Heraldo de Mexico
+++ Sportzeitung für Mexico +++

Leones Negros tanzen mit 3:0 über Toluca - ein Heimabend voller Löwenmut

Manchmal sagt ein Ergebnis alles - und manchmal ist es nur der Anfang einer Geschichte. Die 51.924 Zuschauer im Estadio Jalisco bekamen am 5. Spieltag der 1. Liga Mexico jedenfalls ein Fußballstück zu sehen, das in drei Akten gespielt wurde: Angriff, Angriff und - richtig geraten - noch mehr Angriff. Leones Negros besiegten Atletico Toluca mit 3:0 (3:0), und das so überzeugend, dass selbst der Rasen nach Abpfiff erleichtert wirkte.

Trainer Joe Pass grinste nach dem Spiel so breit wie die Mittellinie: "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon Löwen heißt, dann brüllt wenigstens in der ersten Halbzeit." Das taten sie - und wie. Bereits nach 16 Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Außenverteidiger Noe Jorge, normalerweise Mann für die leisen Zwischentöne, zog nach einem Doppelpass mit Georg Seitz einfach mal ab, und plötzlich stand es 1:0. "Ich dachte, Georg will flanken", lachte Jorge später, "aber der Ball kam so perfekt, dass ich einfach das Tor nehmen musste."

Toluca wirkte da schon irritiert, als hätte jemand die Gebrauchsanweisung für ihr Spielsystem verlegt. Elf Minuten später machte Louis Arnaud kurzen Prozess: Nach feiner Vorarbeit von John Featherstone hämmerte der Franzose den Ball zum 2:0 in die Maschen (29.). Featherstone klopfte ihm auf die Schulter und rief: "Endlich hast du mal auf mich gehört!" - Arnaud grinste nur.

Noch vor der Pause setzte derselbe Arnaud den Schlusspunkt der ersten Halbzeit. In der 43. Minute kam eine scharfe Hereingabe von Charlie Crawford, Arnaud rauschte heran und versenkte zum 3:0. Ein Doppelschlag, der den Gästen endgültig den Mut raubte. Der Rest des Spiels geriet fast zur Lehrstunde in Ballzirkulation: 51 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüsse für die Gastgeber - gegen ganze einen einzigen Schuss von Toluca.

"Wir hätten noch drei Stunden spielen können, ohne ein Tor zu schießen", knurrte Atletico-Stürmer Slatko Kostadinow, der in der 71. Minute den einzigen Versuch seines Teams aufs Tor brachte. Sein Trainer - der sich nach dem Spiel weigerte, die Journalistenfrage nach der Taktik zu beantworten - wirkte, als wolle er am liebsten wieder in den Bus steigen.

Dabei hielt Toluca in der zweiten Halbzeit wenigstens kämpferisch dagegen. Jacinto Suero kassierte in der 74. Minute Gelb - ein Symbol des Widerstands, wenn man so will. "Das war kein Foul, das war Verzweiflung", meinte er später mit einem bitteren Lächeln.

Bei Leones Negros hingegen lief alles wie geschmiert. Selbst die Auswechslungen schienen perfekt getaktet: Als Louis Arnaud in der 27. Minute kurzzeitig verletzt vom Platz musste, kam Martin Rielo - nur um zehn Minuten später selbst verletzt wieder rauszumüssen. "Das war unser Mini-Drama", witzelte Trainer Pass, "aber wenigstens hatten wir genug Helden für den Rest des Abends."

Im Tor der Gäste konnte Jose María Derlei einem fast leidtun. Immer wieder flog er, hechtete, brüllte seine Abwehr an - und doch stand er am Ende als dreifacher Geschlagener da. Nach dem Spiel murmelte er: "Ich hab 90 Minuten lang Schatten gefangen."

In der zweiten Halbzeit nahm Leones Negros das Tempo raus. Die Mannschaft spielte die Partie souverän herunter, ließ den Ball laufen, gönnte sich sogar kleine Kabinettstückchen. Bruno Fernan, der zentrale Lenker, wurde in der 88. Minute unter Applaus ausgewechselt. "Ich wollte Xavier noch ein paar Minuten gönnen", sagte Pass. "Er soll wissen, wie sich 3:0 anfühlt."

Statistisch gesehen war es eine klare Angelegenheit: 58,7 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 18 Schüsse - und das alles ohne übermäßige Härte. Die Taktik blieb über weite Strecken ausgewogen, das Pressing wurde gar nicht erst nötig. Gegen diese Leones hätte man sich ohnehin nicht rausspielen können.

Als die Spieler nach Abpfiff ihre Ehrenrunde drehten, rief ein Fan von der Tribüne: "Ihr seid echte Löwen!" Arnaud winkte lachend zurück und deutete auf das Vereinslogo. "Heute haben wir’s mal gezeigt."

Und Toluca? Nun, sie werden diesen Abend wohl schnell vergessen wollen. Vielleicht hilft Humor - oder ein freier Tag. Denn wenn man mit nur einem Schuss aufs Tor nach Hause fährt, darf man sich fragen, ob man überhaupt angekommen war.

Joe Pass brachte es auf den Punkt: "Wir haben gewonnen, weil wir wollten. Und weil wir es konnten." Ein Satz, der so einfach klingt - und doch alles erklärt.

Vielleicht war es kein epochaler Fußballabend, aber einer, der zeigte, wie weit Leidenschaft und Präzision führen können. Die Löwen brüllten, Toluca flüsterte - und das 3:0 erzählte den Rest.

06.03.643987 16:00
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Wenn sie mich heute Scheiße fragen, wissen Sie auch nicht, ob Sie morgen noch ihren Job haben.
Andreas Brehme nach einer Niederlage auf die Frage, ob er glaubt, am nächsten Tag noch Trainer des 1.FC Kaiserslautern zu sein.[t]Andreas Brehme
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