A BOLA: Die Liga im Umbruch
Die Primeira Liga zeigt nach zehn Spieltagen ein faszinierendes Gesicht: Während sich an der Spitze ein enges Meisterschaftsrennen zwischen Guimarães und Boavista abzeichnet, tobt im Tabellenkeller ein erbitterter Kampf um den Klassenerhalt.
Die Sensation: Setúbal versetzt den Benfica-Schock
Der Sieg von Victoria Setúbal gegen den FC Benfica (3:2) ist das Gesprächsthema des Spieltags. Setúbal, eine Stadt mit einer tief verwurzelten maritimen Tradition und leidenschaftlichen Fans, die ihr Team im Estádio do Bonfim mit einer Atmosphäre wie bei einer stürmischen überfahrt empfangen, hat Benfica den Boden unter den Füßen weggezogen. Matchwinner Srdan Erceg drehte die Partie mit einem Hattrick (25., 46., 67. Minute) und stürzte den Meister in eine Schockstarre. Wenn man an die letzte Saison zurück denkt, können die verlorenen Punkte verdammt wehtun.
Espinho zeigt Lebenszeichen
Das Tabellenschlusslicht Espinho – bekannt für ihre langen Sandstrände und die traditionelle Fischerei – erkämpfte sich ein 2:2 gegen Oliveira Bairro.
Oliveira Bairro ging mit 778 Punkten als stärkeres Team in das Duell gegen das Schlusslicht Espinho (723). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Espinho zeigte Moral und kam zweimal nach Rückstand (0:1, 1:2) zurück.
Mit diesem Punktgewinn sendet Espinho ein wichtiges Lebenszeichen, auch wenn sie mit 6 Punkten weiterhin den letzten Tabellenplatz belegen.
Sporting Lissabon in der Krise
Der SC Lissabon steckt tief im Schlamassel. Nach der 1:2-Niederlage gegen den SC Porto findet sich der Traditionsklub mit nur 7 Punkten auf Platz 15 wieder. Der Abstiegskampf ist für den einstigen Stolz der Stadt zur harten Realität geworden.
Nelas: Bereit für das nächste Kapitel
Der FC Dão Nelas befindet sich nach dem berauschenden 4:1-Erfolg gegen CD Tirsense in Topform. Tirsense, die Pressing-Maschine, spielte wie immer aggressiv nach Ballverlust. Nelas versuchte es mit langen Flanken und so eine fand Leandro Manu 1:0 (17.). In einer durch Fouls geprägten ersten Hälfte traf Tirsense aus dem Nichts zum 1:1.
Nelas in der zweiten Hälfte wie ausgewechselt - Offensiv, mutig, kreativ. Der Lohn in der 52 Minute (2:1). Immer häufiger überspielte man das Pressing und drückte auf das 3:1. Tirsenses Torjäger Nuno sah in der 82. Minute unnötig rot wegen einer Tätlichkeit. Nach längerem Tumult bestrafte Nelas die Heimmannschaft vollends. Mit dem Doppelschlag 84. und 87. stand das 4:1 fest und man zog in der Tabelle an Tirsense vorbei.
Mit 14 Punkten auf dem Konto blickt das Team nun voller Zuversicht auf das kommende Heimspiel, bei dem sie den angeschlagenen FC Braga empfangen.
Boavista verliert die Spitze
Das 1:1 von Boavista Porto gegen Pampilhosa kostete den Tabellenführer die alleinige Führung. Trotz einer enormen Dominanz und 23 Torschüssen reichte es am Ende nicht für drei Punkte.
Boavista hielt das hohe Pressing-Niveau über die gesamte Spieldauer aufrecht und spielte mit der nötigen Härte. Was am Ende fehlte, war die Abgeklärtheit und Konzentration.
Die defensiv gut organisierten Pampilhosa-Elf, hielt der spielerischen überlegenheit stand, speziell Torhüter Berkessy fischte den Ball häufig als dem Winkel. In der 73. Minute dann der Geniestreich von Julian Ze Castro: ein Superball fand Ryan Cascarino, der eiskalt zum 1:1 ausglich. 1 Torchance reicht in der zweiten Halbzeit, um beim Tabellenführer zu punkten.
Aves und Guimaraes mit lockeren Siegen
Der FC Aves demonstrierte beim 4:0-Auswärtssieg gegen Moreirense seine gesamte Offensivpower.
Aves trat als geschlossene Einheit auf, die den Gegner von der ersten Minute an unter Druck setzte und die defensive Anfälligkeit von Moreirense konsequent bestrafte. Moreirense fand zu keinem Zeitpunkt ein Mittel, um den Offensivfluss des Favoriten zu stoppen.
Der neue Tabellenführer Victoria Guimarães (26 Punkte) zeigte beim 3:0-Heimsieg gegen den Chaves eine abgeklärte Leistung.
Besonders beeindruckend war die Balance im Spiel von Guimarães. Trotz der Belastungen der laufenden Saison behielt das Team die volle Kontrolle über das Mittelfeld, ließ defensiv kaum etwas zu und nutzte die eigenen Torchancen mit der notwendigen Ruhe, um den Gegner im zweiten Durchgang endgültig zu distanzieren.