 Prozent) wacker dagegen - nur das bessere Ende gehörte den Landshutern.

In der 37. Minute war es Mathias Bartsch, der die Heimfans erstmals von den Sitzen riss. Ein schneller Doppelpass über den quirligen 17‑jährigen Tiago Meira, ein Haken, ein Schuss - 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten. Tiago hat mir den Ball so serviert, da konnte ich gar nicht daneben schießen", grinste Bartsch später. Seine Mitspieler mochten ihm glauben, Gothas Keeper Olaf Lauer weniger. Der schüttelte nur den Kopf und murmelte: "Der Ball hatte Augen."

Nach dem Wechsel kam Gotha mit breiter Brust zurück. Bernt Hecht, der schon in der ersten Minute gefährlich getestet hatte, belohnte sich in der 59. Minute mit dem Ausgleich. Nach feiner Vorarbeit von Veteran Patrik Maass schob der 24‑Jährige überlegt zum 1:1 ein. "Da dachte ich, jetzt kippt das Ding", sagte Gothas Coach später - der Name blieb unausgesprochen, doch der Tonfall klang nach jemandem, der innerlich Möbel zerlegt.

Landshut wankte kurz, fiel aber nicht. Der junge Torwart Ricardo Quixano hielt zwei Mal glänzend gegen Hecht und Benyamin Berg, während vorne Chancen reihenweise liegenblieben. 14 Torschüsse insgesamt für Landshut, 9 für Gotha - doch bis zur 89. Minute war alles offen. Dann kam der Moment, der jedem Drehbuchautor zu kitschig erschienen wäre: Der 18‑jährige Asimakis Philippidis, sonst eher fürs Aufräumen als fürs Glänzen zuständig, zog aus gut 20 Metern ab. Der Ball rauschte durch Freund und Feind hindurch, küsste die Unterkante der Latte - und zappelte im Netz. 2:1.

"Ich hab gar nicht gesehen, dass er reingeht", stammelte Philippidis nach dem Spiel, noch mit Grasflecken auf der Stirn. "Mike Sorglos hat mir nur zugerufen: ’Schieß doch endlich!’ - also hab ich geschossen." Sorglos, der den entscheidenden Pass gespielt hatte, kommentierte trocken: "Manchmal hilft’s, wenn man nicht zu viel nachdenkt."

In den letzten Minuten wurde es ruppig. Gothas Walther Bender sah Gelb (67.), Landshuts Björn Schwab und Meira folgten in der Schlussphase. "Da war Feuer drin, aber kein böses", meinte Schiedsrichterin Karin Opitz später. Das Publikum sah das ähnlich - und verabschiedete die Teams mit Applaus, auch wenn die Gothaer Spieler wenig Trost darin fanden.

Trainer Mayer indes war sichtlich zufrieden: "Wir haben Charakter gezeigt. Die Jungs sind jung, manchmal wild, aber sie glauben an sich. Und wer so spät trifft, hat das Glück auch verdient."

Gothas Kapitän Marwin Fiedler nahm’s mit Galgenhumor: "Wir haben 51 Prozent Ballbesitz - das ist statistisch gesehen ein Sieg. Nur leider zählt im Fußball keine Statistik, die mir gefällt."

Als die Flutlichter erloschen, blieb das Gefühl, ein Spiel gesehen zu haben, das mehr war als drei Punkte. Landshut jubelt, Gotha hadert - und die Oberliga hat wieder eine Geschichte, die man noch Tage später beim Frühschoppen erzählen wird.

Oder wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "So spielt man keinen schönen Fußball - aber schönen Fußball kannst du dir auch nicht einrahmen. Drei Punkte schon."

Und damit war alles gesagt.

17.07.2026 21:11
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Ich hab gleich gemerkt, das ist ein Druckschmerz, wenn man drauf drückt.
Lothar Matthäus
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