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Copa Libertadores | Play-offs - Rückspiel | 25.07.26 | Leones Negros - Academia Lima 3:1 Vor 59.000 Zuschauern legten die Gastgeber um 18.30 Uhr ohne höfliche Kennenlernphase los. Bereits in der vierten Minute prüfte Joseba Futre die Gästeabwehr, sechs Minuten später folgte Wasilewski. Trainer Joe Pass hatte seine Mannschaft offensiv, mit langen Bällen und auf schnelles Umschalten ausgerichtet. Pressing? Nicht nötig. Die Leones warteten lieber, bis Lima den Ball anlieferte, und griffen dann zu. In der 13. Minute war es so weit: Linksverteidiger Barend Lansing bereitete vor, Lucas McAteer vollendete zum 1:0. "Barend hat mich gesehen, bevor ich selbst wusste, wo ich hinlaufen wollte", sagte McAteer später mit einem Grinsen. "Dann musste ich nur noch treffen. Das klingt einfacher, als es normalerweise ist." Academia Lima hatte den ersten Gegentreffer noch nicht vollständig verwaltungstechnisch erfasst, da stand es bereits 2:0. Daniel Hess lieferte in der 18. Minute die Vorarbeit, Jurek Wasilewski erzielte das Tor. Der Stürmer war damit nicht fertig: Sechs Minuten später bereitete er das 3:0 durch Vladan Basa vor. Drei Treffer binnen elf Minuten - Limas Defensive wurde in dieser Phase eher zum interessierten Begleitpersonal. "Wir wollten ausgewogen beginnen", erklärte Gästetrainer Olli Kahn. "Leider war nur der Gegner ausgewogen. Bei uns war das Gleichgewicht schon nach dem ersten Tor verschwunden." Das klang hart, war aber noch freundlicher als die Statistik. Leones Negros kamen im gesamten Spiel auf 17 Torschüsse, Academia Lima lediglich auf drei. Dabei verzeichneten die Gäste mit 51,68 Prozent sogar etwas mehr Ballbesitz als die Leones mit 48,32 Prozent. Es war allerdings Ballbesitz von der dekorativen Sorte: hübsch anzusehen, kaum gefährlich. Erst in der 43. Minute setzte Matteo Pedivigliano einen nennenswerten Abschluss. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gastgeber längst neun Versuche abgegeben und das Spiel praktisch in Geschenkpapier gewickelt. Nach der Pause stellte Lima auf eine offensive Ausrichtung um. Christiano Meireles kam für Innenverteidiger Nestor Delgado - ein Wechsel, der ungefähr so subtil war wie ein Feueralarm. Tatsächlich erzielte Istvan Bodola in der 58. Minute das 1:3. Für einen kurzen Moment wurde es im Stadion leiser, und Kahn rief seinen Spielern zu: "Jetzt noch einmal!" Ein Ordner an der Seitenlinie soll trocken geantwortet haben: "Am besten zweimal." Zur großen Aufholjagd kam es dennoch nicht. Javier Santos schoss in der 59. Minute aufs Tor, danach übernahmen wieder die Leones. Futre versuchte es in der 61., 67. und 83. Minute, Lewis Lorring in der 64. und Nicolaas Winchel in der 73. Minute. Gästetorwart Eric Brun verhinderte, dass aus dem deutlichen Sieg eine öffentliche Demontage wurde. Die Hausherren gewannen zudem 56,60 Prozent der bewerteten Zweikämpfe, Lima kam auf 43,40 Prozent. Barend Lansing holte sich in der 71. Minute die einzige Gelbe Karte ab. "Ich wollte nur zeigen, dass ich nach meiner Torvorlage noch da bin", scherzte der Verteidiger. Trainer Pass wechselte anschließend kontrolliert durch; unter anderem kamen Ernst Berger, Sören Christensen und kurz vor Schluss Javier Costinha. "Die erste Halbzeit war fast perfekt", bilanzierte Pass. "In der zweiten haben wir Lima etwas zu viel Hoffnung gegeben. Hoffnung ist im Fußball gefährlich - meistens allerdings nur, wenn man auch aufs Tor schießt." Academia tat das dreimal. Leones Negros tat es 17-mal. Manchmal benötigt Fußball keine komplizierte Analyse, sondern lediglich einen Taschenrechner. 25.07.2026 20:43 |
Sprücheklopfer
Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl.
Andreas Möller