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Lanzarote verliert den Sonnen-Krimi - Denia siegt spät mit 3:2

Ein lauer Abend auf den Kanaren, 39.937 Zuschauer, ein Ball, 22 Männer und eine Menge Sand im Getriebe - so begann der erste Spieltag der 1. Liga Spanien zwischen Lanzarote CF und CD Denia. Am Ende jubelten die Gäste über ein spätes 3:2, während die Hausherren von Trainer Meister Leverkusen nur noch mit staubtrockenen Kehlen und leerem Blick Richtung Meer schauten.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen. Lanzarote, bekannt für Konterfußball mit der Eleganz eines Strandbuggys, erwischte den besseren Start nach einer hektischen Anfangsphase, in der Denia bereits durch Marcel Licka zweimal gefährlich auf das Tor von Xabier Xuarez gezielt hatte. In der 26. Minute war es dann James Young, der nach Vorlage von Ulf Berg den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte drosch - 1:0. Das Stadion vibrierte, die Palmen wiegten sich im Rhythmus der Euphorie, und Leverkusen rief seinem Team zu: "Genau so, Jungs - schnell, einfach, britisch!"

Doch der Vorsprung hielt keine sechs Minuten. Deniás Offensivmaschine, angetrieben vom unermüdlichen Iban Marco, rollte weiter. In Minute 32 zirkelte Marco einen Pass in den Lauf von Licka, der eiskalt zum 1:1 einschob. Lanzarotes Abwehr schaute zu wie Touristen beim Sonnenuntergang. Drei Minuten später antworteten die Gastgeber erneut über Young - diesmal nach feiner Vorarbeit des erst 18-jährigen Ruben Mantecon, der nach dem Spiel schmunzelte: "Ich wollte eigentlich flanken, aber James hat einfach beschlossen, dass das ein Pass war."

Doch kurz vor dem Pausenpfiff (44.) schlug Denia wieder zu. Tiago Meira vollendete eine Kombination über Licka zur erneuten Gleichheit - 2:2 zur Halbzeit, und der neutrale Zuschauer hatte längst das Gefühl, er wohne einem Tennismatch bei.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Lanzarote zog sich zurück, lauerte auf Konter, doch Denia diktierte mit fast 63 Prozent Ballbesitz das Geschehen. Trainer Mark Zander blieb ruhig an der Seitenlinie, nur gelegentlich flüsterte er seinem Assistenten zu: "Wenn wir den Ball behalten, können die anderen nicht treffen - das ist die ganze Philosophie."

In der 56. Minute hatte Marcio Galisteo die große Chance, Lanzarote wieder in Führung zu bringen, doch Denias Keeper Ignacio Gama parierte spektakulär. Kurz darauf sah Ulf Berg Gelb (61.), nachdem er bei einem rustikalen Zweikampf offenbar vergessen hatte, dass man den Gegner nicht mit in den Ball schießen darf. "Er hat mich angelächelt - da war ich irritiert", erklärte Berg später halb im Spaß.

Die Hitze und das hohe Tempo forderten ihren Tribut. Lanzarotes Alfred Detari verletzte sich in der 85. Minute und musste behandelt werden. Währenddessen bereitete Denia den entscheidenden Schlag vor. Wieder war es das kongeniale Duo Marco-Licka: Pass in die Tiefe, Abschluss in der 86. Minute - 3:2 für die Gäste. Licka riss die Arme hoch, grinste breit und sagte nach dem Spiel: "Ich mag die Sonne hier, aber die Punkte nehme ich mit nach Hause."

Lanzarotes Schlussphase war ein wütendes, aber kopfloses Aufbäumen. Trainer Leverkusen brüllte sich heiser, stellte auf volles Risiko um, doch Youngs letzter Versuch landete in den Händen von Gama. Nach dem Schlusspfiff applaudierte das Publikum trotzdem - für den Kampf, für zwei Tore des eigenen Angreifers und vielleicht auch für die Aussicht auf einen kühlen Drink nach 90 heißen Minuten.

Statistisch war Deniás Sieg verdient: 15 zu 11 Torschüsse, mehr Ballbesitz, mehr Ruhe am Ball. Lanzarote rannte viel, aber meist hinterher. "Wir haben das Spiel nicht verloren, wir haben nur aufgehört, es zu gewinnen", formulierte Leverkusen mit typisch trockenem Humor.

Zander dagegen blickte zufrieden auf sein Team: "Wir wollten offensiv bleiben, selbst bei 2:2. Das war mutig - und manchmal hat Mut eben Stil."

Ein Auftakt also, der Lust auf mehr macht: Sonne, Drama, fünf Tore und ein Hauch von ironischer Tragik. Lanzarote CF hat gezeigt, dass sie gefährlich sein können - wenn sie den Ball mal haben. CD Denia wiederum präsentierte sich abgeklärt, ballsicher und mit einem Stürmer, der weiß, wann man zubeißen muss.

Und irgendwo am Strand von Arrecife summt jetzt bestimmt jemand: "Fußball kann so schön sein - wenn man nicht gerade Lanzarote-Fan ist."

29.05.643990 23:32
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Die haben Fußball-Fachmänner, die haben so viel Ahnung vom Fußball wie ich vom Breakdance.
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