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Liga MX | 10. Spieltag | 20.08.26 | Leones Negros - Alacranes Durango 2:2 Anstoß war um 20 Uhr, doch die Gastgeber hatten offenbar beschlossen, sofort zur Sache zu kommen. Bereits in der vierten Minute prüfte Bjarni Lundqvist den Torhüter der Gäste. Benjamin Köhler legte in der siebten und neunten Minute nach, Nüzhet Arat versuchte es in der zwölften. Die Leones Negros spielten offensiv, pressten früh und schossen aus guten Positionen. Kurz gesagt: Sie taten vieles richtig, außer den Ball ins Tor zu befördern. Eine im Fußball nicht ganz unwichtige Nebensache. Alacranes Durango blieb zunächst geduldig und lauerte auf Konter. Trainer Manni Kaltz hatte sein Team ausgewogen aufgestellt, mit starkem Einsatz und dem klaren Auftrag, bei Gelegenheit zuzustechen. In der 18. Minute war diese Gelegenheit da: Xavi Ziganda bediente Pablo Rodriguez, der zum 1:0 traf. Es war zugleich der einzige Torschuss der Gäste in der ersten Halbzeit - und damit ein bemerkenswert effizienter Einsatz von Aufwand und Ertrag. Auf der Tribüne soll ein Leones-Fan gerufen haben: "Wir haben doch den Ball!" Ein anderer antwortete: "Ja, aber Durango hat das Tor." So ungefähr fühlte sich die erste Hälfte an. Leones Negros hatte die Initiative, Alacranes die Führung. Der Ballbesitz war nahezu ausgeglichen, 49,1 zu 50,9 Prozent. Die Gastgeber hatten allerdings deutlich mehr Abschlüsse und gewannen auch mehr Zweikämpfe: 56,4 Prozent der Tacklings gingen an Leones Negros. Die Statistik sah also nach Angriff aus, die Anzeigetafel nach Trotz. Joe Pass, der Trainer der Gastgeber, blieb seinem offensiven Plan treu. "Wir wollten weiter Fußball spielen und nicht anfangen, den Ball nach dem Rückstand zu duzen", soll Pass in der Pause gesagt haben. Tatsächlich erhöhten die Leones nach dem Seitenwechsel den Druck und schalteten das Pressing wieder ein. Durango blieb zunächst bei seiner Kontertaktik, verteidigte sich aber zunehmend im eigenen Strafraum - vermutlich mit dem angenehmen Gefühl, dass jeder weitere Ballkontakt dort als Arbeitsnachweis gelten konnte. In der 71. Minute belohnte sich Leones Negros endlich. Daniel Hess traf nach Vorarbeit von Bjarni Lundqvist zum 1:1. Vier Minuten später drehte Otto Nelsen die Partie sogar komplett. Der linke Verteidiger schaltete sich nach Zuspiel von Christo Hubtschew nach vorne ein und erzielte das 2:1. Zwei Tore in vier Minuten - plötzlich wirkte die lange Gastgeber-Dominanz nicht mehr wie eine statistische Fußnote, sondern wie ein Plan. Doch Alacranes Durango hatte noch eine Antwort, und sie kam schnell. In der 80. Minute glich Davib Malfoy nach Vorlage von Diego Juarez zum 2:2 aus. Malfoy, der kurz darauf ausgewechselt wurde, hinterließ damit den Eindruck eines Mannes, der seine wichtigste Aufgabe erledigt und anschließend höflich Feierabend macht. Leones Negros kam auf zwölf Torschüsse, Durango auf drei. Trotzdem stand am Ende ein 2:2 auf der Anzeigetafel. "Wir hatten genug Chancen für zwei Spiele", sagte Nelsen angeblich. "Leider war heute nur eines angesetzt." So blieb es bei einer Punkteteilung, die vor allem den Gästen schmeichelt und den Gastgebern wehtut. Die Leones jagten den Sieg mit großem Einsatz - gefunden haben sie am Ende nur ein Unentschieden. Immerhin: Es war ein unterhaltsames. Und das ist im Fußball manchmal die höfliche Form von "Warum haben wir das nicht gewonnen?" 20.08.2026 21:05 |
Sprücheklopfer
Man muss feststellen, dass der Spruch auch nicht mehr stimmt, dass der Schütze nicht selber schießen soll. Ich stelle fest, dass der Schütze sehr wohl den Elfmeter selber schießt.
Günter Netzer