Sporski Journal
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Lazarevac schießt sich in den Sommer - 5:0-Gala gegen Zrenjanin

Prva Liga | 14. Spieltag | 18.07.26 | FK Lazarevac - Batan Zrenjanin 5:0

Ein lauer Sommerabend, 35.083 Zuschauer im Stadion von Lazarevac - und ein Spiel, das so einseitig war, dass selbst der Stadionsprecher irgendwann Mitleid mit den Gästen hatte. FK Lazarevac demontierte Batan Zrenjanin mit 5:0 (2:0) und ließ dabei phasenweise vergessen, dass man fast eine halbe Stunde lang in Unterzahl spielte.

Trainer Klaus Bock hatte seine Männer vor dem Anpfiff auf Angriff getrimmt. "Wir wollten früh zeigen, dass das hier unser Platz ist - und nicht die Bühne für ein Auswärtstheater", sagte er später mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Stolz und Schadenfreude lag. Seine Elf verstand die Botschaft.

Nach 22 Minuten eröffnete Dorde Trkulja den Torreigen - ein trockener Rechtsschuss nach schönem Zuspiel von Slobodan Baljak. Der Ball schlug so präzise ein, dass selbst die Kameras eine halbe Sekunde hinterherzuckten. Nur fünf Minuten später legte Goran Melunovic nach, diesmal nach Vorarbeit von Trkulja. Es war das 2:0, und der Abend schien schon früh entschieden.

Zrenjanin hatte zwar mit über 53 Prozent den größeren Ballbesitz, doch wer die Statistik liest, ohne das Spiel gesehen zu haben, könnte meinen, die Gäste hätten Kontrolle gehabt. Tatsächlich war es eher eine Art gepflegtes Ballkreisen auf der eigenen Hälfte. Die Abwehr von Lazarevac war wach, und Torwart Isidoro Ferrer hätte sich vermutlich einen Campingstuhl gewünscht, so selten kam etwas auf seinen Kasten.

Zwischendurch gab es allerdings eine Szene, die das Publikum in Unruhe versetzte: Rechtsverteidiger Vicente Santos sah erst Gelb (28.) und wenig später Gelb-Rot (56.). "Ich hab’ ihn nur leicht berührt!", rief er noch, während er vom Platz ging, was bei Trainer Bock ein trockenes "Dann war’s wohl der Wind" hervorrief.

Doch selbst zu zehnt blieb Lazarevac brandgefährlich. In der 62. Minute setzte Harry Marshal mit einem satten Schuss den dritten Treffer - Assist: der junge Curt Blais, 18 Jahre alt, aber mit der Coolness eines Routiniers. Das Publikum jubelte, als hätte man gerade den Aufstieg fixiert.

Und dann kam Sabit Karadeniz. Ein Innenverteidiger, der offenbar vergessen hatte, dass er keiner ist. In der 78. Minute stieg er nach einer Ecke am höchsten und köpfte wuchtig zum 4:0 ein. "Ich hab einfach Augen zugemacht und gehofft, dass keiner im Weg steht", lachte er nach dem Spiel.

Den Schlusspunkt setzte erneut Dorde Trkulja (84.), diesmal nach Vorarbeit des überragenden Oktay Güven. Trkulja, 31, war an drei Treffern direkt beteiligt und wurde von den Fans gefeiert wie ein Popstar. "Ich liebe dieses Publikum - und sie lieben meine Tore", grinste er, während er sich auf der Ehrenrunde feiern ließ.

Batan Zrenjanin dagegen wirkte überfordert. Ihr ältester Angreifer, Peter Blank (43!), sorgte mit einigen harmlosen Abschlüssen in der Schlussphase immerhin für Applaus von der eigenen Bank - eine Art Trostpreis. "Wir hatten mehr Ballbesitz, aber weniger Ideen", gestand ihr Trainer nach dem Spiel. "Manchmal ist Fußball eben brutal ehrlich."

Die Statistik sprach eine deutliche Sprache: 16 Torschüsse für Lazarevac, nur 5 für Zrenjanin. Und das trotz Unterzahl. Die Gastgeber gewannen 54 Prozent ihrer Zweikämpfe und spielten fast durchgehend offensiv, als hätten sie vergessen, dass man auch verteidigen kann.

Nach dem Abpfiff stand Trainer Bock in der Mixed Zone und wurde gefragt, was er seinen Spielern nun sage. "Dass sie gefälligst so weitermachen sollen - aber bitte mit elf Mann", meinte er süffisant.

Die Fans verließen das Stadion mit einem Lächeln und der Gewissheit, Zeugen eines kleinen Sommermärchens geworden zu sein. "So spielt man Fußball", sagte ein älterer Zuschauer, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte. "Und so gewinnt man Herzen."

Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt - nicht, weil es spannend war, sondern weil es so schön eindeutig war. Lazarevac hat an diesem Abend nicht nur drei Punkte geholt, sondern ein Statement gesetzt: Wer sie schlagen will, braucht mehr als Ballbesitz und gute Absichten.

Oder wie Dorde Trkulja es nach seinem zweiten Treffer formulierte: "Heute war jeder Schuss ein Gedicht. Und keiner wollte die Pointe verderben."

18.07.2026 21:12
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