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Liga MX | 15. Spieltag | 25.08.26 | Leones Negros - Deportivo Pachuca 3:1 Anstoß war um 20 Uhr, und die Gastgeber legten los, als hätte Trainer Joe Pass ihnen den Begriff "Abwarten" aus dem Wörterbuch gestrichen. Bereits nach zwei Minuten prüfte Lorenzo Figline die Defensive der Gäste, kurz darauf versuchten sich Ernst Berger und Jurek Wasilewski. Wasilewski entwickelte dabei eine bemerkenswerte Beharrlichkeit: In der ersten Hälfte schoss er gleich dreimal auf das Tor. Der Ball blieb zunächst stur, wo er war - im Spiel und nicht im Netz. Pachuca ließ sich davon nicht beeindrucken. Die Mannschaft von Huub Stevens stand zunächst ausgewogen, lauerte auf Fehler und spielte bei Ballgewinn zügig nach vorn. In der 25. Minute wurde dieser Plan belohnt: Gustav Stark bereitete vor, Emilio Solana vollendete zum 1:0. Solana hatte kurz zuvor bereits einen Versuch abgegeben und bewies damit, dass er nicht zu den Spielern gehört, die eine Chance erst in Ruhe bis zum Abpfiff betrachten. Die Antwort der Leones Negros kam in der 33. Minute. Morten Johannessen legte auf, Figline traf zum 1:1. Plötzlich war die Partie wieder offen, und auf den Rängen entstand jene besondere Mischung aus Hoffnung, Lärm und dem festen Glauben, dass der Schiedsrichter grundsätzlich gegen die eigene Mannschaft pfeift. Mit diesem Unentschieden ging es in die Pause. "Wir wollten nicht nervös werden", sagte Joe Pass in einer nachgestellten Stimme aus der Mixed Zone. "Das hat ungefähr sieben Minuten funktioniert, dann haben wir beschlossen, lieber Fußball zu spielen." Tatsächlich blieb Leones Negros seiner offensiven Ausrichtung treu: kurze Pässe, viel Bewegung, Abschlüsse aus fast jeder vernünftigen Lage - und gelegentlich auch aus einer, die nur im Nachhinein vernünftig aussah. Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel endgültig Fahrt auf. In der 60. Minute schlug Johannessen selbst zu und brachte die Gastgeber mit 2:1 in Führung. Anton Hanson hatte den Treffer vorbereitet. Kaum war Pachuca wieder halbwegs im eigenen Ordnungssystem angekommen, folgte der nächste Rückschlag: Nur zwei Minuten später erhöhte Diego Makukula auf 3:1, Lucas McAteer lieferte die Vorarbeit. Pachuca reagierte mit mehreren Wechseln und stellte sich in der Schlussphase offensiver auf. Nun wurde mit mehr Einsatz und aktivem Pressing agiert, doch die Aufholjagd blieb Stückwerk. Die Gäste kamen noch zu Abschlüssen, unter anderem durch Javier Chalana, Gustav Stark und Oliver Marchand. Leones Negros verteidigte dagegen mit sichtbarem Einsatz und setzte selbst immer wieder Nadelstiche. Torwart Noe Peyroteo kam in der 60. Minute für Corey Locklear ins Spiel - ausgerechnet in jenem Moment, in dem seine Vorderleute den Gegner endgültig unter Kontrolle brachten. Die Zahlen bestätigen den Eindruck eines ausgeglichenen, aber offensiv von den Gastgebern geprägten Spiels: Leones Negros verzeichnete 16 Torschüsse, Pachuca 11. Beim Ballbesitz lagen beide Teams fast gleichauf - 50,79 Prozent für die Hausherren, 49,21 für die Gäste. Auch bei den Zweikämpfen hatte Leones Negros mit 52,35 Prozent knapp die Nase vorn. "Nach dem 1:3 haben wir weitergemacht", wurde Huub Stevens anschließend sinngemäß zitiert. "Leider hat der Gegner das auch getan." Mehr lässt sich über diesen Abend kaum sagen. Leones Negros gewann verdient - und Pachuca darf sich immerhin damit trösten, dass 55.926 Menschen Zeugen waren. Das ist deutlich mehr Publikum, als mancher taktische Plan am Ende verdient hätte. 25.08.2026 20:58 |
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