Elfmeter
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Laupheim verspielt frühen Vorsprung - Cronenberg erkämpft sich gerechtes 2:2

Ein lauer Frühlingsabend, Flutlicht über dem Stadion an der Riß, 2628 Zuschauer mit Bierbechern und Hoffnung - und am Ende ein Remis, das sich für beide Seiten zugleich nach Sieg und Niederlage anfühlte. Der Laupheimer SC und Cronenberg trennten sich am ersten Spieltag der Verbandsliga J 2:2 (2:1), in einem Duell, das von Tempo, jugendlichem Übermut und gelegentlicher Verzweiflung im Strafraum lebte.

Cronenberg begann frech, mit einem offensiven System, das Trainer Raphail Papadopoulos später als "mutige Naivität mit Ball" beschrieb. Schon nach einer Viertelstunde zahlte sich das aus: Mike Köhler, gerade 20, traf nach feinem Zuspiel von Detlev Will aus 18 Metern flach ins linke Eck - 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten, und plötzlich war’s still im Stadion", grinste Köhler nach dem Spiel.

Still blieb es allerdings nicht lange: Nur fünf Minuten später konterte der Laupheimer SC mit einem Angriff, der wie aus dem Lehrbuch wirkte. Mark Lustig flankte butterweich von links, Jürgen Bach rauschte heran und drosch den Ball volley unter die Latte - 1:1. Die Zuschauer, eben noch missmutig murmelnd, sprangen auf, als wäre gerade die Meisterschaft entschieden.

Zwei Minuten später kippte das Spiel endgültig. Innenverteidiger André Maurer, sonst eher fürs Grobe zuständig, stieg nach einem Eckball von Jürgen Franz höher als alle anderen und köpfte zum 2:1 ein. "Ich war selbst überrascht, dass ich da hinkam", sagte Maurer später lachend. "Normalerweise bin ich eher der Typ, der hinten aufräumt, nicht der, der vorne jubelt."

Laupheim kontrollierte fortan das Geschehen, hatte 55 Prozent Ballbesitz, ließ den Ball laufen, als sei das Ergebnis in Stein gemeißelt. Cronenberg dagegen blieb gefährlich - 13 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Noch vor der Pause musste Laupheims Keeper Christian Eckert gleich zweimal gegen Callum Densham retten, der an diesem Abend offenbar einen Pakt mit der Torlinie geschlossen hatte: immer knapp vorbei.

Nach dem Wechsel brachte Papadopoulos frische Beine: Der erst 17-jährige Carsten Steiner kam für Martin Will, und Nils Hoffmann ersetzte den glücklosen Densham. Ein Glücksgriff. Kaum drei Minuten später war Hoffmann zur Stelle und schob zum 2:2 ein, nachdem Knut Stein die Abwehr mit einem feinen Pass in die Tiefe ausgehebelt hatte.

Von da an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Laupheim suchte die spielerische Lösung, Cronenberg drückte mit aggressivem Pressing. "Wir wollten sie hinten festnageln, und das ist uns gelungen", so Papadopoulos, der in der Schlussphase wild gestikulierend an der Seitenlinie stand, als wolle er selbst noch aufs Feld.

Die besten Chancen vergaben dann aber beide Teams: In der 67. Minute verzog Laupheims Ralph Meier aus spitzem Winkel, während Cronenbergs Hoffmann in der 65. Minute nur den Pfosten traf. Und als in der Nachspielzeit Mark Lustig noch einmal abzog, hielt Cronenbergs Torhüter Vicente Acevedo mit einer Parade, die man wohl noch in Laupheims Vereinsheim diskutieren wird.

Trainer Papadopoulos zeigte sich nach Abpfiff zufrieden: "Ein Punkt auswärts zum Auftakt, das nehmen wir gerne. Und keiner meiner Jungs hat sich verletzt - das ist in der Verbandsliga fast wichtiger als ein Sieg." Laupheims Coach - der seinen Namen aus unerfindlichen Gründen nicht im offiziellen Spielbericht hinterlassen wollte - wirkte dagegen etwas zerknirscht: "Wir haben den Sack nicht zugemacht. Zwei Tore daheim müssen einfach reichen."

Die Statistik unterstreicht den Zwiespalt: Laupheim hatte mehr Ballbesitz, Cronenberg mehr Torschüsse (13:7) und die bessere Zweikampfquote. Wer also das Spiel "verdient" nicht verlor, bleibt Interpretationssache.

In der 91. Minute sah Laupheims Hansen Van Tessel noch Gelb - sinnbildlich für die zunehmende Nervosität auf dem Platz. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte er sich später mit einem schiefen Grinsen. "Aber der Ball wollte offenbar nicht mich."

So endete ein intensives, manchmal chaotisches, aber immer unterhaltsames Spiel mit einem gerechten 2:2. Die Zuschauer gingen zufrieden nach Hause, einige diskutierten noch lange über Maurers Kopfball und Hoffmanns Kaltschnäuzigkeit. Und irgendwo auf der Tribüne soll ein älterer Fan gesagt haben: "Wenn das so weitergeht, wird das eine aufregende Saison - für unsere Nerven jedenfalls."

Ein Remis also, das keiner wollte und doch beide verdient haben. Fußball, wie er in der Verbandsliga eben gespielt wird - ehrlich, wild und mit gelegentlicher Poesie aus Zufall.

22.03.643997 06:07
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Die Türken haben gezeigt, dass man, egal bei welchem Spielstand, immer mit ihnen rechnen kann. Das macht sie natürlich unberechenbar.
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