A BOLA: Die Primeira Liga bebt – überraschungen und Favoritenschrecken
Der 2. Spieltag hat bewiesen, dass der Titelkampf in Portugal in diesem Jahr kein Selbstläufer wird. Während sich die Favoriten mühsam in Position bringen, sorgen die vermeintlich Kleinen für echtes Drama.
Analyse der Top-Ereignisse
FC Dao Nelas zeigt Moral: Trotz der knappen 2:3-Niederlage gegen den nun drittplatzierten FC Aves, war das Team von Dao Nelas absolut ebenbürtig. Schon in der ersten Minute jubelte das Stadion, aber verfrüht - Goncalves fischte Roberts Schuss noch aus dem Winkel.
In der 12 Minute muss dann Djalo in höchster Not gegen Aves’ Endres retten und darf wenige Sekunden später jubeln. Bei Roberts Ecke wird Teenager Figo komplett ignoriert und nickt dankend zur 1:0 Führung ein (13.).
In der 24 Minute der nächste Aufreger, Aves’ Schuyler streckt Kujovic mit dem Ellbogen nieder. Trotz riesiger Platzwunde zeigt der Schiedsrichter noch nicht mal eine Karte. Während Nelas in der Folge noch mit der Schiedsrichter Leistung hadert, spielt Aves mutiger nach vorne und erzielt nach einer wunderbaren Kombination den Ausgleich (30.).
Vor der Halbzeit lässt Neuzugang Gomes das Dão-Tal beben. Im Strafraum spielen Bernheim und Manu einen Doppelpass, Manu legt ab und Gomes muss nur noch die Richtung ändern (44.). Die 2:1-Führung zur Halbzeit zeigte, dass das Team taktisch und kämpferisch gegen die "Großen" bestehen kann.
Aves reagiert mit 2 Wechseln. Bei dem Stärkeunterschied darf man nicht verlieren und trotzdem flattern die Nerven. Goncalves unsicher beim Freistoß - vorne vergeben Schuyler und Endres kläglich.
Djalo bringt Aves dann zurück ins Spiel. Nelas Torwart wärt zu kurz ab und Aves muss nur einschieben. Danach drückt eigentlich nur noch Aves. Nelas verteidigt alles bis zur 90+1 weg, doch dann steht die Abwehr bei einer Flanke blank und Valachovic köpft den verdienten Sieg.
Boavista strauchelt: Der Meister lässt Federn! Das 0:0 gegen SC Matosinhos ist ein Warnschuss für Boavista. Trotz der nominell hohen Stärke reichte es offensiv nicht aus, um den Riegel der Matosinhos-Defensive zu knacken. Im Vergleich zur Meistersaison war dies eine Seltenheit und sollte sich nicht als Gewohnheit einschleichen.
Benfica übernimmt das Kommando: Mit sechs Punkten aus zwei Spielen setzt sich Benfica an die Spitze. Der 3:1-Sieg gegen Victoria Setubal war ein hartes Stück Arbeit, bei dem Benfica erst spät durch Esposito (82.) und Kaiser (85.) die Entscheidung erzwang.
Setubal spielte stark auf und konnte schon in der 6ten Minute durch Caneira in Führung gehen. Danach ließ man Benfica laufen und schob sich den Ball immer hintenherum. Benfica brauchte bis zur 41 Minute, um durch Ibano das erste Mal Gefahr auszustrahlen. Kurz darauf brach die Mauer durch einen Kracher aus 25 Metern (Baiao 43.).
Benfica mit Wut im Bauch, aber weiterhin nur aus der Distanz gefährlich (46. & 48.).
Wir schreiben schon die 82 Minute als Amyot mit einem Dribbling die Lücke aufreisst, zu Esposito passt und dieser ins kurze Eck vollendet. Kay Kaiser setzt den Schlusspunkt.
Guimarães im Aufwind: Guimarães und Figueira da Foz begegneten sich beide im 3-5-2. Diese Mittelfeld Dominanz konnte man in der ersten Hälfte spüren. Figueira reichte erstmal ein dreiminütiges Powerplay, um durch Antonio Vaz in Führung zu gehen (13.). Guimarãres ideenlos und ohne Kampfgeist. Meireles steht zu weit vor seinem Tor, Guimarares’ Locatelli mit einem Geistesblitz, seine Bogenlampe fällt in den Winkel.
In der zweiten Hälfte sahen die Fans dann auch endlich regelmäßig Torraumszenen. Die Mannschaften schienen wie ausgewechselt zu sein. Der Deutsche Thomas Thiele trifft per Volley (53.), nachdem er wenigen Minuten davor noch verstolperte.
Guimarães nach dann extrem viel Geschwindigkeit aus dem Spiel. Mit angezogener Handbremse klärte man Figueiras Chancen problemlos und konterte zweimal perfekt (87. & 89.).
"Wanderfalke" Godejohann scheint die Kurve zu kriegen. Nach dem 4:1 gegen Figueira da Fozunterstreicht Victoria mit Platz 2 die Ambitionen, endlich wieder den Titel ins Visier zu nehmen.
Die Sorgenkinder
SC Lissabon steckt weiterhin tief in der Krise. Nach der Katastrophalen Vorsaison sollte der Rest gedrückt werden. Gebracht hat es wenig. Auswärts bei Tirsense (1:1) und jetzt gegen Sporting Porto (0:1) die Niederlage. 6 Punkte waren nicht zu erwarten, aber aus dem negativen Strudel zu entkommen, gelang bisher auch nicht. Man kann es dem Traditionsverein nur wünschen, bald wieder ins gesicherte Mittelfeld zu finden.